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  • Denise Reimbold

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit

Weiteres MRT für Deutschlands größte Gesundheitsstudie – die Nationale Kohorte

Bei 7 Tonnen Gewicht keine leichte Aufgabe: Einbau des Magnetresonanz-Tomographen für die NAKO in Mannheim. © Foto: Uwe Anspach
Bei 7 Tonnen Gewicht keine leichte Aufgabe: Einbau des Magnetresonanz-Tomographen für die NAKO in Mannheim. © Foto: Uwe Anspach

Am 08. September 2015 war es soweit. Der 7 Tonnen schwere 3-Tesla-MRT wurde unter großem technischem Aufwand in den Neubau des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheims City (K3, 21) eingebaut. Von Oktober 2015 an werden damit bei bis zu 6.000 Mannheimerinnen und Mannheimern sowie Einwohnern aus Freiburg und Saarbrücken Ganzkörper-MRTs durchgeführt. Das bildgebende Verfahren arbeitet mit Magnetfeldern, also ohne Röntgenstrahlung, und liefert kontrastreiche und hochaufgelöste Schnittbilder des gesamten Körpers und einzelner Organsysteme.

Bereits seit Oktober 2014 werden Bürgerinnen und Bürger aus Mannheim für die Gesundheitsstudie, die Nationale Kohorte (NAKO), medizinisch untersucht und nach Ihren Lebensumständen befragt. Mit der Magnetresonanztomographie ist das Untersuchungsprogramm jetzt komplett. Die NAKO gehört damit weltweit zu einer der führenden Studien, die auch Bildgebung einsetzt. Ziel der NAKO ist die Erforschung von Volkskrankheiten.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Gesundheitsstudie NAKO suchen nach Hinweisen darauf, wie genetische Faktoren, Umweltbedingungen und Lebensgewohnheiten bei der Entstehung von Erkrankungen zusammenwirken. Mit dem neuen, hochmodernen Gerät lassen sich Vorstufen dieser Krankheiten in einem so frühen Stadium entdecken, dass sie noch nicht mit Beschwerden einhergehen.

Langfristig wollen die NAKO-Forscher mit Hilfe der gesammelten Daten neue Methoden entwickeln, um Krankheiten vorzubeugen oder aber früher zu erkennen. An fünf der NAKO-Standorte (Mannheim, Berlin, Neubrandenburg, Essen und Augsburg) gibt es nun MRTs, insgesamt werden bundesweit von 30.000 Studienteilnehmenden MRT-Aufnahmen erstellt.

Professor Hans-Ulrich Kauczor, Ärztlicher Direktor der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Heidelberg und Leiter der Bildgebung am NAKO-Standort in Mannheim, zur Bedeutung der MRT-Untersuchung: „Die qualitativ hochwertige und homogene Erhebung von MRT-Daten in großem Umfang stellt einen höchst innovativen Aspekt der NAKO dar. Sie wird uns z.B. erlauben zu verstehen, wie Gene das Erscheinungsbild unserer Organe beeinflussen und diese Veränderung dann zu Erkrankungen führen. Dieses Wissen wird uns dabei helfen, in Zukunft maßgeschneiderte Prävention und Therapie anzubieten.“

Die ersten MRT-Termine wurden bereits vergeben. „Ich freue mich, dass wir jetzt mit den MRT-Untersuchungen starten können und hoffe, dass wir viele Bürgerinnen und Bürger für diesen wichtigen Untersuchungsteil der Studie gewinnen können“, so Tanja Höpker, Studienzentrumsleiterin in Mannheim. Teilnehmen können alle, die vom Mannheimer Einwohnermeldeamt im Rahmen einer Zufallsstichprobe gezogen wurden und daraufhin eine Einladung des Studienzentrums erhalten haben.  

Die NAKO untersucht in den nächsten 10 Jahren bundesweit 200.000 Bürgerinnen und Bürger zwischen 20 und 69 Jahren in 18 Studienzentren. Ziel ist es, Vorbeugung, Früherkennung und Behandlung der typischen Volkskrankheiten zu verbessern, damit Krebs, Demenz, Diabetes und viele andere Erkrankungen langfristig ihren Schrecken verlieren. Um die Zusammenhänge zwischen der Entstehung dieser Krankheiten und dem Lebensstil der Betroffenen besser zu verstehen, werden neben medizinischen Untersuchungen auch umfangreiche Befragungen zu Lebensgewohnheiten wie Ernährung, körperliche Fitness, Arbeitssituation und soziales Umfeld der Teilnehmenden durchgeführt.  Finanziell gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, 14 Bundesländern und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. Weitere Informationen finden Sie unter http://nationale-kohorte.de/

Pressemitteilung Deutsches Krebsforschungszentrum
Dr. Stefanie Seltmann, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Krebsforschungszentrum, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, Tel.: +49 6221 42 / 2854, F: +49 6221 42-2968, eMail: S.Seltmann@dkfz.de
09.09.2015
22.06.2017, 11:21 | dre
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