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  • Thomas Schönemann

Weniger Chemotherapie dank Genexpressionstest

Schweizer Gesundheitssystem übernimmt ab dem 1. Januar 2015 die Kosten für EndoPredict(R)

Schweizer Gesundheitssystem übernimmt ab dem 1. Januar 2015 die Kosten für EndoPredict(R). © Foto: Michael Bührke / pixelio.de
Schweizer Gesundheitssystem übernimmt ab dem 1. Januar 2015 die Kosten für EndoPredict(R). © Foto: Michael Bührke / pixelio.de

Nicht alle Brustkrebs-Patientinnen benötigen eine Chemotherapie, das ist bekannt. Doch in vielen Fällen konnte bislang nicht sicher gesagt werden, ob die belastende Therapie notwendig ist oder nicht. Für diese Patientinnen wurde der Genexpressionstest EndoPredict entwickelt. Ab dem 1. Januar 2015 wird die Analyse von der Schweizer Obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet. Dies hat das Eidgenössische Department des Innern (EDI) beschlossen.

In der Schweiz wird der EndoPredict am Luzerner Kantonspital bereits seit 2012 durchgeführt. „Innerhalb eines Tages kann das Testergebnis vorliegen und so zeitnah die Therapieentscheidung unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Joachim Diebold, Chefarzt des Instituts für Pathologie im Luzerner Kantonsspital.

Sinnvoll eingesetzt wird der Test bei Patientinnen, bei denen die konventionellen Befunde keine eindeutige Chemotherapie-Entscheidung zulassen. Dafür ist es wichtig zu wissen, wie aggressiv ein Tumor ist. Sehr aggressive Tumoren werden mit einer Chemotherapie behandelt. Bei weniger aggressiven Tumoren reicht eine alleinige antihormonelle Therapie. Diese Frauen haben auch ohne eine Chemotherapie eine exzellente Prognose.

Am Standort Luzern konnte in der klinischen Praxis gezeigt werden, dass unter Einsatz des EndoPredict einem Teil der Patientinnen eine Chemotherapie erspart werden kann, denn erst durch den Test kann in vielen Fällen ein niedriges Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung festgestellt werden. „Es geht am Ende einzig und allein darum, jeder Patientin die für sie individuell richtige Therapie zu ermöglichen. Wir freuen uns, dass neue Entwicklungen in der Pathologie dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen“, so Prof. Diebold.

Die Voraussetzung für die Analyse ist die Durchführung durch einen Facharzt/eine Fachärztin Pathologie mit dem Schwerpunkt Molekularpathologie. Neben dem Luzerner Kantonsspital bieten zurzeit auch die Pathologie des Kantonsspitals Baden und das Istituto cantonale di patologia in Locarno den EndoPredict an. Von anderen Kliniken können Tumorproben zur Analyse an diese Standorte gesandt werden.

Die Sividon Diagnostics GmbH wurde im Juli 2010 als Management Buy-Out der Firma Siemens Healthcare Diagnostics Products am Standort Köln gegründet. Unternehmensziel ist es, die Qualität der therapiebegleitenden Diagnostik in der Onkologie nachhaltig zu steigern. Seit 2011 ist mit dem EndoPredict(R) der erste diagnostische Test aus dem Hause Sividon verfügbar. Der Brustkrebs-Prognosetest hilft bei der Entscheidung, für welche Patientin eine Chemotherapie angezeigt ist. Weitere Informationen finden Sie unter www.sividon.com oder www.endopredict.com

Pressemitteilung Sividon Diagnostics GmbH
Sividon Diagnostics GmbH, Nattermannallee 1 | S19, 50829 Köln, Tel.: 0221 / 669 561 00, Fax: 0221 /669 561 99, eMail: info@sividon.com
15.12.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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