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  • Thomas Schönemann

Bayern

Huml kritisiert neue Sterbehilfe-Pläne in den Niederlanden

Staatsministerin Melanie Huml. © Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Staatsministerin Melanie Huml. © Foto: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Huml bekräftigte: "Das Sterben sollte stärker als Teil des Lebens betrachtet werden – als ein Vorgang, der weder künstlich verlängert noch verkürzt werden soll. Deshalb werde ich mich auch künftig gegen aktive Sterbehilfe einsetzen – und auch gegen organisierte Beihilfe zur Selbsttötung."

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml kritisiert in scharfer Form die neuen Sterbehilfe-Pläne der niederländischen Regierung. Huml betonte am Sonntag: "Bei dem Vorstoß, lebensmüden alten Menschen Sterbehilfe zu ermöglichen, handelt es sich um einen gefährlichen Irrweg. Denn dadurch könnten sich alte Menschen unter Druck gesetzt fühlen. Ihnen darf nicht indirekt das Gefühl vermittelt werden, dass sie der Gesellschaft zur Last fallen."

Huml bekräftigte: "Das Sterben sollte stärker als Teil des Lebens betrachtet werden – als ein Vorgang, der weder künstlich verlängert noch verkürzt werden soll. Deshalb werde ich mich auch künftig gegen aktive Sterbehilfe einsetzen – und auch gegen organisierte Beihilfe zur Selbsttötung."

Die Ministerin fügte hinzu: "Der Wunsch nach Sterbehilfe ist oft ein Hilferuf der Betroffenen. Ihnen muss in dieser Situation gezeigt werden, dass sie nicht allein gelassen werden. Es ist wichtig, allen Menschen ein Leben in Würde bis zuletzt zu möglichen. Das gilt auch für Schwerstkranke. Deshalb bauen wir in Bayern die Palliativ- und Hospizversorgung weiter aus."

In Bayern gibt es derzeit insgesamt an 99 Krankenhäusern stationäre palliativmedizinische Versorgungsstrukturen. 49 Krankenhäuser verfügen über eine Palliativstation, 7 Krankenhäuser haben sowohl eine Palliativstation als auch einen palliativmedizinischen Dienst. An 50 Krankenhäusern ist ausschließlich ein palliativmedizinischer Dienst tätig.

Im Freistaat sind ferner insgesamt 40 Teams der Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) für Erwachsene tätig – davon 21 im ländlichen Raum sowie 5 Teams speziell für Kinder- und Jugendliche. In diesem Jahr stellt der Freistaat wieder insgesamt 100.000 Euro für die Anschubfinanzierung von SAPV-Teams zur Verfügung.

Der Freistaat unterstützt zudem den Ausbau stationärer Hospize mit bis zu 10.000 Euro pro Hospizplatz. Im stationären Bereich verfügt Bayern derzeit über 18 Hospize mit 186 Plätzen sowie ein stationäres Kinderhospiz im schwäbischen Bad Grönenbach.

Pressemitteilung Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege
Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, Pressesprecher Jörg Säuberlich, Tel.: 089 / 9214 - 2499, Fax: 089 / 9214 - 2155, eMail: pressestelle@stmgp.bayern.de
16.10.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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