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  • Thomas Schönemann

Bundesverband Privater Anbieter Sozialer Dienste e.V.

Umfrage des Ministeriums zur Pflegekammer nicht repräsentativ

Leeres Krankenzimmer. © Foto: by-sassi / pixelio.de
Leeres Krankenzimmer. © Foto: by-sassi / pixelio.de

Bei der Befragung unter schleswig-holsteinischen Pflegefachkräften im Auftrag des Ministeriums sind offenbar erhebliche Fehler passiert. Heute wurde bekannt, dass Rechte aus dem Betriebsverfassungsgesetz und Datenschutz nicht eingehalten wurden. So seien die Fragebögen teilweise nur in Einrichtungen und Krankenhäusern hinterlegt worden, statt persönliche Interviews durchzuführen.

Zudem stellt der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) infrage, ob die entscheidende Berufsgruppe, die Pflegefachkräfte, überhaupt in ausreichendem Maße befragt wird. Damit wachsen die Zweifel an der Repräsentativität der Studie.

"Wir hatten von Anfang an Zweifel an der ordnungsgemäßen Durchführung der vereinbarten Umfrage. Um zu verlässlichen Ergebnissen zu gelangen, haben wir unter unseren Mitgliedern eine eigene Befragung durchgeführt", so Mathias Steinbuck, Vorsitzender der Landesgruppe Schleswig-Holstein. Die bpa-Umfrage, die noch läuft, lieferte bereits in der ersten Auswertung eindeutige Ergebnisse: Bei über 200 Rückmeldungen sprachen sich nur vier Pflegefachkräfte für eine Kammer aus.

"Mit Interesse erwarten wir die Reaktion des Landes auf diese offensichtliche Panne", erklärt Steinbuck, der im Namen des Verbandes fordert, sich dem klaren Votum der Befragten zu beugen und von der Einrichtung einer Pflegekammer abzusehen.

Der bpa spricht sich gegen die Zwangsverkammerung aus, da eine Pflegekammer weder über die Arbeitsbedingungen noch über die Bezahlung, weder über die Personalschlüssel noch über die MDK-Prüfung mitentscheiden wird. Mit der künftigen Finanzierung der Pflege befasst sie sich auch nicht. "Im Gegenteil: Pflegekammern kosten, und dieses dringend benötigte Geld fehlt an anderer Stelle", so Steinbuck.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 8.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 450 in Schleswig-Holstein) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 245.000 Arbeitsplätze und ca. 18.900 Ausbildungsplätze.

Pressemitteilung des bpa
Katja Claus, Leiterin der Landesgeschäftsstelle des bpa, Tel.: 0431/66 94 70 60
30.08.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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