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  • Thomas Schönemann

Stiftung Prostatakrebsforschung

App berechnet in Kürze persönliche Prostatagesundheit

Startseite ProstateCheck-App. © Foto: Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz
Startseite ProstateCheck-App. © Foto: Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz

Die Angst vor Prostatakrebs ist gross und doch sehen viele Männer von einem Besuch beim Urologen ab. Dass bei der weitverbreiteten Tumorerkrankung gerade die Früherkennung lebensrettend sein kann, gerät gerne in Vergessenheit. Die neu entwickelte ProstateCheck-App der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz macht einerseits die Früherkennung rechtzeitiger und effizienter, andererseits verlängert sie Kontrollintervalle bis hin zu sieben Jahren.

Der Nutzen des Vorsorgewertes PSA wird drastisch verbessert. Eine Risikoanalyse wird innert Sekunden übermittelt. Die App ermöglicht nicht nur Fach- sondern auch Hausärzten und Privatpersonen eine verlässliche, rasche Analyse.

Frühzeitige Vorsorge dank ProstateCheck-App

Täglich wird bei 6'000 Männern weltweit, davon bei rund 15 Männern in der Schweiz, Prostatakrebs diagnostiziert. Häufig wird der Tumor in einem zu späten Stadium erkannt, was zur Folge hat, dass die Erfolgsquote der Behandlung drastisch sinkt. Um das Bewusstsein für Prostatakrebs bei Männern ab 45 Jahren zu stärken, lanciert die Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz die ProstateCheck-App. Der informierte Mann und seine Entscheidung stehen im Mittelpunkt. Die App für Android und iOS basiert auf der umfangreichsten und längsten Vorsorge-Studie im deutschsprachigen Raum und errechnet anhand individueller Daten des Nutzers, wie unter anderem dem prostataspezifischen Antigen (PSA), die Wahrscheinlichkeit von Prostatakrebs. Daraus leitet sie einerseits das persönliche Kontrollintervall bis zum nächsten Arztbesuch ab und führt den verdächtigen Befund andererseits frühzeitiger einer Abklärung zu.

«"Die ProstateCheck-App soll Männer frühzeitig an ihre Prostatakrebs-Vorsorge erinnern»", so Prof. Dr. Franz Recker, Vorstand der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz und Chefarzt der Klinik für Urologie am Kantonsspital Aarau. «Dabei ist zentral, dass man wegkommt von der Vorsorge für alle, hin zur Vorsorge für Risikogruppen.» Der von Recker und seinem Kollegen Dr. Maciej Kwiatkowski mitentwickelte ProstateCheck verhindert unnötige Abklärungen. Laut Recker weiss man, dass nicht jeder früh entdeckte Tumor behandelt, aber der therapiewürdige früh entdeckt werden muss. So treten bei 30 bis 40% der Männer im Laufe ihres Lebens Tumorzellen in der Prostata auf, welche keiner Behandlung bedürfen. Bei 4 bis 8 Prozent der Männer entwickelt sich im Laufe des Lebens jedoch ein bösartiger Tumor.

Persönliche Risikoanalyse und Empfehlung des Kontrollintervalls

Beim Gebrauch der ProstateCheck-App sind medizinische Daten erforderlich, die bei jeder ärztlichen Vorsorgeuntersuchung ermittelt werden. Neben zwingenden Angaben zum prostataspezifischen Antigen (PSA) und dem Alter des Nutzers erhöhen Angaben zur familiären Vorbelastung sowie zum Tastbefund und der Grösse der Prostata die Genauigkeit der ProstateCheck-Prognose noch zusätzlich. Anhand der genannten Angaben berechnen die eigens entwickelten Algorithmen einerseits die Wahrscheinlichkeit eines behandlungswürdigen Tumors in Prozent sowie die Wahrscheinlichkeit von Prostatakrebs in vier, acht und zwölf Jahren. Andererseits kann der persönliche Kontrollintervall auf bis zu 7 Jahre verlängert werden. Der daraus resultierende Rückgang an Prostatauntersuchungen bedeutet eine Effizienzsteigerung ärztlicher Vorsorge-Abläufe und damit eine starke Kostenreduktion für das Gesundheitssystem.

Da eine schnellere Analyse mit herkömmlichen Technologien bisher nicht möglich ist, profitieren besonders Labors, Haus- und Fachärzte vom ProstateCheck. Neben der Medizinalbranche dient die App männlichen Privatpersonen ab 45 Jahren zur medizinischen Vorsorge.

Verlässliche Daten aus der grössten Vorsorge-Studie

Die Hochrechnungen der ProstateCheck-App beruhen auf Daten der Schweizer Prostatakrebs-Vorsorge-Untersuchung, die Teil der European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer ist und von der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz unterstützt wurde. In einem Beobachtungszeitraum von 14 Jahren haben im Rahmen der wissenschaftlichen Studie über 10’000 Teilnehmer im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Die in den Risikokalkulatoren eingebauten, multiplen Parameter erlauben eine effizientere und rechtzeitigere Vorsorge, als die bisher eingesetzten, alleinigen PSA basierten Entscheidungen.

Die App zum Testen

Die ProstateCheck-App ist kostenpflichtig und steht ab zwei Euro in den App Stores von Apple und Android als Download zur Verfügung. Die Ergebnisse werden auch als PDF via E-Mail versandt. Die App ist auf Deutsch, Englisch, Hindi, Chinesisch, Arabisch und Spanisch erhältlich.

Und so funktioniert die App: http://youtu.be/dnUXrlG-Eyk

Download-Links:
https://itunes.apple.com/ch/app/prostatecheck/id940032317?mt=8&uo=4
https://play.google.com/store/apps/details?id=ch.prostatakrebs.ProstateCheck 

Weitere Informationen zur Stiftung Prostatakrebsforschung sowie zur ProstateCheck-App finden Sie unter www.prostatakrebs.ch und www.prostatazentrum.ch

Über die Stiftung Prostatakrebsforschung

Die Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz wurde am 26. November 2002 in Aarau von Prof. Dr. Franz Recker gegründet und setzt sich seither für die sinnvolle Vorsorgeuntersuchung bei Prostatakrebs ein. Trotz verminderter öffentlicher Ressourcen will die Stiftung mit privatem Engagement dazu beitragen, in der Bevölkerung ein neues, individuelles Bewusstsein für die Tumorerkrankung zu schaffen. Sie organisiert Expertenaustäusche zum Thema Prostatakrebs, entwickelt Hilfsmittel für die alltägliche Arbeit von Hausärzten und setzt sich für die Prostatakrebsforschung ein. Zudem entwickelt die Stiftung neue Methoden zur präziseren Diagnostik sowie zur Risikovorhersage von Prostatakarzinomen. Neben dem öffentlichen Diskurs pflegt die Stiftung eine enge Zusammenarbeit mit Hausärzten und Urologen. Ihre neueste Entwicklung, die ProstateCheck-App, ist ebenfalls in Kooperation mit einem Fachärzte-Team entstanden und basiert auf Daten der von der Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz unterstützten European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer.

Pressemitteilung Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz
Stiftung Prostatakrebsforschung Schweiz, Christoph Kinsperger, Tel.: +41 (0)43 254 66 22, eMail: prostatecheck@jvm.ch
03.03.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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