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  • Denise Reimbold

Hochschulmedizin

Expertenkommission gegen Neugründung von hochschulmedizinischen Standorten

Haupteingang Uniklinikum Frankfurt. © Foto: Uniklinikum Frankfurt.
Haupteingang Uniklinikum Frankfurt. © Foto: Uniklinikum Frankfurt.

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung spricht sich in ihrem aktuellen Gutachten nachdrücklich gegen die Einrichtung neuer Standorte der Hochschulmedizin aus. Spitzenleistungen in der Forschung und die Förderung des medizinischen Nachwuchses erfordern eine bestimmte kritische Größe hochschulmedizinischer Einrichtungen.

„Als Instrument des Regionalproporzes sind Hochschulklinika denkbar ungeeignet“, heißt es in dem Expertenbericht. Vor dem Hintergrund des wachsenden Kosten- und Wettbewerbsdrucks empfiehlt die Kommission, die Mittel der Hochschulmedizin zu konzentrieren.

„Wie die Expertenkommission ist auch die Deutsche Hochschulmedizin gegen eine weitere Fragmentierung der Universitätsmedizin. Die Kommission bekräftigt mit ihrem Gutachten die vom Wissenschaftsrat verabschiedete „Stellungnahme zu Leistungsfähigkeit, Ressourcen und Größe universitätsmedizinischer Einrichtungen“, sagt Professor Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages.

Mindestgrößen für ein qualitätsgesichertes Medizinstudium

In Bezug auf die Lehre sieht der Wissenschaftsrat als Untergrenze für eine Medizinische Fakultät rund 60 hauptamtliche humanmedizinische Professoren. Sie sind verantwortlich für die 60 scheinpflichtigen Veranstaltungen und Prüfungen im Medizinstudium. Mit diesen berufenen Hochschullehrern können knapp 200 Studienanfänger pro Jahr ausgebildet werden, sagt der Wissenschaftsrat.

Nicht zu wenig Standorte, sondern zu wenig Unterstützung

Professor Michael Albrecht, Vorsitzender des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands, gibt zu bedenken: „Bis ein neuer hochschulmedizinischer Standort soweit entwickelt ist, dass Qualität und Leistung stimmen, kostet das sehr viel Geld und dauert mindestens ein Jahrzehnt, wenn nicht sehr viel länger. Statt über Neugründungen nachzudenken, sollten die vorhandenen Einrichtungen gestärkt werden. Wir haben in Deutschland nicht zu wenige, sondern zu schlecht finanzierte Standorte.“

Stephanie Strehl-Dohmen, Pressestelle, Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Deutsche Hochschulmedizin e.V., Stephanie Strehl-Dohmen, Alt-Moabit 96, 10559 Berlin, Tel.: 030 / 3940517 - 25, Fax: 030 / 3940517-17, eMail: strehl-dohmen@uniklinika.de
04.03.2014
22.06.2017, 11:21 | dre
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