• Politik [+]
  • Thomas Schönemann

ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Arzneiverordnungsreport 2013: Patienten und ihre Therapien müssen stärker im Vordergrund stehen

Rezeptannahme in der Apotheke: Der einzelne Patient und seine Arzneimitteltherapie sollte im Vordergrund stehen. © Foto: obs/ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände
Rezeptannahme in der Apotheke: Der einzelne Patient und seine Arzneimitteltherapie sollte im Vordergrund stehen. © Foto: obs/ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

Der jährlich veröffentlichte Arzneiverordnungsreport ist ein Standardwerk, um die zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordneten Arzneimittel im vorigen Kalenderjahr zu analysieren. Deutschlands Apotheker warnen jedoch vor übermäßiger Zahlengläubigkeit, die in dem Bericht zum Ausdruck kommt, wenn er Indexwerte, Durchschnittsmengen oder Einsparpotenziale als wichtigste Bewertungskriterien für die Arzneimittelversorgung in Deutschland definiert.

Die einzelnen Patienten, die als Menschen ihre Stärken und Schwächen in der Arzneimitteltherapie haben, werden bei dieser Betrachtungsweise weitestgehend ausgeklammert. Darauf macht der Deutsche Apothekerverband (DAV) angesichts des heute neu erschienenen Arzneiverordnungsreports 2013 aufmerksam.

"Die Daten des Arzneiverordnungsreports sind interessant und können dabei helfen, relevante Trends zu erkennen", sagt DAV-Vorsitzender Fritz Becker. "Eine statistische Betrachtung auf der Basis von Durchschnittswerten ist aber oft zu einseitig, da der Patient mit seinen persönlichen Eigenschaften wie Alter oder Bildung zu wenig berücksichtigt wird." Becker weiter: "Ziel der Gesundheitspolitik sollte es nicht sein, irgendwelche Durchschnittswerte zu optimieren, sondern die effizienteste und effektivste Therapie zu suchen. Eine Schwachstelle dabei ist der Mensch selbst, der Fehler machen kann - ob als Arzt, Apotheker oder Patient." Dazu sagt Becker: "Die Lösung vieler Probleme liegt in einer konsequenten Einbindung des Patienten in die vom Arzt verordnete und vom Apotheker begleitete Arzneimitteltherapie."

Ein Beispiel ist das ABDA-KBV-Modell der ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), das in Sachsen und Thüringen stufenweise umgesetzt wird. Eines der häufigsten Probleme in der Arzneimitteltherapie ist nämlich die fehlende Therapietreue (Compliance) der Patienten. Das Medikationsmanagement richtet sich deshalb an chronisch kranke Patienten, die mehrere Arzneimittel dauerhaft einnehmen. Je ein Arzt und ein Apotheker übernehmen für ein Jahr lang gemeinsam die Betreuung. Der Patient erhält dabei einen vollständigen Medikationsplan, der ihm genau anzeigt, welches Arzneimittel er in welcher Dosierung wann und wie lange einnehmen soll. Arzneimittelrisiken lassen sich so besser vermeiden.

Pressemitteilung ABDA
Christian Splett, Pressereferent, Tel.: 030 40004-137, eMail: c.splett@abda.aponet.de
12.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
Stichwörter:
Zurück