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  • Thomas Schönemann

Sport und Krebs

GPR Klinikum, LSB Hessen und Frauenselbsthilfe rufen Projekt „Fit trotz Krebs“ ins Leben

Lebensfreude. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Lebensfreude. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Bei einer Pressekonferenz am Montag, dem 7. April im GPR Klinikum informierte Herr Dr. Rolf Müller, der Präsident des Landessportbundes Hessen, über die Zusammenarbeit des gemeinsamen Projektes „Fit trotz Krebs“ der Frauenselbsthilfe nach Krebs, des Landessportbundes Hessen und des GPR Klinikums.

Unterstützung erhielt er von Frau Patricia Gilbert (Übungsleiterin der Krebssportgruppe), Frau Donata Grossmann (stellvertretende Vorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs - Landesverband Hessen e. V.), Frau Antoinette Hoffmann (Stellvertreterin der Gruppenleitung der Frauenselbsthilfe nach Krebs Gruppe Rüsselsheim) und Herrn Friedel Roosen (Geschäftsführer des GPR Gesundheits- und Pflegezentrums Rüsselsheim).

Das Projekt „Fit trotz Krebs“ wurde ins Leben gerufen, um in Behandlung befindlichen Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen Aktivität und Bewegung zu ermöglichen. Der Kurs wird von einer speziell ausgebildeten Übungsleiterin des Landessportbundes Hessen geleitet. Der Landessportbund Hessen und das GPR Klinikum Rüsselsheim sind Träger und für die Durchführung verantwortlich. Alle Patienten, unabhängig davon, wo sie behandelt werden, sind herzlich eingeladen, dieses kostenlose Angebot wahrzunehmen. Das Kooperationsprojekt wird durch die Ärztinnen und Ärzte des GPR Klinikums Rüsselsheim unterstützt. Das Angebot soll helfen, die Krankheit besser zu bewältigen und die Rückkehr in den Alltag zu unterstützen.

Die Idee zu diesem Projekt entstand nahezu zeitgleich sowohl bei der Frauenselbsthilfe nach Krebs als auch im GPR Klinikum. Bei einer Landestagung der Frauenselbsthilfe nach Krebs in Homberg Ohm im April 2013 berichtete Frau Sigrid Blaich-Horn, die Gruppenleiterin der Frauenselbsthilfe nach Krebs - Gruppe Freigericht - und ehrenamtliche Mitarbeiterin des Landesausschusses Frauen im Sport vom Landessportbund Hessen (LSBH) über ein Sportprojekt des LSBH im St. Vinzenz Krankenhaus in Hanau mit gynäkologischen Krebspatentinnen.

Aufgrund des Referates sprach Frau Antoinette Hoffmann, die stellvertretende Gruppenleiterin der Frauenselbsthilfe nach Krebs - Gruppe Rüsselsheim - Frau Sigrid Blaich-Horn an, was unternommen werden müsste, um eine solche Sportgruppe zu gründen. Sie hatte zuvor ein Gespräch mit dem Chefarzt der Frauenklinik im GPR Klinikum, Herrn Privatdozent Dr. Eric Steiner, geführt, der seine Unterstützung angeboten hatte.

Etwa zur gleichen Zeit entwickelten Herr Dr. Uwe Schwindel, Oberarzt der Onkologie der I. Medizinischen Klinik im GPR Klinikum, und die Case Managerin Frau Petra Breser die Idee, eine Sportgruppe für Krebspatienten zu etablieren. Frau Breser, die im GPR Klinikum die Gefäßsportgruppe betreut, machte sich auf die Suche nach einer geeigneten Übungsleiterin. Sie nahm Kontakt zu Frau Patricia Gilbert auf, die ihrerseits den Kontakt zur Frauenselbsthilfe nach Krebs hatte. Nach einem gemeinsamen Gespräch wurde beschlossen, das Projekt „Fit trotz Krebs“ unter der Federführung von Dr. Uwe Schwindel gemeinsam auf die Beine zu stellen.

Ähnliche Projekte laufen bereits in anderen Städten sehr erfolgreich. Es wurde bisher nur positiv darüber berichtet. Erstmals lief das Projekt an der Uniklinik in Frankfurt am Main, dann folgten Krebssportgruppen im Brustzentrum Gelnhausen, in der Sonnenberg Rehabilitationsklinik in Marburg und in der Frauenklinik des St. Vinzenz-Krankenhauses in Hanau.

