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  • Thomas Schönemann

Palliativversorgung

Bayerns Gesundheitsministerin: Altersmedizin ist zentrale Zukunftsaufgabe

Staatsministerin Melanie Huml. © Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Staatsministerin Melanie Huml. © Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml wirbt für einen Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung für hochbetagte Menschen in Deutschland. Huml betonte anlässlich des 9. Bayerischen Geriatrietages in Ingolstadt: "Mein Ziel ist es, die Lebensqualität von Menschen an ihrem Lebensende zu verbessern und eine humane Kultur der Sterbebegleitung zu ermöglichen. Es ist eine ethische Verpflichtung, die Menschenwürde bis zum letzten Atemzug zu bewahren."

Huml verwies darauf, dass die Zahl der hochbetagten Menschen zunimmt. Sie fügte hinzu: "Die Lebenserwartung in Bayern hat sich seit dem Ende des 19. Jahrhunderts verdoppelt und wird weiter zunehmen. Viele der heute Geborenen werden ein Alter von 80 Jahren und mehr erreichen können." Diese Entwicklung eröffne neue Chancen.

Huml betonte: "Denn die Lebens- und Berufserfahrung vieler Jahrzehnte birgt enorme Schätze für unsere ganze Gesellschaft. Aber auch die Herausforderungen wachsen. Je älter der Einzelne wird, desto leichter kann seine Gesundheit aus dem Gleichgewicht geraten. Und trotz enormer medizinischer Fortschritte gibt es Patienten, bei denen keine Chance auf Heilung besteht."

Gerade die aktuelle Diskussion über das Thema Sterbehilfe zeige, wie wichtig es sei, sich mit den Ängsten der Menschen vor dem Sterben auseinanderzusetzen. Die Ministerin bekräftigte: "Alte und schwerstkranke Menschen dürfen nicht das Gefühl haben, sie fallen der Gesellschaft zur Last. Deshalb setzt sich die Bayerische Staatsregierung seit langem für die Umsetzung der Hospizidee und eine humane Kultur der Sterbebegleitung ein."

Zu den vernetzten Versorgungsangeboten in Bayern gehört das bundesweit einzige Fachprogramm zur Palliativversorgung an Krankenhäusern. Derzeit gibt es an 94 Krankenhäusern in Bayern palliativmedizinische Versorgungsangebote. Sie ermöglichen eine körperliche, psychische, spirituelle und soziale Begleitung in der letzten Lebensphase. Ferner gibt es gegenwärtig 16 stationäre Hospize mit insgesamt 162 Betten. Weitere stationäre Hospize werden folgen.

Huml unterstrich: "Die demografische Entwicklung zeigt, dass die Altersmedizin eine der zentralen Zukunftsaufgaben ist. Deswegen haben wir mit unserem Geriatriekonzept in Bayern schon im Jahr 1990 die Weichen für eine entsprechende Versorgung älterer Menschen gestellt. Nach dem Grundsatz 'Rehabilitation vor Pflege' liegt ein Schwerpunkt der geriatrischen Versorgung auf der Rehabilitation. Nach einem Krankenhausaufenthalt sollen die Patienten durch gezieltes Training so schnell wie möglich wieder in die Lage versetzt werden, zu Hause ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Mittlerweile verfügt Bayern über ein dichtes Netz von über 60 stationären geriatrischen Rehabilitations-Einrichtungen."

Seit 2009 werden darüber hinaus akutgeriatrische Versorgungsangebote in Krankenhäusern aufgebaut. Derzeit gibt es in Bayern 65 Akutgeriatrien. Huml betonte: "Diese differenzierten Behandlungsmöglichkeiten unterscheiden uns deutlich von anderen Ländern, die eine stationäre geriatrische Versorgung zum Teil nur in Krankenhäusern vorhalten."

Die Ministerin lehnte zugleich eine organisierte Beihilfe zur Selbsttötung entschieden ab. Sie unterstrich: "Die Lösung besteht nicht darin, menschliches Leben vorzeitig zu beenden. Sondern darin, die Ängste und Sorgen der Betroffenen ernst zu nehmen. Das Motto muss heißen: An der Hand, nicht durch die Hand eines anderen Menschen sterben zu dürfen."

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Pressesprecher Jörg Säuberlich, Tel.: 089 / 9214 - 2499, Fax: 089 / 9214 - 2155, eMail: pressestelle@stmgp.bayern.de
19.11.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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