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Innovative Versorgungskonzepte

AGnES ausgezeichnet mit dem MSD-Gesundheitspreis

Die Gewinner des MSD-Gesundheitspreises 2013. © Foto: MSD/Angelika Bardehle
Die Gewinner des MSD-Gesundheitspreises 2013. © Foto: MSD/Angelika Bardehle

Das Delegationsprojekt AGnES des Instituts für Community Medicine wurde beim MSD-Gesundheitspreis 2013 (Schirmherrschaft: Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr) mit dem dritten Preis ausgezeichnet. Am 18. September hat Dr. Neeltje van den Berg den Preis stellvertretend für das AGnES-Team in München in Empfang genommen.

Der MSD-Gesundheitspreis wird vergeben an innovative Versorgungskonzepte, die unter medizinischen Alltagsbedingungen implementiert und unabhängig evaluiert wurden.

Die Abkürzung AGnES steht für arztentlastende, gemeindenahe, E-Health-gestützte, systemische Intervention. Das Konzept basiert auf der Delegation hausärztlicher Leistungen an speziell qualifizierte MitarbeiterInnen des Praxisteams (Pflegefachkräfte, medizinische Fachangestellte, ArzthelferInnen). Die AGnES-Fachkräfte dürfen in der Häuslichkeit der Patienten tätig werden – ohne Beisein des behandelnden Arztes. Die Hausärzte werden dadurch entlastet und können nachweislich mehr Patienten in ihren Praxen betreuen.

Durch eine Gesetzesänderung in §87 Absatz 2b SGB V im März 2008 wurde die Delegation hausärztlicher Tätigkeiten im Rahmen von Hausbesuchen, also außerhalb der Rufweite des Arztes, erstmals grundsätzlich erlaubt und das AGnES-Konzept in die Regelversorgung übernommen.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro soll für die Weiterentwicklung des AGnES-Konzeptes genutzt werden. Dr. Neeltje van den Berg: „In naher Zukunft werden flexible, arbeitsteilige Versorgungskonzepte in vielen Regionen Voraussetzung für die Sicherstellung der Versorgung sein. Dafür braucht es praxisnahe modulare Qualifizierungsmodelle, die flexibel an das jeweilige Aufgabenspektrum angepasst werden können. Wir haben dazu ein dreistufiges Qualifizierungsmodell entwickelt, dass die Primärqualifikation, z.B. Pflegefachkraft, Arzthelferin, Medizinische Fachangestellte, ebenso wie den individuellen Qualifizierungs- und Erfahrungsstand der Fachkräfte berücksichtigt. Im nächsten Schritt soll dieses Modell in einer Modellregion implementiert und evaluiert werden.“

Zum Titelbild:
Die Gewinner des MSD-Gesundheitspreises 2013
Vorne: (von links nach rechts): Sophie Schwab (2. Preis für „stattkrankenhaus“), Dr. Neeltje van den Berg (3. Preis für AGnES), Lysann Kasprick (Patientensonderpreis für GeriVita Leipzig), Jens Zierz (1. Preis für Projekt Ärztenetz Südbrandenburg). Hinten: (von links nach rechts): Hans Scheuk (2. Preis für „stattkrankenhaus“), Markus Hinz (2. Preis für „stattkrankenhaus“), Prof. Dr. Steffen Ruchholtz (1. Preis für Projekt Traumanetzwerk DGU), Brigitte Pfeiff (2. Preis für ADAPTHERA), Hanspeter Quodt(MSD), Daniel Seeliger (2. Preis für „stattkrankenhaus“), Dr. Carsten Jäger (1. Preis für Ärztenetz Südbrandenburg), Dr. Jürgen Flohr (Patientensonderpreis für GeriVita, Leipzig).

Constanze Steinke, Pressearbeit, Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Abt. Versorgungsepidemiologie & Community Health, Leiter: Prof. Wolfgang Hoffmann, Ellernholzstraße 1-2, 17487 Greifswald, Tel.: 03834 86-77 71, eMail: E neeltje.vandenberg@uni-greifswald.de
20.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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