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  • Thomas Schönemann

Österreich

Erblicher Brust- und Eierstockkrebs: Aktionswoche in den OÖ Apotheken

Mit einer Aktionswoche von 7.-12. September 2015 tragen die OÖ Apotheken zur Bewusstseinsbildung gegenüber erblichem Brust- und Eierstockkrebs bei. © Foto: BHS Linz
Mit einer Aktionswoche von 7.-12. September 2015 tragen die OÖ Apotheken zur Bewusstseinsbildung gegenüber erblichem Brust- und Eierstockkrebs bei. © Foto: BHS Linz

September ist der internationale Monat zu gynäkologischen Krebserkrankungen. Dieses Jahr hat die "Petrol Ribbon - Initiative gegen Unterleibskrebs" in der Apothekerkammer OÖ einen starken Partner gefunden, wenn es darum geht, über Krebserkrankungen der Frau zu informieren und das Thema durch Bewusstseinsschaffung aus der Tabuzone zu holen.

Der diesjährige Schwerpunkt der Initiative ist die Aufklärung über den erblichen Brust- und Eierstockkrebs. Mit einer Aktionswoche von 7. - 12. September 2015 tragen 198 öffentliche Apotheken im Land dazu bei, möglichst viele Frauen zu erreichen. Mit Informationsmaterial wird auf dieses wichtige Thema hingewiesen.

"Die Notwendigkeit der persönlichen Gesundheitsvorsorge ist ein wichtiges Thema und auch ein zentrales Anliegen der Apothekerinnen und Apotheker", erklärt Mag.pharm. Monika Aichberger, Vizepräsidentin der OÖ Apothekerkammer. "Information zum Thema Brust- und Unterleibskrebs sowie zu den Vorsorgemöglichkeiten verdienen hohe Aufmerksamkeit und dafür ist die Apotheke eine hervorragende Plattform", so Aichberger weiters. Denn die Apotheke ist weiblich, was auch die Fakten belegen, weit über 80 % der Apothekenmitarbeiter sind Frauen. Frauen sind hervorragende Gesundheitsberaterinnen und neben der fachlichen Qualifikation aufgrund ihrer hohen sozialen und kommunikativen Fähigkeiten für die Arbeit in der Apotheke prädestiniert. Die 198 öffentlichen Apotheken in OÖ haben jeweils ca. 300 Kundenkontakte pro Tag, davon sind rund zwei Drittel Frauen, was zu mehr als 200.000 Kontakten mit der Zielgruppe im Zeitraum der Aktionswoche führt.

Aus diesem Grund freut sich der Initiator der Petrol-Ribbon Initiative, Prim. Univ.-Doz. Dr. Lukas Hefler, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Brüder-Schwestern Spitalspartnerschaft sehr über die Kooperation mit den OÖ Apotheken: "Wir möchten möglichst viele Frauen mit der Bedeutung der Vorsorge bei Brust- und Eierstockkrebs erreichen. Der Besuch einer Apotheke erfolgt in der Regel bereits in Gesundheitsbelangen. Damit ist die Zielgruppe einerseits sensibilisiert, gleichzeitig haben wir mit den Apotheken ein vertrauenswürdiges Umfeld und das ist bei Themen wie Krebs ganz besonders wichtig."

Information zu "Erblicher Brust- und Eierstockkrebs"

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau - jede 8. Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Von Eierstockkrebs ist etwa jede 70. Frau betroffen. Die meisten Fälle von Brust- und Eierstockkrebs treten sporadisch auf, das heißt ohne erbliche Vorbelastung.

In 5-10 % sind allerdings vererbbare Veränderungen die Ursache der Erkrankung. Viele dieser erblichen Brust- und Eierstockkrebserkrankungen werden durch Veränderungen in einem der beiden Gene BRCA1 oder BRCA2 ausgelöst. Daher ist es wichtig, mögliche Genveränderungen frühzeitig zu erkennen, um gezielte Vorsorge- und Früherkennungsprogramme anbieten zu können und damit auch die Heilungschancen deutlich zu erhöhen.

Wann ist eine genetische Beratung sinnvoll?

  • bei familiär gehäuften Brust- und/oder Eierstockkrebserkrankungen - bei Wunsch nach Information über das persönliche Risiko
  • bei starkem psychischen Leidensdruck

BRCA1, BRCA2 und Krebsentstehung

BRCA1/2 (engl. für "Brustkrebs-Gen 1/2") sind Gene, die jede Frau und jeder Mann von Geburt an in sich trägt. Sie besitzen eine wichtige Funktion bei der Reparatur von Zellschäden. Eine Veränderung in diesen Genen kann deren Funktion stören, sodass Brust- und Eierstockkrebs entstehen können.

