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  • Thomas Schönemann

BVNF e.V.

BVNF kritisiert harten Kurs Gröhes

Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe. © Foto: Bundesregierung / Steffen Kugler
Bundesgesundheitsministers Hermann Gröhe. © Foto: Bundesregierung / Steffen Kugler

In einem Interview mit der Bildzeitung kündigt der Bundesgesundheitsminister an, notfalls gesetzliche Maßnahmen zur Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte ergreifen zu wollen. Der Bundesverband niedergelassener Fachärzte (BVNF) kritisiert in einem offenen Brief an den Minister, dass mit der zwangsweisen Umsetzung der Gesundheitskarte und einer zentralen Telematikinfrastruktur das Patientengeheimnis als Bestandteil der vertrauensvollen Behandlung der Patienten gefährdet wird.

Die immer wieder vorgeschobenen Vorteile des Notfalldatensatzes seien eher patientengefährdend und juristisch unsicher für die behandelnden Ärzte. Allein die wirtschaftlichen Interessen der Krankenkassen mit einer Auslagerung der Kassenbürokratie in die Arztpraxen durch den Versichertenstammdatenabgleich hätten das Projekt ins Abseits gebracht. Der Verband verlangt, dass das Projekt auf den Prüfstand gestellt wird, um weitere Geldverschwendung zu vermeiden. Weiterhin solle eine Entflechtung von sensiblen medizinischen Daten in ärztlicher Hand von den Abrechnungsdaten der Krankenkassen erfolgen. Man müsse auch überlegen, ob man den Stammdatenabgleich und die weiteren sog. Mehrwertanwendungen nicht für Patienten und Ärzte freiwillig gestaltet, um das Projekt nicht endgültig in den Sand zu setzen.

Offener Brief des Bundesverbandes niedergelassener Fachärzte an den Bundesgesundheitsminister.

Pressemitteilung BVNF e.V.
Dr. K. Ebertseder, BVNF e.V., Tel.: 0175-1709288, eMail: pressestelle@bvnf.de
26.06.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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