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Österreich

ÖVP Frauen starten Petition für Brustkrebs-Vorsorgeprogramm

Tracy in den Blue Mountains. © Foto: Martin / pixelio.de
Tracy in den Blue Mountains. © Foto: Martin / pixelio.de

"Wir begrüßen die Verbesserungen, die durch das neue Screening gelungen sind, wie etwa die Doppelbefundung. Wir fordern jedoch zusätzlich, dass Frauen, egal welchen Alters, durch den Hausarzt oder Gynäkologen zur Mammographie überwiesen werden können, wie das vorher der Fall war", so die Bundesleiterin der ÖVP Frauen Abg.z.NR Bgm. Dorothea Schittenhelm.

Dazu starten die ÖVP Frauen heute eine Petition, die online unterzeichnet werden kann, mit besonderem Hauptaugenmerk auf zwei Forderungen:

Überweisung durch Hausärzte und Gynäkologen:

Frauen im Alter zwischen 45 und 69 Jahren erhalten alle 24 Monate einen Einladungsbrief, sofern sie diesen nicht telefonisch anfordern und die Untersuchung vorziehen. Gynäkologen oder Hausärzte können ihre Patientinnen nur mehr überweisen, wenn bereits Symptome oder erbliche Vorbelastungen vorliegen. Daher fordern die ÖVP Frauen, dass zusätzlich zum bestehenden Einladungssystem alle Frauen von ihrem Vertrauensarzt wieder eine Überweisung erhalten dürfen. "So werden all jene berücksichtigt, die nur unregelmäßig den Arzt aufsuchen und gleichzeitig wird die Möglichkeit des Gesprächs mit dem Arzt des Vertrauens wiederhergestellt", so Schittenhelm.

Mammographie für alle Frauen:

Zwar können Einladungen auch von 40- bis 44-Jährigen bzw. von 70- bis 74-Jährigen telefonisch beantragt werden, allerdings müssen auch Frauen außerhalb dieses Alterskreises uneingeschränkten Zugang zur Mammographie haben und eine Einladung per Telefon anfordern können.

Alarmierende Zahlen belegen schwache Akzeptanz

Die bisherige Akzeptanz des neuen Vorsorgeprogramms ist desaströs. Bis einschließlich 20. April 2014 wurden 322.988 Einladungen bundesweit versendet, wovon 32.668 Frauen die zentrale Einladung wahrgenommen haben. Dies entspricht einer Beteiligung von ca. zehn Prozent. Etwa ein Prozent der Frauen fühlten sich angesprochen, die noch nie bei einer Mammographie waren. Daher fordert Dr. Leopold Schmidt, Facharzt für Radiologie: "Die Einführung des dualen Einladungssystems mit sofortiger Wirkung!"

Situation in Oberösterreich

Die oberösterreichische Landesleiterin Abg.z.NR GR Claudia Durchschlag wies darauf hin, dass alleine in den ersten zwei Monaten bei 20 Frauen, die sich außerhalb des Screenings untersuchen ließen, ein Frühkarzinom festgestellt wurde, obwohl ihre Symptome nicht der Indikationsliste entsprachen. "Den größten Mangel des Programms sehe ich darin, dass die Ebene des menschlichen Miteinanders ausgelassen wird. Eine Kombination aus Einladungssystem und das Bestehenbleiben der Überweisung durch den Gynäkologen, die Gynäkologin wäre die beste Vorsorge für Frauen", so Durchschlag.

"Es ist uns auch wichtig, dass Frauen selbst entscheiden können, wann sie welche Untersuchung machen wollen und sie nicht auf eine Einladung warten müssen um sich einer entsprechender Vorsorgeuntersuchung unterziehen zu können. Dieses System hindert und behindert Frauen beim Zugang zur Brustkrebsvorsorge", so die Bundesleiterin der ÖVP Frauen abschließend.

Link zur Petition: http://citizengo.org/de/6870-petition-fuer-brustkrebs- vorsorgeprogramm?tc=gm

Pressemitteilung ÖVP Bundesparteileitung
ÖVP Bundespartei, Abteilung Presse und Medien, Tel.: (01) 401 26-620
05.05.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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