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  • Thomas Schönemann

Medizinische Behandlungspflege

bpa fordert Gleichbehandlung der Heimbewohner bei der Übernahme der Kosten

Heimbewohner finanziell entlasten. © Foto: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
Heimbewohner finanziell entlasten. © Foto: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Versicherte zahlen regelmäßig ihre Krankenkassenbeiträge und erhalten damit die Sicherheit, im Krankheitsfall auf eine gute Versorgung vertrauen zu dürfen. Die Kosten dafür übernehmen die Krankenkassen. Wenn es um die Pflicht zur Zahlung des Beitrags geht, gilt das auch für Heimbewohner. Allerdings gibt es einen wichtigen und für die betroffenen Versicherten teuren Unterschied bei der Übernahme der Kosten der medizinischen Behandlungspflege - hierzu gehören unter anderem Verbandswechsel, Blutdruckmessen oder das An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen.

Hier zahlt die Krankenversicherung für ihre Mitglieder, aber bisher nicht für die Heimbewohner. "Die Heimbewohner werden systematisch benachteiligt. Sie entrichten die Beiträge zur Krankenversicherung, müssen aber die Kosten der medizinischen Behandlungspflege zusätzlich aus der eigenen Tasche zahlen. Für Heimbewohner ist das eine teure Ungleichbehandlung, für die sie Monat für Monat im Gegensatz zu allen anderen Mitgliedern der Krankenversicherung mit ihrem eigenem Geld einstehen müssen. Die Heimkosten werden zum Nachteil der Bewohner, der Angehörigen und der Sozialhilfe unnötig belastet. Die Krankenkassen dürfen nicht länger die Profiteure dieser überholten Regelung bleiben", so Herbert Mauel, Geschäftsführer des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa).

Der bpa hat mehrfach in Stellungnahmen und bei Anhörungen auf die Auswirkungen der Ungleichbehandlung hingewiesen. Die Bewohner der Pflegeheime werden finanziell belastet, während die Krankenkasse in der häuslichen Versorgung die Kosten selbstverständlich komplett übernimmt. Bereits heute ist jeder dritte Heimbewohner auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen. Der bpa fordert eine rasche Entlastung durch die Gleichbehandlung aller Versicherten.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) bildet mit mehr als 8.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 260.000 Arbeitsplätze und circa 20.000 Ausbildungsplätze. Das investierte Kapital liegt bei etwa 20,6 Milliarden Euro.

Pressemitteilung Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)
Herbert Mauel / Bernd Tews, Geschäftsführer, Tel.: 030 / 30878860
08.07.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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