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Gesundheitsvorsorge

Paternalismus und Gerechtigkeit in der Gesundheitsvorsorge

Justitia. © Foto: Karl-Heinz Laube / Pixelio.de
Justitia. © Foto: Karl-Heinz Laube / Pixelio.de

Mit Paternalismus und Gerechtigkeit in der Gesundheitsvorsorge beschäftigen sich vom 17. bis 19. Oktober internationale Expertinnen und Experten am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld. Die Tagung bildet den Auftakt zur neuen ZiF-Forschungsgruppe, die sich mit Fragen rund um eine gerechte Public-Health-Politik (Bevölkerungsgesundheitspolitik) befasst.

Die Phänomene sind bekannt: Der gebildete Gutverdiener ist gesünder und lebt länger als der ungebildete Arme – und das liegt nicht nur am besseren Zugang zum Gesundheitswesen. Ein gesunder Lebensstil trägt maßgeblich dazu bei, den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern und die Lebenserwartung zu verlängern. Wie weit darf der Staat gehen, um seine Bürger zu einer solchen gesunden Lebensführung anzuhalten? 

Wo endet nötige und gerechtfertigte Fürsorge und wo beginnt die Gängelei der Bürger? Was bedeuten Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit im modernen Wohlfahrtsstaat? Diese Fragen stellen sich auf der Tagung „Challenges for Public Health: Paternalism and Health Inequalities“ (Herausforderungen für die öffentliche Gesundheitsvorsorge: Paternalismus und die ungleiche Verteilung von Gesundheit und Lebenserwartung) nicht nur Mediziner und Public Health-Experten, sondern auch Juristen und Philosophen. Denn eine juristische Analyse der Ergebnisse der Public Health-Forschung fehlt in Deutschland bislang ebenso wie ihre philosophische Diskussion. „Uns freut besonders, dass es uns gelungen ist, für diese Tagung Forscher zu gewinnen, die die Gesundheitssysteme anderer Länder ebenso gut kennen wie das deutsche, denn in vielen Ländern ist die Diskussion schon weiter fortgeschritten als bei uns“, sagen die Veranstalter der Tagung, der Jurist Professor Dr. Stefan Huster (Ruhr-Universität Bochum) und der Philosoph Professor Dr. Thomas Schramme (Universität Hamburg).

Die Tagung ist die Auftaktveranstaltung der neuen, ebenfalls von Huster und Schramme geleiteten ZiF-Forschungsgruppe „Normative Aspects of Public Health“ (Normative Aspekte der öffentlichen Gesundheitsvorsorge), die im Oktober ihre Arbeit aufnimmt und sich für ein halbes Jahr am ZiF mit Fragen rund um eine gerechte Public Health-Politik befassen wird. „Wir betreten mit unserem Vorhaben Neuland und hoffen, eine intensive Diskussion dieses wichtigen Themas anzustoßen“, so die Leiter der Forschungsgruppe.

Die Tagungssprache ist Englisch.

Tagungszeiten
Donnerstag, 17. Oktober, 18 Uhr: öffentliche Podiumsdiskussion
Freitag, 18. Oktober, 9 Uhr bis 18 Uhr
Samstag, 19. Oktober, 9 Uhr bis 13 Uhr

Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/FG/2013Normative/index.html

Ingo Lohuis Pressestelle, Universität Bielefeld
Ulrike Scholderer, Universität Bielefeld, Zentrum für interdisziplinäre Forschung, Tel.: 0521 106-2776, eMail: ulrike.scholderer@uni-bielefeld.de
30.09.2013
22.06.2017, 11:21 | dre
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