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Merck / Pfizer

Phase-III-Studie zu Avelumab bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom vom Stadium IIIb/IV gestartet

Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland
Pyramide mit Logo, Darmstadt. © Merck KGaA, Darmstadt Deutschland

Merck und Pfizer haben heute den Start einer internationalen Phase-III-Studie (EMR 100070-004) zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit der Prüfsubstanz Avelumab* (MSB0010718C) für die Krebsimmuntherapie und die Behandlung des ersten Patienten bekannt gegeben. Die Prüfung von Avelumab erfolgt im Vergleich zu Docetaxel bei Patienten mit nicht- kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) des Stadiums IIIb/IV, deren Krebserkrankung nach vorausgegangener platinbasierter Doublet-Therapie fortgeschritten ist.

Die Phase-III-Studie wird als offene, multizentrische, im Verhältnis 1:1 randomisierte klinische Studie durchgeführt. Die teilnehmenden Patienten mit NSCLC vom Stadium IIIb/IV erhalten entweder Avelumab oder Docetaxel, unabhängig von ihrem PD-L1- Status (PD-L1, programmierter Zelltod-Ligand 1). An der Studie werden rund 650 Patienten in 290 Prüfzentren weltweit teilnehmen. Über 30 Länder in Nordamerika, Südamerika, Asien, Afrika und Europa sind hieran beteiligt. In den USA und Kanada werden die klinischen Studien von der dortigen Merck-Tochtergesellschaft EMD Serono durchgeführt. Die Studie ist Teil des klinischen Prüfprogramms JAVELIN zu Avelumab.

Der primäre Endpunkt der Studie ist das Gesamtüberleben (OS) von Patienten mit PD- L1-positivem (programmed death-ligand 1 positive/ PD-L1+) NSCLC des Stadiums IIIb/IV, bei denen die Erkrankung nach vorausgegangener platinbasierter Doublet- Therapie weiter fortgeschritten ist. Sekundäre Endpunkte werden in der Gesamtpopulation der Studie unabhängig vom PD-L1-Status der Patienten bewertet. Hierzu gehören Gesamtüberleben (Overall Survival, OS), Gesamtansprechrate (Overall Response Rate, ORR), progressionsfreies Überleben (Progression-Free Survival, PFS) und Therapiebeurteilung aus Patientensicht (Patient-Reported Outcomes, PRO).

„Neue und innovative Behandlungsstrategien werden dringend benötigt, um das Gesamtüberleben von Patienten mit NSCLC zu verbessern. Wir prüfen Avelumab als potenzielle Behandlungsoption für Patienten, die an dieser äußerst schwierig zu behandelnden Krebsart erkrankt sind”, sagte Dr. Luciano Rossetti, globaler Leiter der Forschung und Entwicklung von Merck Serono. „Die Behandlung des ersten Patienten im Rahmen dieser Phase-III-Studie ist ein wichtiger Meilenstein für unsere immunonkologische Allianz.”

„Diese Studie ist die erste aus einer Reihe von zulassungsrelevanten Studien, die wir dieses Jahr noch gemeinsam beginnen wollen. Sie untermauert unser Engagement, um die Entwicklung von Therapien für Krebspatienten zu beschleunigen”, sagte Dr. Mace Rothenberg, Senior Vice President Clinical Development and Medical Affairs und Chief Medical Officer der Geschäftseinheit Onkologie bei Pfizer. „Diese Allianz ermöglicht uns die Kombination des vielversprechenden Anti-PD-L1-Antikörpers Avelumab mit den Portfolios an bereits zugelassenen oder in Prüfung befindlichen Krebstherapien beider Unternehmen. Hieraus könnten sich spannende Möglichkeiten zur potenziellen Erweiterung des Einsatzes von Immuntherapien bei Krebspatienten ergeben.”

