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Bayern

Huml fordert bessere Finanzierung von Kinderhospizen

Staatsministerin Melanie Huml. © Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Staatsministerin Melanie Huml. © Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml fordert eine bessere Finanzierung von stationären Kinderhospizen. Huml betonte am Dienstag anlässlich des bundesweiten Tages der Kinderhospizarbeit am 10. Februar: "Die Krankenkassen sollten künftig 100 Prozent der zuschussfähigen Kosten für stationäre Hospize übernehmen. Dafür setze ich mich auch bei Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ein."

Die Ministerin fügte hinzu: "Als Ärztin und Mutter liegt mir die Versorgung von schwerstkranken und sterbenden Kindern und Jugendlichen sehr am Herzen. Sie brauchen eine ganz besonders fachkundige und einfühlsame Unterstützung. Leider ist die Finanzierung der stationären Kinderhospize derzeit nicht angemessen."

Aktuell tragen die Krankenkassen bei Hospizen für Erwachsene 90 Prozent der zuschussfähigen Kosten und bei Kinderhospizen 95 Prozent. Huml erläuterte: "Die tatsächlichen Kosten übersteigen häufig die Zuschüsse der Krankenkassen und müssen durch Spendengelder gedeckt werden. Um diese Schere künftig zu verkleinern, ist es notwendig, dass die zuschussfähigen Kosten konkretisiert werden und die Krankenkassen den stationären Hospizen höhere Zuschüsse gewähren."

In Bayern gibt es rund 2.700 unheilbar kranke Kinder und Jugendliche. Jährlich sterben rund 600 bis 700 von ihnen. Huml unterstrich: "Kinderhospizarbeit ist für mich eine der sensibelsten Aufgaben überhaupt. Sie ist eine enorme Herausforderung - und die unzähligen ehrenamtlichen Hospizhelfer leisten Großartiges. Denn neben dem sterbenden Kind müssen sie auch die Eltern und die Geschwister in dieser schweren Situation unterstützen. Deshalb setzt sich Bayern auch künftig für den nachhaltigen Ausbau der Hospiz-Versorgung für schwerstkranke Kinder und Jugendliche ein. So fördern wir verstärkt die Ausbildung von Kinderhospizhelfern sowie Familienhelfern bei den Hospizdiensten."

Derzeit gibt es knapp zehn ambulante Kinderhospizdienste in Bayern. Zudem arbeiten bei zahlreichen Hospizdiensten speziell geschulte Kinderhospizhelfer und Familienbegleiter. Im Freistaat Bayern gibt es darüber hinaus auch ein stationäres Kinderhospiz in Bad Grönenbach im Allgäu. Das Bayerische Gesundheitsministerium investiert in diesem Jahr 350.000 Euro in die ehrenamtliche Hospizarbeit.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Pressesprecher Jörg Säuberlich, Tel.: 089 / 9214 - 2499, Fax: 089 / 9214 - 2155, eMail: pressestelle@stmgp.bayern.de
10.02.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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