Durch eine bessere körperliche Fitness lassen sich berufliche und häusliche Arbeiten leichter bewältigen. Deshalb ist es ein Ziel der Übungsstunden, beeinträchtigte Muskeln zu trainieren, ohne sie zu überfordern. So soll das Vertrauen in den eigenen Körper steigen, und die Abwehrkräfte gestärkt werden, was sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden auswirken soll. Außerdem kann damit dem Müdigkeitssyndrom „Fatigue“ aktiv entgegengewirkt werden. Aber nicht nur das. Die Gemeinschaft der Gruppe, die Balance von Körper, Geist und Seele zu erleben, sollen weitere positive Effekte sein, die mit diesem Programm erzielt werden können.

Sport bei Krebs: so wichtig wie ein Medikament

Die Wirkungen von Sport bei Krebspatienten wurden in letzter Zeit vermehrt in klinischen Studien untersucht. Dabei hat sich gezeigt, dass körperliche Aktivität messbar die Nebenwirkungen einer Chemo- oder antihormonellen Therapie reduzieren kann. Außerdem lässt sich so die Leistungsfähigkeit steigern und das Selbstbewusstsein stärken, was die Lebensqualität enorm verbessern kann.

Sich wohlfühlen unterstützt ebenfalls den Heilungsprozess! Auch das ist ein Ziel des Projekts. Sich etwas Gutes tun und den eigenen Körper wieder positiv wahrnehmen. Ein paar Stunden, in denen die Krankheit zwar nicht vergessen ist, aber in denen einmal wieder etwas anderes, nämlich der gemeinsame Sport im Vordergrund steht. Dieses Wohlbefinden steigert das Selbstwertgefühl und unterstützt damit den Heilungsprozess.

Körperliche Aktivität hat zudem auch direkte Einflüsse auf die Entstehung von Krebs und den Verlauf einer Krebserkrankung. Auch Patientinnen und Patienten, die bisher inaktiv waren und keinerlei Sporterfahrung hatten, können noch von einer Änderung des Lebensstils profitieren, denn körperliche Aktivität nach einer Tumorerkrankung reduziert nachweislich die Gefahr eines Rückfalls.

Was seit 1986 als Projekt im Landessportbund Hessen begann, ist heute ein fest etabliertes Angebot in hessischen Sportvereinen. In einer geleiteten Gruppe finden Betroffene das körperliche, seelische und soziale Gleichgewicht wieder. Nach abgeschlossener Therapie sollten die Patientinnen und Patienten wieder in Rehabilitationssportgruppen in Vereinen integriert werden. Somit haben Neuerkrankte immer wieder die Möglichkeit, in das Projekt einzusteigen.
„Wir freuen uns sehr, dass die Zusammenarbeit mit dem Landessportbund Hessen und der Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs zustandegekommen ist und dass wir in Zukunft Patientinnen und Patienten mit einem Krebsleiden hier im GPR Klinikum in Rüsselsheim eine wohnortnahe und kostenlose ergänzende Bewegungstherapie anbieten können“, erklärte Friedel Roosen, der Geschäftsführer des GPR Gesundheits- und Pflegezentrums Rüsselsheim.

Das kostenlose Bewegungsangebot startet am heutigen Montag, dem 7. April, im Übungsraum des GPR Therapiezentrums PhysioFit im GPR Klinikum. In der Zeit von 18.30 bis 19.30 Uhr werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei unter der fachkundigen Anleitung von Übungsleiterin Patricia Gilbert mit sanften Bewegungen den Körper in Schwung bringen.

Eine Unbedenklichkeitserklärung des behandelnden Arztes ist zu Beginn des Kurses vorzulegen. Eine Teilnahme ohne diesen Nachweis ist aus versicherungstechnischen Gründen leider nicht möglich. Interessierte können gerne zu einer Schnupperstunde vorbeikommen. Um vorherige Anmeldung bei Frau Patricia Gilbert (Tel.: 0176 95550376 oder per E-Mail unter pat.gilbert@gmx.de) wird gebeten.

Pressemitteilung GPR-Gruppe
Joachim Haas, Unternehmenskommunikation, Tel.: 06142 / 88-4005, Fax: 06142 / 88-4187, eMail: HaasJ@GP-Ruesselsheim.de
07.04.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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