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Berufsbegleitender Masterstudiengang Klinische Gerontopsychologie

Roter Turm in Chemnitz. © Foto: Oli Müller / pixelio.de
Roter Turm in Chemnitz. © Foto: Oli Müller / pixelio.de

Neues Masterangebot Klinische Gerontopsychologie der TU Chemnitz bietet klinisch-psychologische Berufsqualifikation für die Erhaltung der psychischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alter.

Mit dem neuen berufsbegleitenden Masterstudiengang Klinische Gerontopsychologie wird an der Technischen Universität Chemnitz ein Fernstudien- und Weiterbildungsangebot zur psychologischen Versorgung älterer Menschen eingerichtet. Chemnitz ist als Standort eines solchen Angebotes prädestiniert, da hier der demographische Wandel besonders ausgeprägt ist. Aber auch bundesweit beträgt laut Statistischem Bundesamt der Anteil der Über-65-Jährigen in Deutschland heute bereits 25 Prozent und wird im Jahr 2050 laut Prognose bei knapp 40 Prozent liegen. Die TU Chemnitz will dieser Entwicklung künftig verstärkt Rechnung tragen: Mit Beginn des Wintersemesters 2013/2014 bietet die TUCed – Institut für Weiterbildung GmbH an der TU Chemnitz den berufsbegleitenden Masterstudiengang Klinische Gerontopsychologie an, der die damit verbundenen neuen Herausforderungen an das Gesundheitswesen systematisch aufgreift und daraus ein Ausbildungskonzept aufgebaut hat. „Bislang fehlt es an spezialisierten Psychologen in diesem Bereich. Dies liegt unter anderem daran, dass bisher kein Studiengang existiert, der die speziellen klinisch-psychologischen Herausforderungen des Älterwerdens in dieser strukturierten Weise und in diesem breiten Umfang abdeckt“, sagt Prof. Dr. Stephan Mühlig, Inhaber der Professur Klinische Psychologie an der TU Chemnitz und Studiengangsleiter.

Dem Zusammenbruch der Sozialsysteme vorbeugen

In dem Fernstudiengang Klinische Gerontopsychologie werden Grundlagen sowie spezielle klinische Kompetenzen für die psychologische Betreuung und Behandlung älterer Menschen mit ihren spezifischen physischen, psychischen und sozialen Bedingungen vermittelt. Die Studenten sollen ein grundlegendes Verständnis für deren besondere körperliche, emotionale und soziale Probleme, ihre gesundheitlichen und funktionalen Einschränkungen, ihre altersspezifischen Bedürfnisse und Wünsche, aber auch ihre Kapazitäten und Ressourcen gewinnen. „Zunächst ist die Erhaltung der körperlichen und psychischen Gesundheit und Leistungsfähigkeit im Alter natürlich ein Selbstzweck. Aber auch im Hinblick auf den sich verschärfenden Arbeitskräftemangel und die Sicherung der Sozialsysteme in Deutschland wird es künftig notwendig werden, dass mehr ältere Personen länger im Berufsleben bleiben, und auch dafür kann die Psychologie wichtige Beiträge liefern“, so Prof. Mühlig.

Der Fernstudiengang ist innerhalb von sechs Semestern berufsbegleitend zu absolvieren. Er richtet sich an Interessenten mit einem Hochschulabschluss in Psychologie oder verwandten Fächern (zum Beispiel Pädagogik, Sozialpädagogik, Pflegewissenschaften, Gesundheitswissenschaften/Public Health) sowie an Berufstätige im Gesundheitssektor (zum Beispiel Berater, Sozialarbeiter, Alten- oder Krankenpfleger). Über die Zulassung entscheidet im Einzelfall der Prüfungsausschuss. Eine mangelnde Einschlägigkeit des ersten Hochschulabschlusses kann durch eine mehrjährige Tätigkeit im Bereich Gerontologie kompensiert werden.

Das Studienmodell kombiniert E-Learning- und Selbststudienabschnitte mit kurzen Präsenzlehrphasen und ist somit auf die Bedürfnisse von Berufstätigen zugeschnitten. Durch die flexible Zeiteinteilung für das Studium können die Lernphasen individuell auf die beruflichen Anforderungen ausgerichtet werden. Das Selbststudium wird über das Internet mittels einer E-Learning-Lernplattform unterstützt, die sowohl die Lehrmaterialien (interaktiv, multimedial) bereitstellt als auch die Kommunikation der Studierenden untereinander und mit dem Betreuer fördert. "Eine Besonderheit dieses Angebotes ist, dass für den Studiengang international renommierte Experten im Bereich der Gerontopsychologie aus Deutschland, der Schweiz und Österreich gewonnen werden konnten, die für die besondere Expertise und die Qualität der Lehre stehen", sagt Mühlig.

Für Teilnehmer, die bereits einen konsekutiven Bachelorstudiengang im Bereich Psychologie abgeschlossen haben, ist der Studiengang besonders geeignet: Neben dem staatlich und international anerkannten Studienabschluss können sie nach Einzelfallprüfung die Zugangsvoraussetzung zur Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten sowie zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erhalten.

Das neue Studienangebot Master of Science Klinische Gerontopsychologie startet am 21. November 2013. Die Bewerbungsphase läuft ab sofort. Die Studiengebühren betragen 9.990 Euro für die gesamte Regelstudienzeit. Finanzielle Unterstützung kann bundeslandbezogen beantragt werden, beispielsweise im Rahmen der Fördermöglichkeiten des Europäischen Strukturfonds.

Das Studienprogramm im Überblick: www.tuced.de

Katharina Thehos, Pressestelle, Technische Universität Chemnitz
Christin Teichmann, eMail: christin.teichmann@psychologie.tu-chemnitz.de.
16.09.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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