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  • Thomas Schönemann

Österr. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerbund

Erste Zahlen zur Brustkrebsvorsorge alarmierend

In Gedanken versunken. © Foto: Kurt Michel / pixelio.de
In Gedanken versunken. © Foto: Kurt Michel / pixelio.de

Das mit Beginn des Jahres österreichweit eingeführtes Brustkrebs-Vorsorgeprogramm bringt nicht das gewünschte Ergebnis, dass mehr Frauen zur Brustkrebs Vorsorgeuntersuchung gehen. Die gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern und der Österreichischer Ärztekammer sollte allen Frauen in regelmäßiger und strukturierter Form eine Früherkennungs-Mammografie bieten.

"Nach den nun bekannt gewordenen ersten Zahlen ist die Situation alarmierend. Es wurde ein starker Rückgang an Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchungen verzeichnet. Das neue System des Einladungsschreibens nehmen nur 5 bis 10 Prozent der Frauen an. Wir müssen die Frauen vor Brustkrebs warnen, um tragische Schicksale zu verhindern", so ÖAAB-Bundesobfrau Johanna Mikl-Leitner.

Dorothea Schittenhelm die Bundesleiterin der ÖVP Frauen hat bereits auf die alarmierenden Zahlen aufmerksam gemacht: "Die aktuellen Zahlen belegen, was wir bereits im Vorjahr befürchtet haben. Daher schlage ich wiederholt vor, das Brustkrebsfrüherkennungsprogramm auf das bestehende bewährte System aufzusetzen."

Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin erinnerte an die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen: "Vorsorge ist heutzutage fixer Bestandteil eines modernen Lebensstils bei dem man auf seinen Körper hört und auf seine Gesundheit achtet. Vorsorge ist auch für die Familie ein wichtiges Thema, da früh erkannte Krankheiten viel besser geheilt werden können."

Johanna Mikl-Leitner, Sophie Karmasin und Dorothea Schittenhelm appellieren nun gemeinsam an BM Stöger zur Evaluierung des neu eingeführten Systems. Wenn die Zahlen weiterhin so dramatisch zurückgehen, muss er Gegenmaßnahmen setzen. Wir fordern, dass bis Anfang Juli konkrete Zahlen der Brustkrebsvorsorge-Untersuchung vorliegen müssen. Wenn die Zahlen wie bisher so dramatisch niedrig sind, fordern wir mehr Flexibilität für die Krankenkassen, damit ein Dualsystem eingeführt werden kann, wie es zurzeit in Tirol bestehende Praxis ist. Dort können die Ärzte wie bisher Patientinnen zur Mammografie überweisen.

Das neu eingeführte System bringt auch Vorteile, braucht aber eine gewisse Vorlaufzeit um die vielen betroffenen Frauen nicht zu verunsichern und sie trotzdem eine Überweisung vom Hausarzt oder Gynäkologen bekommen können.

Die ÖVP Frauen bekräftigen den Weckruf nach einem dualen Vorsorgesystem. "Wir fordern ganz klar ein duales System, wo Frauen zum einen weiterhin durch die zentralen Einladungen zur Vorsorgeuntersuchung geladen werden und zum anderen durch den Arzt selbst.", so Abg. z. NR Dorothea Schittenhelm. So werden jene berücksichtig, die nicht sehr häufig den Arzt aufsuchen und gleichzeitig wird die Möglichkeit eines Gesprächs mit dem Arzt des Vertrauens wiederhergestellt. Des Weiteren fordert die Bundesleiterin der ÖVP Frauen: "Keine Diskriminierung gegenüber Frauen bestimmter Altersgruppen!" Es ist wichtig, dass jede Frau, gleich welchen Alters, die Wahl hat, an einer Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen.

Pressemitteilung ÖAAB
ÖAAB-Generalsekretariat, Mag. Anna Beran, Tel.: +43 (1) 40 141 355, eMail: presse@oeaab.com
02.04.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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