• Pharma [+]
  • Denise Reimbold

Janssen Health Policy Center

Neuer Bericht: Stagnation in der EU bei Investitionen in Gesundheitsforschung & Entwicklung

Münzen & Scheine. © Foto: Andreas Hermsdorf / Pixelio.de
Münzen & Scheine. © Foto: Andreas Hermsdorf / Pixelio.de

Die private Industrie investierte im Jahr 2011 in der Europäischen Union 29 Milliarden Euro in Gesundheitsforschung und Entwicklung, die öffentliche Hand 18 Milliarden Euro. Nach Jahrzehnten jährlicher Steigerungen bedeutet dies erstmals eine Stagnation im privaten und einen leichten Rückgang im öffentlichen Sektor, wie aus dem Anfang Oktober in Brüssel vorgestellten Bericht "Investing in European Health R&D" hervorgeht.

Der Bericht wurde vom forschenden Pharmaunternehmen Janssen initiiert, die Daten von der Deloitte Health Economics Group ausgewertet.

Industrie investiert am meisten
Laut Bericht lag der Gesamtbetrag für die Gesundheitsforschung und -entwicklung in der Europäischen Union im Jahr 2011 bei 47 Milliarden Euro, davon sind 60 Prozent von der pharmazeutischen Industrie und 40 Prozent von den Mitgliedsstaaten und der Europäischen Kommission investiert worden. Während private Investitionen mit 29 Milliarden Euro erstmalig stagnierten, sind die öffentlichen Investitionen um 1 Prozent auf 18 Milliarden Euro gesunken. Zu den Investitionen der öffentlichen Hand gehören die akademische Forschung und öffentliche Forschungsmittel. Hauptinvestor in die Gesundheitsforschung und Entwicklung war Deutschland mit einem Gesamtbetrag von 9,4 Milliarden Euro, gefolgt von Frankreich (8,3 Milliarden Euro), Großbritannien (7,4 Milliarden Euro), der Schweiz (5,3 Milliarden Euro) und Italien (2,4 Milliarden Euro).

In Deutschland haben forschende Pharma-Unternehmen nach Angaben des Verbandes der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) im vergangenen Jahr mehr als je zuvor für Forschung und Entwicklung (F&E) aufgewendet. Mit insgesamt 5,3 Milliarden Euro lagen die Investitionen der Industrie im Jahr 2012 acht Prozent über dem Wert von 2011.

Die Entwicklung in der EU ist laut Bericht von Janssen und der Deloitte Health Economics Group unter anderem bedingt durch die schwierige wirtschaftliche Situation vieler Länder und wird durch die Ungewissheit über die zukünftigen Marktbedingungen und die zunehmend begrenzten Belohnungsmechanismen für Innovationen noch verstärkt. Diese Ergebnisse müssten angesichts einer alternden Bevölkerung in Europa sowie vieler Millionen Patienten, die auf neue Lösungen angewiesen sind, breit diskutiert werden.

"Der Hauptschwerpunkt unserer Forschung liegt darauf, neue und bessere Behandlungen für Patienten zu finden und dabei zu berücksichtigen, dass der Nutzen dieser Behandlungen stets die Kosten für die Gesellschaft überwiegt," sagte Jane Griffiths, Company Group Chairman von Janssen in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika. "Heute sind die Innovationen von gestern günstig und für alle erhältlich. Bevor dies möglich ist, müssen neue Technologien und Arzneimittel entdeckt und entwickelt werden. Die extrem hohen Risiken, die pharmazeutische Unternehmen dabei tragen, sind nur vertretbar, wenn sie angemessen und fair honoriert werden. Jeder profitiert davon: der Patient, die Gesellschaft und die Industrie. Wir alle können es uns nicht leisten, keine medizinischen Neuerungen einzubringen."
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass höhere Investitionen in Gesundheitsforschung und Entwicklung auch vor dem Hintergrund insgesamt steigender Gesundheitskosten angestrebt werden müssen. Durch neue Technologien wird die Qualität der gesundheitlichen Versorgung gesteigert, was zu verbesserten Lebensbedingungen für Betroffene und zu einer höheren Lebenserwartung führt. Eine verbesserte Gesundheit hat zudem in der arbeitenden Bevölkerung eine gesteigerte Produktivität zur Folge.

Neues Forum für gesundheitspolitischen Dialog
Um zu diesem und vielen anderen wichtigen Themen unterschiedliche Interessensgruppen zusammenzubringen und gesundheitspolitische Diskussionen zu fördern, hat das forschende Pharmaunternehmen Janssen Anfang Oktober das Health Policy Center ins Leben gerufen. Die neue Initiative fördert den Austausch verschiedener Stakeholder-Gruppen mit dem Ziel, die Erwartung der Patienten an eine optimale Gesundheitsversorgung gemeinsam besser erfüllen zu können.

Das Janssen Health Policy Center bietet eine Plattform für offene Diskussionen mit verschiedenen Kerngruppen, darunter Spezialisten des öffentlichen Gesundheitswesens, Gesundheitsdienstleister, Pflegepersonal, Politiker, Gesundheitsökonomen und Patienteninteressenvertretungen. Die vom Janssen Health Policy Center gewonnenen Erkenntnisse sollen eine ganzheitliche Perspektive auf Fragen der Gesundheitspolitik bieten und pragmatische Empfehlungen zum Nutzen der gesamten Gesellschaft liefern.

Das Janssen Health Policy Center konzentriert sich auf Themen wie Forschungsbedarf und zukünftige Modelle der Gesundheitsversorgung. Ein Schwerpunkt sind Krankheitsbereiche, in denen Fachexperten des Unternehmens mit externen Spezialisten ihre Expertise einbringen können, wie Psoriasis, Diabetes, Schizophrenie, Hepatitis C, Tuberkulose, Krebserkrankungen oder Alzheimer.

Der Report "Investing in European Health R&D" und alle weiteren Berichte des Janssen Health Policy Centers stehen kostenlos zur Verfügung und können von der Webseite www.janssenhealthpolicycentre.com heruntergeladen werden.

Pressemitteilung der Janssen-Cilag GmbH
Janssen-Cilag GmbH, Henriette Preiß, Manager Communications, Tel.: 02137-955 - 4529, E-Mail: hpreiss@its.jnj.com
07.10.2013
22.06.2017, 11:21 | dre
Stichwörter:
Zurück