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AOK Rheinland/Hamburg

Onkologie-Report 2013: Krebskranke am besten in spezialisierten Zentren behandeln

Seniorin mit Blumengarten. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Seniorin mit Blumengarten. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Krebserkrankungen sind trotz sinkender Sterblichkeitsraten die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In ihrem Onkologie-Report 2013, der auf einer breiten Auswertung von Fallzahlen beruht, macht die AOK Rheinland/Hamburg jetzt Vorschläge für eine bessere Versorgung der Erkrankten.

„Krebserkrankungen müssen in dafür spezialisierten und zertifizierten Zentren behandelt werden“, fordert Günter Wältermann, Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg. „Derzeit ist der Anteil der in zertifizierten Zentren behandelten Patienten bei vielen Krebserkrankungen noch viel zu niedrig. Dort können sie am besten und am erfolgreichsten behandelt werden.“ Matthias Mohrmann, Mitglied des Vorstandes der AOK Rheinland/Hamburg, sagt: „Diese Zertifizierung der Zentren muss einheitlichen Standards folgen.“ Dafür sei z. B. das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) geeignet.

Wie wichtig der Aufbau leistungsfähiger und umfassender Versorgungsstrukturen für die Patientinnen und Patienten ist, veranschaulicht exemplarisch die Entwicklung der Behandlung in Brustzentren in Nordrhein-Westfalen. Dort wurde vor zehn Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung in Nordrhein der deutschlandweit erste Vertrag für ein nach den gesetzlichen Vorgaben zertifiziertes Disease-Management-Programm (DMP) für die Versorgung bei Brustkrebs geschlossen.

Der Onkologie-Report der AOK Rheinland/Hamburg zeigt auf, dass mittlerweile knapp 81 Prozent der AOK-versicherten Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind, im Jahr 2011 in zertifizierten Brustzentren behandelt wurden. Brustzentren bieten die besten Voraussetzungen für hohe Kompetenz, große Erfahrung bei Operationen sowie ein aktuelles Wissen bei der medikamentösen Behandlung, die neben der Operation immer bedeutender wird. „Die Versorgung in Brustzentren führt dazu, dass die Brustkrebssterblichkeit gesenkt werden kann“, erklärt Prof. Dr. Ulrike Nitz, Chefärztin des Brustzentrums Niederrhein aus Mönchengladbach.

Während zertifizierte Zentren bei Versorgung von Brustkrebspatientinnen heute eine große Rolle spielen, besteht bei anderen Krebserkrankungen weiter Handlungsbedarf. So wurde 2011 nur jede dritte Patientin und jeder dritte Patient mit Darmkrebs in einem Zentrum behandelt, bei den Lungenkrebserkrankten fand sogar nur eine von fünf Behandlungen in einem spezialisierten und zertifizierten Zentrum statt. Aber auch die Brustzentren sollten ihre Fähigkeiten und ihr Aufgabenspektrum weiterentwickeln, so Prof. Dr. Nitz: „Insbesondere muss bei Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom die Versorgungsqualität weiter angehoben werden.“

„Ein Eckpfeiler in der Behandlung onkologischer Patientinnen und Patienten ist auch die psychoonkologische Betreuung“, sagt Prof. Dr. Ulrike Nitz. „Sie muss noch breiter angeboten werden. Eine Krebserkrankung ist eine besondere psychische Belastung für die Erkrankten ebenso wie für Angehörige und Freunde.“

Der AOK-Report untersucht auch Krebserkrankungen im Berufsleben. Am häufigsten betrifft dies Frauen mit Brustkrebs, die oft in vergleichsweise jungem Alter erkranken. „Krebserkrankungen im Berufsleben stellen neue Anforderungen an die Rehabilitation“, so Günter Wältermann. Derzeit gehen an Krebs erkrankte Beschäftigte nach einer Rehabilitation zehnmal häufiger in Rente als Beschäftigte mit anderen Erkrankungen.

Der Onkologie-Report weist nach, dass knapp die Hälfte der AOK-Versicherten, die dem Krebs zum Opfer fallen, im Krankenhaus sterben. Hospize sind zu sieben Prozent der Sterbeort, obwohl diese spezialisierten Häuser vor allem Patientinnen und Patienten mit onkologischen Diagnosen betreuen. „Die Hospizkultur und die Palliativversorgung müssen angesichts dieser Zahlen stärker in der Regelversorgung verankert werden“, fordert Günter Wältermann.

Für die AOK Rheinland/Hamburg ist die Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennungsuntersuchungen unerlässlich. Es zahlt sich aus, über den Erfolg von Früherkennung nüchtern und sachbezogen zu informieren. So hat auch die direkte Ansprache für Darmkrebsfrüherkennung der AOK Rheinland/Hamburg seit 2008 dazu geführt, dass dann Männer wie Frauen gleichermaßen verstärkt die Vorsorge nutzen.

Weitere Informationen:
Zum Download des Onkologie-Reports 2013

Pressemitteilung der AOK Rheinland/Hamburg
AOK Rheinland/Hamburg, Die Gesundheitskasse, Stabsstelle Presse, André Schall, Tel.: 0211 / 8791-1539, Fax: 0211 / 8791-1232, eMail: andre.schall@rh.aok.de
05.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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