Genetische Beratung

Die persönliche Beratung findet durch einen speziell ausgebildeten Arzt statt. Zunächst wird geklärt, warum eine genetische Beratung in Anspruch genommen werden möchte. Danach wird der Familienstammbaum mit allen erkrankten Familienmitgliedern mütterlicher- und väterlicherseits erhoben. Besonders wichtig sind Informationen über die Anzahl der Betroffenen sowie deren Erkrankungsalter.

Genetische Untersuchung

Eine genetische Untersuchung auf Veränderungen im BRCA1/2-Gen mittels Blutabnahme wird angeboten, wenn in der Familiengeschichte in der mütterlichen oder väterlichen Linie mindestens eines der folgenden Kriterien zutrifft:
Untersuchungskriterien

  • 1 Brustkrebserkrankung vor dem 35. Lebensjahr
  • 2 Brustkrebserkrankungen vor dem 50. Lebensjahr
  • 3 Brustkrebserkrankungen vor dem 60. Lebensjahr
  • 1 Brustkrebserkrankung vor dem 50. Lebensjahr + 1 Eierstockkrebserkrankung jeglichen Alters
  • 2 Eierstockkrebserkrankungen jeglichen Alters
  • Männliche + weibliche Brustkrebserkrankung

Wenn zumindest ein Kriterium zutrifft, wird über die medizinische Bedeutung von Veränderungen in BRCA1/2, über die Vererbung, Früherkennungsuntersuchungen sowie über die Möglichkeit vorbeugender Operationen ausführlich informiert. Am Ende des Beratungsgesprächs wird eine freie, informierte Entscheidung getroffen, ob eine genetische Untersuchung durchgeführt werden soll oder nicht.

Was kostet die genetische Untersuchung?

Die genetische Beratung und Untersuchung ist für Angehörige aus Risikofamilien, bei gültiger österreichischer Sozialversicherung, kostenfrei. Man benötigt jedoch einen Überweisungsschein von einem Frauenarzt oder Allgemeinmediziner mit dem Überweisungsgrund "Genetische Beratung bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs".

Weitere Informationen zu erblichem Brust- und Eierstockkrebs und zu Beratungszentren in ganz Österreich finden Sie unter www.brustgenberatung.at

Früherkennung von Brustkrebs und Eierstockkrebs

Bei Frauen mit Veränderungen (Mutationen) in den BRCA1- und BRCA2-Genen können durch Mammografie, Magnetresonanztomografie (MRT) und Brustultraschall zusammen mehr als 9 von 10 Brustkrebstumoren frühzeitig erkannt werden. Nur die Kombination dieser Methoden gewährleistet eine zuverlässige Diagnosestellung, da jede der drei Untersuchungsarten jeweils andere Veränderungen besonders gut darstellen kann.Leider gibt es heute noch keine zuverlässige Untersuchungsmethode, die zur Früherkennung von Eierstockkrebs geeignet ist.

Für Frauen mit einer Veränderung im BRCA1- oder BRCA2-Gen werden zur Früherkennung von Brustkrebs und Eierstockkrebs folgende Untersuchungen empfohlen:

Untersuchung/Abstand/Beginn

Ärztl. Palpation/Alle 6 Monate/Mit 18 Jahren
Brustultraschall/Alle 6 Monate/Mit 18 Jahren
Mammographie/Alle 12 Monate/Mit 25 Jahren
MRT/Alle 12 Monate*/Mit 25 Jahren
Vaginalultraschal/Alle 6 Monate/Mit 35 Jahren
Tumormarker für Eierstockkrebs/Alle 6 Monate/Mit 35 Jahren

*bis zum 40. Lebensjahr alle 6 Monate

Helfen Sie dabei, auf das Thema "Unterleibskrebs" aufmerksam zu machen! Gemeinsam können wir etwas bewegen! www.petrolribbon.at

Pressemitteilung KH der Barmherzigen Schwestern Linz
Claus Hager, MBA, Msc, Leitung PR & Marketing, KH der Barmherzigen Schwestern Linz, 4010 Linz, Seilerstätte 4, Tel.: 0732 / 7677-4610, Mobil: 0664 / 8190781, eMail: claus.hager@bhs.at
04.09.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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