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  • Thomas Schönemann

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Erkrankungen der Verdauungsorgane sind Volkskrankheiten

Professor Lerch überreicht Minister Gröhe das Konzept der DGVS zu einem nationalen Gesundheitszentrum für Gastroenterologische Gesundheit. © DGVS
Professor Lerch überreicht Minister Gröhe das Konzept der DGVS zu einem nationalen Gesundheitszentrum für Gastroenterologische Gesundheit. © DGVS

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nutzte einen Besuch am Universitätsklinikum Greifswald um mit dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Prof. Markus M. Lerch, aktuelle Fragen der Gastroenterologie zu diskutieren.

Die DGVS fordert einen nationalen Forschungsverbund zur Erforschung der Ursachen von gastroenterologischen Krankheiten, insbesondere von chronischen Entzündungen der Verdauungsorgane. Auf die Bedeutung eines solchen Verbundes für die Entwicklung neuer Behandlungsansätze und damit die Versorgung von Patienten wies der DGVS Präsident, Professor Dr. Markus Lerch, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe bei einem persönlichen Treffen am Rande einer Veranstaltung an der Universitätsmedizin Greifswald hin. Zwar sei die deutsche Hochschulmedizin international führend bei der Forschung zu den Erkrankungen von Leber, Darm und Pankreas, für die Verbesserung der Situation vieler Patienten bestehe aber noch erhebliches Potenzial und großer Forschungsbedarf. Wegen der großen Zahl an Betroffenen müsse man von Volkskrankheiten sprechen, immerhin würden pro Jahr fast 2 Millionen Menschen in deutschen Krankenhäusern wegen Erkrankungen der Verdauungsorgane behandelt.

Einig waren sich der Internist und Minister Gröhe in der Bedeutung der Früherkennung im Kampf gegen Darmkrebs. Ausdrücklich würdigte Professor Lerch den persönlichen Einsatz des Politikers im Projekt „1000 mutige Männer“, einer Initiative zur Darmkrebsvorsorge. Immerhin zählt Darmkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen überhaupt und liegt bei Frauen schon auf Platz zwei der Statistik. Trotz aller Fortschritte in der Therapie sterben noch jährlich 26.000 Patienten. Die von Minister Gröhe unterstützte Initiative weist insbesondere darauf hin, dass Darmkrebs eine der wenigen Krebsarten ist, die nicht nur früh erkannt, sondern sogar verhindert werden können. Schließlich können bei der zur Früherkennung durchgeführten endoskopischen Darmspiegelung Vorstufen des Darmkrebs, sogenannte Adenome oder Polypen, ohne Operation entfernt werden, bevor der Krebs überhaupt entsteht.

Da aber trotz Kostenübernahme durch die Krankenkassen immer noch zu Wenige freiwillig zur Darmkrebsvorsorge gehen, initiiert Minister Gröhe ein neues Programm, bei dem die Versicherten in Zukunft von den Krankenkassen persönlich eingeladen werden sollen. „Die Möglichkeiten der modernen Medizin zur Prophylaxe nutzen nichts, wenn die Bürger sie nicht in Anspruch nehmen. Deshalb wollen wir mit dem neuen Programm gleichzeitig informieren und zur Teilnahme motivieren“, so Gröhe zu dem Programm, das in Kürze vom gemeinsamen Bundesausschuss beraten wird.

Weitere Informationen:
http://www.dgvs.de/

Medizin - Kommunikation, Medizinkommunikation, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
Wolfgang Müller, M.A., Geschäftsführer / Pressesprecher, Tel.: 0211 / 312828, Fax: 0211 / 316819, eMail: w.mueller@awmf.org
20.08.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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