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  • Thomas Schönemann

Prostatakrebs

Elegante Lösung für 100. Patienten

Das Team um Oberarzt Dr. Auge (Mitte) kontrolliert am Ultraschallbild die punktgenaue Platzierung der Seeds. © Foto: SRH Wald-Klinikum Gera GmbH
Das Team um Oberarzt Dr. Auge (Mitte) kontrolliert am Ultraschallbild die punktgenaue Platzierung der Seeds. © Foto: SRH Wald-Klinikum Gera GmbH

Seeds, radioaktive Titanstifte, gehören seit 2009 am SRH Wald-Klinikum Gera zu den Therapiemöglichkeiten bei Prostatakrebs. Ende Januar haben Urologen, Strahlentherapeuten und Strahlenphysiker des Prostatakarzinomzentrums am SRH Wald-Klinikum Gera dem 100. Patienten, einem 63-Jährigen Jenenser, solche Seeds implantiert.

Die radioaktiven Titanstifte sollen helfen, eine der häufigsten Krebsarten bei Männern zu bekämpfen. Ein Dreivierteljahr lang werden die Winzlinge ihre strahlende Wirkung im Körper, unmittelbar in der Prostata entfalten.

Unter Ultraschallsicht, die das Geschehen im Körperinneren mehrfach vergrößert, werden die Stifte über Hohlnadeln direkt in die Prostata platziert, wo sie sich Dank rauer Oberfläche sofort festsetzen. Die gering dosierte Strahlung der Seeds, die nicht größer als eine abgebrochene Bleistiftmine sind, reicht nur wenige Millimeter weit. Das macht sie so nebenwirkungsarm. Bis zu 80 Seeds werden nach einem auf jeden Patienten zugeschnittenen Bestrahlungsplan gesetzt. „Das ist die eleganteste Lösung, die wir haben“, sagt Oberarzt Dr. Andreas Auge. Der Urologe hat die Methode 2009 mit eingeführt. Seither ist sie am SRH Wald-Klinikum Gera eine von vier Optionen nach der Diagnose Prostatakrebs; neben der kompletten Entfernung der Vorsteherdrüse, der Bestrahlung von außen oder der aktiven Beobachtung, die auf eine Behandlung vorerst verzichtet. Welche Methode die richtige ist, hängt von mehreren Faktoren ab, sagt Dr. Auge, vor allem von der Größe des Tumors und der Aggressivität, mit der der Krebs wächst und sich verbreitet. Der Einsatz von Seeds ist für kleine und mittelgroße, nicht zu aggressive Wucherungen geeignet. Von den über 400 Prostatakrebspatienten im Jahr kommt die Therapie für etwa 20 bis 30 in Frage.

Trotzdem sei man froh, diese nebenwirkungsarme Behandlung anbieten zu können. Dank dieser breiten Palette an Möglichkeiten gehört das SRH Wald-Klinikum Gera auch zu den drei Kliniken in Thüringen, die sich an der bundesweiten PEFERE-Studie zu Therapien des Prostatakrebses beteiligen. Erstmals werden Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs im frühen Stadium, ihre Vor- und Nachteile und ihre Wirksamkeit in einer Großstudie verglichen, erklärt Dr. Auge.

Wichtig bleibt in jedem Fall die frühe Entdeckung des Tumors. Bei familiärer Vorbelastung rät der Arzt zu Routinekontrolle ab dem 45. Lebensjahr. Ab 50 Jahren sollten sich Männer regelmäßig auf Prostatakrebs, der lange Zeit völlig beschwerdefrei wächst, untersuchen lassen.

Presse-Meldung SRH Wald-Klinikum Gera GmbH
Katrin Wiesner Leiterin der Abteilung, Presseanfragen, Tel.: 0365 / 828-8108, eMail: katrin.wiesner@wkg.srh.de
28.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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