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  • Thomas Schönemann

ersatzkasse magazin

Reformbaustelle Krankenhaus - stärker nach Qualität ausrichten

Berlin City. Blick auf das Regierungsviertel. © Foto: Kurt Hochrainer / pixelio.de
Berlin City. Blick auf das Regierungsviertel. © Foto: Kurt Hochrainer / pixelio.de

In den Koalitionsgesprächen war man sich einig: Der Krankenhausbereich – mit über 60 Milliarden Euro im Jahr der ausgabenintensivste Bereich innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) – muss weiterentwickelt werden. Im Interview fordert Prof. Dr. Gerd Glaeske darüber hinaus mehr Evidenz bei Arzneimitteln.

Herausforderungen wie die Mengenentwicklung, der Investitionsstau in den Bundesländern und die Justierung der Schnittstelle zwischen ambulanter und stationärer Versorgung machen eine Reform notwendig. Dabei gilt es, mehr Gewicht auf die Qualitätsorientierung zu legen und Kliniken auf Qualität zu verpflichten. So zeigt eine IGES-Studie im Auftrag des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek), dass hierzulande die Qualitätsmessung im Vergleich zu anderen Staaten zwar gut ist, aus diesen Daten jedoch keine entsprechenden Konsequenzen gezogen werden. Die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) sieht hier auch die neue Bundesregierung in der Pflicht. "Qualitätssicherung braucht verlässliche Finanzierungsstrukturen", betont Anita Tack, Gesundheitsministerin des Landes Brandenburg und Vorsitzende der GMK, gegenüber ersatzkasse magazin.

Mehr Qualität fordert Prof. Dr. Gerd Glaeske auch im Arzneimittelbereich. Im Interview mit ersatzkasse magazin. äußert der Arzneimittelexperte Kritik an der Koalitionsvereinbarung, auf den Bestandsmarktaufruf für patentgeschützte Arzneimittel zu verzichten. Man lasse sich hier die große Chance entgehen, Medikamente mit zum Teil noch langer Patentlaufzeit unter Kosten- und Qualitätsaspekten zu prüfen. "Tatsache ist, dass die pharmazeutischen Firmen die Evidenz ihrer Präparate nie vernünftig nachgewiesen haben." Es fehle im deutschen System an Anreizen für Qualität. Zugleich sollten die Krankenkassen ihre große Kraft für Veränderungen nutzen. Denn die GKV sei ein wichtiger Motor für Innovationen.

Außerdem lesen Sie unter anderem im ersatzkasse magazin.:

Geplante Abschaffung der pauschalen Zusatzbeiträge: Der zentralen Forderung der Ersatzkassen nach mehr Beitragsautonomie wurde nachgekommen.
Landtagswahlen in Bayern und Hessen: Viele Probleme und ambitionierte Ziele stehen auf der Agenda.
Geriatrie: Angesichts der demografischen Entwicklung sind neue Versorgungskonzepte erforderlich.
Informationen unter www.vdek.com/magazin.html

 

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist Interessenvertretung und Dienstleistungsunternehmen aller sechs Ersatzkassen, die zusammen mehr als 26 Millionen Menschen in Deutschland versichern:

- BARMER GEK
- Techniker Krankenkasse
- DAK-Gesundheit
- Kaufmännische Krankenkasse - KKH
- HEK – Hanseatische Krankenkasse
- hkk

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) ist die Nachfolgeorganisation des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen e. V. (VdAK), der am 20. Mai 1912 unter dem Namen "Verband kaufmännischer eingeschriebener Hilfskassen (Ersatzkassen)" in Eisenach gegründet wurde. In der vdek-Zentrale in Berlin sind rund 240 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

In den einzelnen Bundesländern sorgen 15 Landesvertretungen und eine Geschäftsstelle in Westfalen-Lippe mit insgesamt rund 300 sowie weiteren 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Pflegestützpunkten für die regionale Präsenz der Ersatzkassen.

Pressemeldung Verband der Ersatzkassen e.V.
www.vdek.com/magazin.html
Michaela Gottfried, vdek, Pressesprecherin und Abteilungsleiterin Kommunikation, Askanischer Platz 1, 10963 Berlin, Tel.: 030 / 26931 - 1200, Fax: 030 / 26931 - 2915, Mobil: 0173 / 2513133, eMail: michaela.gottfried@vde
17.12.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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