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  • Thomas Schönemann

Wir brauchen jetzt die Pflegeeinrichtungen

Staatssekretär Laumann wirbt für Projekt zur Reduzierung der Pflegedokumentation

Staatssekretär Karl-Josef Laumann. Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege. © Foto: www.karl-josef-laumann.de
Staatssekretär Karl-Josef Laumann. Beauftragter der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigter für Pflege. © Foto: www.karl-josef-laumann.de

Seit dem 4. Juli liegt der Beschluss der Selbstverwaltung vor, dass die Ergebnisse aus dem Projekt zur Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation mit den bestehenden Gesetzen, Verträgen und Qualitätsprüfungsinhalten zu vereinbaren sind. Das Projekt kann damit in die Umsetzungsphase gehen. Wie diese konkret ausgestaltet werden kann, erläuterte Karl-Josef Laumann, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, am 17. Juli im Rahmen eines vom Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) in Hannover organisierten Erfahrungsaustausches.

Erklärtes Ziel des Staatssekretärs ist es, in den kommenden zwei Jahren eine Beteiligungsquote von 25 Prozent aller Pflegeeinrichtungen zu erreichen. Damit dies gelingen kann, wird er spätestens ab Januar 2015 das Projektbüro in Berlin entsprechend ausstatten, das von Pflegeeinrichtungen konsultiert werden kann, wenn Fragen zur Umsetzung aufkommen. "Ich sehe eine Chance, dass wir die Umsetzung hinbekommen, denn alle ziehen an einem Strang", bewertete Laumann die Aussichten seines Vorhabens.

Dies bestätigten im folgenden Gespräch unter anderem die Vertreter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen Niedersachsens (MDKN): "Wir tun alles, um den Umsetzungsprozess zu beflügeln", bestätigte der Geschäftsführer des MDKN, Carsten Cohrs. Auch Jürgen Kirchberg, Referatsleiter Pflege im Niedersächsischen Sozialministerium, äußerte sich in diesem Sinne. "In der Hand haben es nun aber vor allem die Trägerverbände und diejenigen, die die Einrichtungen führen", appellierte Laumann an die Einrichtungen, sich mit dem Projekt zu befassen. Die Rolle der Trägerverbände sieht der Staatssekretär vor allem darin, den Einrichtungen ein Schulungsangebot zu unterbreiten. Das Ministerium wird diese dabei unterstützen. Die beteiligten Dienste und Einrichtungen sehen als Grundvoraussetzungen für den Erfolg der neuen Dokumentation die zeitnahe Bereitstellung der Umsetzungsstrukturen durch den Bund und die Gewährleistung der Steuerung in den Ländern.

Der Vorsitzende der bpa-Landesgruppe Niedersachsen, Karsten Neumann, sicherte der Projektumsetzung ebenfalls seine volle Unterstützung zu. "Wir haben uns dieses Ergebnis immer gewünscht und stehen als Unternehmer voll hinter diesem Projekt. Wir werden es sowohl aus Gründen der Wirtschaftlichkeit als auch im Sinne unserer Patienten und Pflegekräfte, die beide davon profitieren, auf jeden Fall weiterverfolgen", so Neumann.

Henning Steinhoff, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle in Hannover, wies abschließend auf einen Nebeneffekt der Reform hin: "Der bpa in Niedersachsen hat über Informationsveranstaltungen bisher rund 1.000 Interessierte erreicht. Die Motivation aller Beteiligten ist sehr hoch. Wir haben hier eine neue Qualität erreicht, die auch das Ansehen und damit die Zukunft des Pflegeberufes positiv beeinflussen wird. Dafür müssen jetzt zügig die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden", so Steinhoff.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen, davon über 1.000 in Niedersachsen, die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-) stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und circa 18.900 Ausbildungsplätze.

Pressemitteilung bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Henning Steinhoff, Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle Niedersachsen, Tel.: 0511 / 12 35 13 40 oder 0162 / 13 21 678
18.07.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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