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  • Thomas Schönemann

Geschäftsstelle Nationaler Strategieprozess

Von der Idee bis zum marktfähigen Medizinprodukt: Der InnovationsLOTSE kennt den Weg

Der multifunktionale Haupteingang Süd der Messe Berlin. © Foto: Messe Berlin
Der multifunktionale Haupteingang Süd der Messe Berlin. © Foto: Messe Berlin

Anlässlich der Messe Connecting Healthcare IT (conhIT), die vom 14. bis 16. April 2015 auf der Messe Berlin stattfindet, geht der InnovationsLOTSE auf der Nationalen Informationsplattform Medizintechnik online. Der Leitfaden für die Entwicklung von Medizinprodukten bietet insbesondere Startups sowie kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) Unterstützung bei Fragen rund um die Themen Forschung, Entwicklung, Zertifizierung, Erstattung und Markt.

Interessant ist das nicht nur für die Medizintechnik-Branche, sondern auch für IT-Unternehmen, die an Software-Produkten für die Gesundheitsversorgung arbeiten.

Die Idee für ein neues Medizinprodukt kann bestechend, sogar bahnbrechend sein. Doch bevor das Produkt in der Gesundheitsversorgung zum Einsatz kommen und ein Unternehmen damit Geld verdienen kann, müssen viele Hürden genommen werden. Denn der Medizintechnikmarkt ist zwar einer der dynamischsten und innovativsten Wirtschaftszweige. Er ist jedoch auch stark reguliert, um die Sicherheit der Patienten zu gewährleisten. Wenn junge oder kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) scheitern, liegt das nicht unbedingt an ihrem Produkt. Nicht selten unterschätzen sie schlichtweg die Anforderungen, die sie beispielsweise im Zuge der CE-Zertifizierung erfüllen müssen. Manche entwickeln ein Produkt, ohne vorher zu prüfen, ob es dafür überhaupt einen hinreichenden medizinischen Bedarf gibt. Andere kalkulieren einen Preis, ohne sich mit möglichen Erstattungsszenarien auseinanderzusetzen.

Das muss nicht sein. Medizintechnikunternehmen, insbesondere Startups und KMU, finden künftig Unterstützung beim InnovationsLOTSEN. Der InnovationsLOTSE ist das Herzstück der Nationalen Informationsplattform Medizintechnik, www.medizintechnologie.de. Anlässlich der Messe Connecting Healthcare IT (conhIT), die vom 14. bis 16. April 2015 in Berlin stattfindet, geht der Leitfaden für die Entwicklung von Medizinprodukten online. Die Nationale Informationsplattform Medizintechnik ist eine Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und setzt eine der zentralen Handlungsempfehlungen des Nationalen Strategieprozesses „Innovationen in der Medizintechnik“ um: „Der Strategieprozess hat klar herausgestellt, dass für Innovatoren in der Medizintechnik das Informationsangebot von der Forschung über Entwicklung, Zertifizierung und Erstattung bis hin zum Markt erheblich ausgebaut werden muss, damit der Innovationsprozess effektiver und stärker am Bedarf ausgerichtet wird“, erklärt Dr. Oliver Bujok, der die Geschäftsstelle Nationaler Strategieprozess, angesiedelt bei der VDI Technologiezentrum GmbH am Standort Berlin, leitet. Die Geschäftsstelle betreibt die Plattform in Kooperation mit Forum MedTech Pharma e.V., Nürnberg.

Der InnovationsLOTSE erklärt den Innovationsprozess Schritt für Schritt entlang der Innovationsstufen Forschung – Entwicklung – Zertifizierung – Erstattung – Markt. Die Navigation ist sehr übersichtlich. Die Nutzer können sich ihren Vorlieben entsprechend entweder durch eine Matrix klicken, die sich in der Art eines Entscheidungsbaumes immer weiter verästelt. Oder sie können die Schritte, für die sie sich interessieren, in einer tabellarischen Übersicht anwählen. So oder so können sie sämtliche Einzelschritte nachvollziehen. Allerdings ist der Innovationsprozess kein chronologischer Vorgang. Die einzelnen Prozessschritte können also nicht isoliert voneinander betrachtet werden. Deshalb werden Querverbindungen zu anderen Ebenen hergestellt. Wenn beispielsweise im Rahmen des Prozessschrittes „Entwicklung“ erwähnt wird, dass die Technische Dokumentation angelegt werden muss, ist sofort erkennbar, dass diese ein unverzichtbarer Bestandteil im Rahmen der CE-Zertifizierung ist. Jeder Schritt ist außerdem eingebettet in die jeweiligen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Der InnovationsLOTSE beschränkt sich aber nicht darauf, einen kompakten Überblick über den Innovationsprozess abzugeben. Er funktioniert auch wie ein Lexikon, in dem wesentliche Begriffe erläutert werden. Die Nutzer erfahren, was im Zuge einer Versorgungsanalyse erforderlich ist, was sie bei einem Antrag auf Forschungsförderung beachten müssen, was für Finanzierungsmodelle es gibt, wie sie den Markteintritt für ihr Produkt planen, und vieles mehr. Sie können die einzelnen Begriffe entweder in einer Art Inhaltsverzeichnis auswählen oder sich direkt aus dem Überblicksmodus zur Begriffserklärung klicken. Zahlreiche Experten aus Industrie und Wissenschaft haben an diesen Inhalten mitgewirkt. Viele von ihnen fassen ihre Kernbotschaften in kurzen Video-Botschaften zusammen. Nicht zuletzt dadurch wird der InnovationsLOTSE ein sehr lebendiges Online-Tool, das Medizinprodukteentwicklern das Rüstzeug an die Hand gibt, um aus einer Idee tatsächlich ein marktfähiges Produkt zu machen. Er wird sich in Zukunft dynamisch weiterentwickeln, um viele weitere Inhalte wachsen, neue politische Vorgaben berücksichtigen. Mittelfristig ist geplant, ihn mit Checklisten, Musterformularen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen auszustatten. Der InnovationsLOTSE wird sich damit zu einem echten Planungsinstrument für Medizintechnikunternehmen entwickeln.

Der Nationale Strategieprozess „Innovationen in der Medizintechnik“

Im Rahmen des Strategieprozesses diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft, Gesundheitsversorgung, Selbstverwaltung und Politik die Herausforderungen für Innovationen in der Medizintechnik. Ziel war und ist, den Wandel der Medizintechnik-Branche vom Produkthersteller zum Anbieter medizinischer Lösungen zu unterstützen. Forschung soll sich stärker als bisher am medizinischen Bedarf ausrichten und in anwendungsfähigen Produkten münden, die tatsächlich geeignet sind, die Gesundheitsversorgung zu verbessern. Im Zuge des Strategieprozesses wurde der Grundstein für die Nationale Informationsplattform Medizintechnik mit dem InnovationsLOTSEN gelegt.

Fragen zum InnovationsLOTSEN beantwortet der Projektleiter:
Jared Sebhatu
Tel.: 030 / 275 95 06-0
eMail: sebhatu@vdi.de

Weitere Informationen:
http://www.medizintechnologie.de - Nationale Informationsplattform Medizintechnik

Jana Ehrhardt-Joswig, Redaktion/Öffentlichkeitsarbeit, Geschäftsstelle Nationaler Strategieprozess "Innovationen in der Medizintechnik"
Jana Ehrhardt-Joswig, Tel.: 030 / 275 9506-60, Fax: 030 / 275 9506-59, eMail: ehrhardt-joswig@vdi.de
13.04.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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