Zu dem klinischen Studienprogramm JAVELIN zählen weitere Studien: eine internationale Phase-II-Studie zur Untersuchung von Avelumab bei Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom; eine internationale Phase-I-Studie zur Untersuchung von Avelumab bei Patienten mit metastasierten oder lokal fortgeschrittenen soliden Tumoren sowie eine Phase-I-Studie zu Avelumab bei japanischen Patienten mit metastasierten oder lokal fortgeschrittenen soliden Tumoren mit einer Erweiterungskomponente auf asiatische Patienten mit Magenkarzinomen. Das Phase-I-Programm zu Avelumab schließt über 840 Patienten mit unterschiedlichen Tumortypen ein, darunter NSCLC, Brustkrebs, Magenkrebs, Eierstockkrebs, Blasenkrebs, Hautkrebs und Tumoren des Mesothels.

* Avelumab ist der vorgeschlagene generische Wirkstoffname (International Nonproprietary Name, INN) für den monoklonalen Antikörper Anti-PD-L1 (MSB0010718C).

Referenzen

  1. American Cancer Society. (2011). Global Facts & Figures Second Edition. Abgerufen unter: http://www.cancer.org/acs/groups/content/@epidemiologysurveilance/documents/document/acspc- 027766.pdf
  2. American Cancer Society. (2014). Lung Cancer (Non-Small Cell) [Fact sheet]. Abgerufen unter: http://www.cancer.org/acs/groups/cid/documents/webcontent/003115-pdf.pdf
  3. Blumenschein, G. R., Paulus, R., Curran, W. J., Robert, F., Fossella, F., Werner-Wasik, M., Herbst, R. S., Doescher, P. O., Choy, H., & Komaki, R. (2011). Phase II study of cetuximab in combination with chemoradiation in patients with stage IIIA/B non-small-cell lung cancer: RTOG 0324. Journal of clinical oncology: official journal of the American Society of Clinical Oncology, 17, 2312–2318.
  4. Wood, S. L., Pernemalm, M., Crosbie, P. A., & Whetton, A. D. (2013). The role of the tumor- microenvironment in lung cancer-metastasis and its relationship to potential therapeutic targets. Cancer treatment reviews, 4,558–566.

Hintergrund

Nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom (NSCLC)

Lungenkrebs ist weltweit bei Männern die häufigste und bei Frauen die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Auf diese Krebserkrankung entfallen fast doppelt so viele Todesfälle wie auf Brust- und Prostatakrebs zusammen.1 Das NSCLC ist mit einem Anteil von 85 bis 90% der häufigste Typ aller Lungenkrebserkrankungen.2 Auf die lokal fortgeschrittene bzw. metastasierte Erkrankung entfallen ca. 35 bis 40%3 bzw. 70 %4 aller NSCLC-Fälle.

Avelumab

Avelumab (auch bekannt als MSB0010718C) ist ein in der Entwicklung befindlicher, rein humaner, monoklonaler IgG1-Antikörper, der an den programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1) bindet. Durch Hemmung der Interaktionen von PD-L1 soll Avelumab eine Aktivierung der T-Zellen und der spezifischen Immunabwehr bewirken können. Mit seinem nativen Fc-Fragment soll Avelumab das körpereigene Immunsystem aktivieren und eine Antikörper-abhängige zelluläre Zytotoxizität (ADCC) auslösen können. Im November 2014 haben Merck und Pfizer ihre strategische Allianz zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung von Avelumab bekannt gegeben.

Klinisches Studienprogramm JAVELIN zu Avelumab

JAVELIN ist ein umfangreiches internationales klinisches Studienprogramm, das den Nutzen einer PD-L1- Hemmung mit Avelumab zur Behandlung von unterschiedlichen Tumorarten untersucht. Das klinische Studienprogramm JAVELIN umfasst folgende Studien: eine Phase-III-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Avelumab im Vergleich zu Docetaxel bei Patienten mit NSCLC vom Stadium IIIb/IV und Krankheitsprogression nach vorausgegangener platinhaltiger Doublet-Therapie; eine internationale, offene, multizentrische Phase-II-Studie zur Untersuchung der klinischen Wirksamkeit und Sicherheit von Avelumab bei Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom; eine internationale offene Phase-I-Studie mit mehrfacher Dosistitration zur Untersuchung der Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik sowie biologischen und klinischen Wirksamkeit bei Patienten mit metastasierten oder lokal fortgeschrittenen soliden Tumoren sowie eine Phase-I-Studie zur Bewertung der Verträglichkeit, Sicherheit, Pharmakokinetik und biologischen und klinischen Wirksamkeit bei japanischen Patienten mit metastasierten oder lokal fortgeschrittenen soliden Tumoren mit einer Erweiterungskomponente auf asiatische Patienten mit Magenkarzinomen.

