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  • Thomas Schönemann

Chemotherapie bei Brustkrebs

Taxan-Biomarker erfolgreich validiert

Köln, immer eine Reise wert... © Foto: Ruth Rudolph / pixelio.de
Köln, immer eine Reise wert... © Foto: Ruth Rudolph / pixelio.de

Welche Chemotherapie ist für eine Patientin die Richtige? Ist wirklich ein zusätzliches Taxan notwendig? - Diese Fragen müssen sich Ärzte bei der Behandlung von Brustkrebs immer wieder stellen. Eine eindeutige Antwort gibt es in der Regel nicht.

Nun konnten in Kooperation mit der spanischen GEICAM-Studiengruppe erstmals molekulare Biomarker für den Einsatz von Taxanen erfolgreich validiert werden. Die Studienergebnisse wurden am 30. September 2013 im Rahmen des
European Cancer Congress der ESMO in Amsterdam vorgestellt.

Für viele Brustkrebspatientinnen ist eine Chemotherapie unumgänglich. Der Arzt kann dabei aus einer Vielzahl unterschiedlicher Chemotherapeutika in unterschiedlichen Zusammensetzungen und Dosierungen auswählen. Die
Standard-Chemotherapie enthält derzeit in der Regel ein 'Anthrazyklin', oftmals kommt zusätzlich ein 'Taxan' zum Einsatz.

'Es ist hinlänglich bekannt, dass Patientinnen individuell vom Einsatz chemotherapeutischer Wirkstoffsubstanzen unterschiedlich profitieren', erklärt Dr. Jan C. Brase, Forschungsgruppenleiter bei Sividon Diagnostics. 'Bisher gibt es jedoch keine verlässlichen Biomarker, die eine individuelle Abschätzung der Wirksamkeit einzelner Substanzklassen ermöglichen. Das Ziel unserer Forschung ist es, Biomarker zu identifizieren, die eine individualisierte Therapie ermöglichen. Auf dieser Basis kann der behandelnde Arzt abschätzen, wer einen Benefit von der jeweiligen Behandlung hat und wer nicht.'

Zunächst wurde in vitro ermittelt, welche Tumorzellen wie auf welche Chemotherapie ansprechen. Hierbei wurde der Fokus auf die Substanzklasse der Taxane gelegt - eine Substanzklasse, die häufig zu Nervenschädigungen und Muskelschmerzen führt, teilweise auch bis lange nach Therapieende. Zeitgleich wurde die Aktivität einer großen Anzahl an Genen im Tumorgewebe gemessen. Die hierbei ermittelten Biomarker wurden nun in der GEICAM-9906-Studie erfolgreich validiert. Von den 555 Patientinnen, die an dieser Studie teilgenommen haben, hatte ein Teil eine Standard-Chemotherapie erhalten, der andere Teil bekam zusätzlich wöchentlich das Taxan Paclitaxel.

'Die Ergebnisse zeigen, dass Patientinnen mit erhöhter Aktivität der identifizierten Biomarker von der Taxan-Therapie profitieren. Bei den anderen Patientinnen ließ sich kein zusätzlicher Nutzen der Therapie erkennen', erklärt Prof. Dr. Miguel Martin, Vorsitzender der GEICAM-Studiengruppe. 'Diese vielversprechenden Ergebnisse müssen nun in einer weiteren klinischen Studie bestätigt werden, bevor klar ist, ob die ausgewählten Biomarker auch in der klinischen Routine zum Einsatz kommen könnten', sagt Prof. Martin.

Unternehmensportrait
Die Sividon Diagnostics GmbH wurde im Juli 2010 als Management Buy-Out der Firma Siemens Healthcare Diagnostics Products am Standort Köln gegründet. Unternehmensziel ist es, die Qualität der therapiebegleitenden Diagnostik
in der Onkologie nachhaltig zu steigern. Seit 2011 ist mit dem EndoPredict der erste diagnostische Test aus dem Hause Sividon verfügbar. Der Brustkrebs-Prognosetest hilft bei der Entscheidung, für welche Patientin eine Chemotherapie angezeigt ist.

Weitere Informationen finden Sie unter www.sividon.com

Pressemitteilung Sividon Diagnostics GmbH
30.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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