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  • Thomas Schönemann

NRW-Ministerin Steffens

Höchststand bei Zahl der Pflege-Beschäftigten, aber auch deutlich mehr Pflegebedürftige

Ministerin Barbara Steffens, MGEPA, Nordrhein-Westfalen. © MGEPA NRW / Foto: Ralph Sondermann
Ministerin Barbara Steffens, MGEPA, Nordrhein-Westfalen. © MGEPA NRW / Foto: Ralph Sondermann

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit: Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Nordrhein-Westfalen ist in zehn Jahren um 15 Prozent gestiegen und wird sich bis 2050 fast verdoppeln. Die überwiegende Mehrheit dieser Personengruppe (71 Prozent) wird zuhause gepflegt – Tendenz steigend. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Pflegebereich (ambulante Dienste, Pflegeheime, Krankenhäuser) hat mit einem Zuwachs von 20 Prozent den höchsten Stand seit zehn Jahren in Nordrhein-Westfalen erreicht.

Diese Zahlen gehen aus der über 300 Seiten starken Dokumentation „Landesberichterstattung Gesundheitsberufe Nordrhein-Westfalen 2013“ hervor, die jetzt online und zum Herunterladen auf der Internetseite des Gesundheitsministeriums (www.mgepa.nrw.de) zur Verfügung steht.

„Die umfangreichen Zahlen, Daten und Fakten rund um die Pflege sollen Einrichtungen und Kommunen bei der bedarfsgerechten Weiterentwicklung einer hochwertigen Gesundheitsversorgung in Nordrhein-Westfalen unterstützen“, erklärte Ministerin Barbara Steffens anlässlich der Veröffentlichung der Dokumentation. „Besonders erfreulich ist, dass wir durch Einführung einer Umlagefinanzierung in der Altenpflegeausbildung innerhalb von nur 24 Monaten die Zahl der Auszubildenden um 45 Prozent steigern konnten. Es sind aber weitere gemeinsame Anstrengungen erforderlich, um langfristig in der Alten- und Krankenpflege eine stabile Versorgung mit ausreichend Fachkräften zu erreichen“, so Steffens weiter.

Neben einem vermehrten Fachkräftebedarf durch deutlich mehr pflegebedürftige Menschen – nach Prognosen steigt die Zahl bis 2030 weiter auf rund 700.000, bis 2050 auf knapp eine Million - kommen auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsfachberufe auch verstärkt neue Aufgaben hinzu, beispielsweise in der Beratung pflegender Angehöriger oder in der pflegerischen Versorgung von älteren Menschen mit Behinderungen. Auch die Versorgung zunehmend älterer Menschen im Krankenhaus stellt die Pflegekräfte dort vor neue Herausforderungen, etwa im Umgang mit Menschen, die von Demenz betroffen sind.

Ministerin Steffens: „Wir brauchen eine qualitativ hochwertige Pflege und gut ausgebildete Fachkräfte, die engagiert und mit kritischem Blick in ihrem Beruf arbeiten. Sei es in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder im ambulanten Bereich. Denn keine Apparate, keine Medikamente und keine noch so intelligenten IT-Lösungen können die menschliche Zuwendung ersetzen. Deswegen werden wir in unseren Bemühungen um mehr Auszubildende ebenso wenig nachlassen wie in unserem Einsatz für bessere Arbeitsbedingungen und feste Personalschlüssel in der Altenpflege wie im Krankenhaus.“

Bundesweit führend ist Nordrhein-Westfalen bei der Weiterentwicklung der Gesundheits- und Pflegeberufe durch Akademisierung. Sieben Hochschulen (Aachen, Bielefeld, Bochum, Düsseldorf, Münster, Rheine und der Verbund Köln/Aachen/Münster/Paderborn) bieten insgesamt elf verschiedene Modellstudiengänge an.

Einige Kennzahlen aus der Dokumentation:

  1. Rund 548.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen sind pflegebedürftig (Pflegestufen 1, 2, oder 3)
  2. Die meisten Pflegebedürftigen leben in Köln (rund 25.000) und im Kreis Recklinghausen (rund 24.000), während in Bottrop (rund 4.500), im Kreis Olpe (rund 4.150) und in Remscheid (rund 3.700) die Anzahl vergleichsweise gering ist.
  3. Rund 390.000 Pflegebedürftige (71 Prozent) werden zuhause gepflegt, zwei Drittel davon ausschließlich durch Angehörige, das andere Drittel mit Unterstützung der landesweit 2.309 ambulanten Pflegedienste.
  4. Rund 160.000 Pflegebedürftige (29 Prozent) leben in insgesamt 2325 Pflegeheimen.
  5. Rund 190.000 Personen arbeiten sozialversicherungspflichtig beschäftigt im Pflegebereich (ambulante Dienste, Pflegeheime, Krankenhäuser) in Nordrhein-Westfalen – ein Plus von 20 Prozent in zehn Jahren.

Hinweise:
Die meisten Kennzahlen sind Stand 31. Dezember 2011, zeigen aber aufgrund eines 10-Jahres-Vergleichs eine kontinuierliche Entwicklung auf und bilden daher eine geeignete Planungsgrundlage. Direkter Link zur Dokumentation: https://broschueren.nordrheinwestfalendirekt.de/broschuerenservice/mgepa/landesberichterstattung-gesundheitsberufe-nordrhein-westfalen-2013/1812

Pressemitteilung Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW
Christoph Meinerz, Leiter des Referates "Presse, Öffentlichkeitsarbeit, Kommunikation"/Pressesprecher, Tel.: 0211 / 8618-4246, eMail: christoph.meinerz@mgepa.nrw.de
03.09.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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