Allianz von Merck und Pfizer

Merck und Pfizer verfolgen die Immunonkologie mit höchster Priorität. Im Rahmen der globalen strategischen Allianz zwischen Merck und Pfizer profitieren beide Unternehmen von ihren jeweiligen Stärken und Kompetenzen, um das therapeutische Potenzial von Avelumab weiter zu erforschen. Hierbei handelt es sich um einen in der Prüfung befindlichen Anti-PD-L1-Antikörper, der ursprünglich von Merck entdeckt und entwickelt wurde. Diese immunonkologische Allianz wird Avelumab gemeinsam entwickeln und vermarkten und den PD-1-Antikörper von Pfizer weiter vorantreiben. Beide Unternehmen kooperieren bei bis zu 20 klinischen Entwicklungsprogrammen hoher Priorität aus dem Bereich der Immunonkologie einschließlich Kombinationsstudien. Viele dieser Studien sollen 2015 gestartet werden.

Pfizer Inc.: Gemeinsam für eine gesündere Welt®

Bei Pfizer nutzen wir Wissenschaft und unsere globalen Ressourcen, um Menschen mit Therapien zu versorgen, die ein längeres Leben bei entscheidend verbesserter Qualität ermöglichen. Wir sind bestrebt, den Standard für Qualität, Sicherheit und Wert bei der Entdeckung, Entwicklung und Herstellung von Gesundheitsprodukten zu setzen. Unser globales Portfolio umfasst Arzneimittel und Impfstoffe und viele der weltweit bekanntesten Verbraucherprodukte. Jeden Tag arbeiten die Mitarbeiter von Pfizer in entwickelten und aufstrebenden Märkten an der Verbesserung von Wohlbefinden, Prävention, Therapien und Heilmitteln für die am meisten gefürchteten Krankheiten unserer Zeit. In Einklang mit unserer Verantwortung als eines der weltweit führenden innovativen biopharmazeutischen Unternehmen arbeiten wir auch mit Anbietern von Gesundheitsleistungen, Regierungen und lokalen Gemeinschaften zusammen zur Unterstützung und Erweiterung des Zugangs zu einer zuverlässigen und erschwinglichen Gesundheitsversorgung in der ganzen Welt. Seit mehr als 150 Jahren arbeitet Pfizer daran, einen Unterschied für alle zu erzielen, die sich auf uns verlassen. Weitere Informationen zu unserem Engagement erhalten Sie auf unserer Website www.pfizer.com

Merck ist ein führendes Unternehmen für innovative und hochwertige Hightech-Produkte in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials. Das Unternehmen hat sechs Geschäfte – Merck Serono, Consumer Health, Allergopharma, Biosimilars, Merck Millipore und Performance Materials – und erwirtschaftete im Jahr 2014 Umsatzerlöse von rund 11,3 Mrd. €. Rund 39.000 Mitarbeiter arbeiten für Merck in 66 Ländern daran, die Lebensqualität von Patienten zu verbessern, den Erfolg seiner Kunden zu steigern und einen Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen zu leisten. Merck ist das älteste pharmazeutisch- chemische Unternehmen der Welt – seit 1668 steht das Unternehmen für Innovation, wirtschaftlichen Erfolg und unternehmerische Verantwortung. Die Gründerfamilie ist bis heute zu rund 70 % Mehrheitseigentümerin des Unternehmens. Merck besitzt die weltweiten Rechte an dem Namen und der Marke Merck. Ausnahmen sind Kanada und die USA, wo das Unternehmen unter den Marken EMD Serono, EMD Millipore und EMD Performance Materials bekannt ist. www.merckgroup.com

Hinweise zu zukunftsgerichteten Aussagen von Pfizer

Stand der Informationen in dieser Pressemitteilung ist der 20. April 2015. Pfizer übernimmt keine Verpflichtung zur Aktualisierung von zukunftsgerichteten Aussagen in dieser Pressemitteilung aufgrund neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse oder Entwicklungen.

Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen über die Allianz von Pfizer und Merck im Bereich der Immunonkologie einschließlich Anti-PD-L1- und Anti-PD-1-Therapien, klinischen Entwicklungsplänen und einer Zielindikation für Avelumab (MSB0010718C) zur Behandlung von Patienten mit NSCLC vom Stadium IIIb/IV NSCLC, die nach vorausgegangener platinhaltiger Doublet-Therapie Krankheitsprogession gezeigt hatten (die „Zielindikation“). Dies beinhaltet substanzielle Risiken und Unsicherheiten, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Ergebnisse erheblich von denen in diesen Aussagen getroffenen oder angedeuteten abweichen können. Zu den Risiken und Unsicherheiten zählen unter anderem inhärente Unsicherheiten der Forschung und Entwicklung einschließlich der Fähigkeit, die antizipierten Zeitpunkte des Beginns und Abschlusses der klinischen Studie einzuhalten sowie die Möglichkeit von unvorteilhaften Studienergebnissen; Risiken in Zusammenhang mit Zwischenergebnissen einschließlich des Risikos, dass sich die Endergebnisse der Phase-I-Studie zu Avelumab und/oder zusätzlicher klinischer Studien von den Zwischenergebnissen unterscheiden (einschließlich der Möglichkeit von unvorteilhafteren Ergebnissen) und möglicherweise eine weitere klinische Entwicklung nicht unterstützen; das Risiko, dass die Daten klinischer Studien unterschiedlichen Auslegungen unterworfen sind und dass Zulassungsbehörden unsere Ansicht nicht teilen und zusätzliche Daten einfordern oder eine Zulassung gänzlich ablehnen, auch wenn wir die Daten als ausreichend erachten, um die Sicherheit und/oder Wirksamkeit eines Produktkandidats zu untermauen; ob und wann Anträge auf Zulassung für die potenziellen Arzneimittelkandidaten oder Kombinationstherapien einschließlich der Zielindikation in einem Rechtssystem eingereicht werden; ob und wann Aufsichtsbehörden die Zulassung für derartige Anwendungen erteilen in Abhängigkeit von der Bewertung seitens der jeweiligen Behörde bezüglich des Nutzen-Risiko-Profils, das sich aus der Gesamtheit der eingereichten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten ergibt; Entscheidungen der Aufsichtsbehörden hinsichtlich der Produktkennzeichnung und andere Angelegenheiten, die die Verfügbarkeit und das wirtschaftliche Potential der Produktkandidaten oder Kombinationstherapien einschließlich der Zielindikation beeinträchtigen könnten, sowie Entwicklungen des Wettbewerbs.

Weitere Erläuterungen zu den Risiken und Unsicherheiten finden Sie im Geschäftsbericht von Pfizer im Formular 10-K für das am 31. Dezember 2014 beendete Geschäftsjahr sowie in den Nachfolgeberichten im Formular 10-Q, einschließlich der Kapitel „Risk Factors“ (Risikofaktoren) und „Forward-Looking Information That May Affect Future Results“ (Zukunftsgerichtete Aussagen, die zukünftige Ergebnisse beeinflussen können) sowie in den Nachfolgeberichten im Formular 8-K. Diese sind bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission) archiviert und unterwww.sec.gov und www.pfizer.com abrufbar.

PGemeinsame Pressemitteilung Merck / Pfizer
Gangolf Schrimpf, Merck, Tel.: 06151 / 729591
20.04.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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