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  • Thomas Schönemann

Kampagne

Arzneimittel - aber sicher!

Publikation zur Kampagne "Arzneimittel-aber sicher! Schutz vor illegalen Produkten aus dem Internet". © Foto: Krebs-Nachrichten
Publikation zur Kampagne "Arzneimittel-aber sicher! Schutz vor illegalen Produkten aus dem Internet". © Foto: Krebs-Nachrichten

Gesundheitsminister Andreas Storm, der Präsident der Apothekerkammer des Saarlandes, Manfred Saar und der Präsident der Ärztekammer des Saarlandes, Dr. Josef Mischo haben den Startschuss für die gemeinsame Informationskampagne „Arzneimittel-aber sicher! Schutz vor illegalen Produkten aus dem Internet" gegeben.

Ziel dieser Kampagne ist es, die Öffentlichkeit über Nutzen und Risiken des Arzneimittelhandels im Internet zu informieren und ihr Bewusstsein für mögliche Risiken entsprechender Arzneimittelangebote im Internet zu schärfen. „Patienten wissen oft nicht, welchen hohen gesundheitlichen Risiken sie sich möglicherweise bei einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Inter- netquellen aussetzen", erläuterte Minister Storm. „Es geht darum, Patienten zu sensibilisieren, wie sie seriöse und legale Anbieter im Netz erkennen können." Mehr als 16 Millionen Bundesbürger haben im vergangenen Jahr bereits frei verkäufliche oder apotheken-und verschreibungspflichtige Arzneimittel im Web bestellt. Das sind 30 Prozent aller Internetnutzer.

In Zusammenarbeit mit der Ärzte-und Apothekerkammer hat das Ministerium daher eine Broschüre entwickelt, in der Internetnutzer darüber informiert wer- den, woran sie seriöse Versandapotheken im Internet erkennen, welche Medi- kamente on-line bestellt werden können und wie man freiverkäufliche und rezeptpflichtige Arzneimittel im Internet bestellt.Darüber hinaus erhält der Verbraucher Informationen zu Risiken und Gesundheitsgefahren, die mit dem Kauf von gefälschten Arzneimitteln verbunden sind.

„Der Kauf von Arzneimitteln über das Internet ist immer mit sehr hohen Risiken verbunden, finden doch gefälschte Arzneimittel fast ausschließlich über das Internet ihren Weg nach Deutschland. Der sicherste Vertriebsweg für Arznei- mittel ist und bleibt die Apotheke vor Ort", fügte der Präsident der Saarländi- schen Apothekerkammer, Manfred Saar hinzu.

Die Tendenz beim Kauf von Arzneimitteln im Internet auf eine Arzneimittelfälschung zu stoßen, ist steigend: deutsche Zollbehörden haben im ersten Halbjahr 2013 bereits 15 Prozent mehr Arzneimittelfälschungen sichergestellt als im Vorjahreszeitraum. Jedes zweite Medikament im Internet ist inzwischen gefälscht. Auf diese besorgniserregende Entwicklung und die Gefahren für Ver- braucher wies der Präsident der Ärztekammer, Dr. Josef Mischo hin. „Illegale Arzneimittel bergen auch für den Verbraucher ein nicht kalkulierbares Gesundheitsrisiko. Gefälschte Arzneimittel können qualitativ starken Schwankungen unterliegen. Sie können einen falschen, zu hoch oder zu niedrig dosierten oder gar keinen Wirkstoff enthalten. Patienten wissen oft nicht, welchen hohen gesundheitlichen Risiken sie sich bei einer Bestellung von Medikamenten aus unsicheren Internetquellen aussetzen", so Mischo.

Vor allem Lifestyle-Produkte wie Potenz-und Haarwuchsmittel, Diätkapseln oder Präparate zum Muskelaufbau werden von dubiosen Anbietern im Internet angepriesen.

Hintergrund:

Der Versandhandel via Internet ist in Deutschland seit 2004 in Deutschland erlaubt. Es gibt ca. 3000 zugelassene Online-Apotheken in Deutschland. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information führt eine Liste, in der die entsprechenden Versandapotheken registriert sind. Der Kauf von Arzneimitteln über diese registrierten Versandapotheken ist legal.

Der Flyer und das Plakat zur Aktion werden in den nächsten Tagen und Wochen in den saarländischen Apotheken und Arztpraxen verteilt. Die Publikation kann auf der Internetseite kostenlos bestellt werden und steht dort auch zum Download bereit. Weitere Informationen zum Thema Arzneimittelsicherheit und Arzneimittelhandel findet man auf der Website.

Pressemitteilung der Ärztekammer des Saarlandes
Ärztekammer des Saarlandes, Faktoreistraße 4, 66111 Saarbrücken, Tel.: 0681 / 4003-0, Fax: 0681 / 4003-340, eMail: info-aeks@aeksaar.de
02.07.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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