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  • Thomas Schönemann

Universität Osnabrück

Grundstein für Forschungszentrum "Center of Cellular Nanoanalytics Osnabrück" gelegt

Die Verantwortlichen freuen sich über das neue Gebäude, das am Campus Westerberg in Osnabrück entstehen soll. © Foto: Uwe Lewandowski/Universität Osnabrück
Die Verantwortlichen freuen sich über das neue Gebäude, das am Campus Westerberg in Osnabrück entstehen soll. © Foto: Uwe Lewandowski/Universität Osnabrück

Mit dem Bau des national einmaligen interdisziplinären Zentrums für zelluläre Nanoanalytik entsteht in den folgenden Jahren ein innovatives Forschungszentrum an der Universität Osnabrück. Die hier gewonnenen Erkenntnisse, welche im Forschungsbau ab 2017 mit modernsten bildgebenden und bioanalytischen Techniken entwickelt werden sollen, kann man neue Ansätze zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen oder Krebs voranbringen.

Das neue Forschungszentrum an der Universität Osnabrück ermöglicht die Realisierung neuer Ansätze der modernen Zellbiologie und schafft Plätze für 24 Arbeitsgruppen, denen modernste Technik ein interdisziplinäres Forschen ermöglicht. Die Grundsteinlegung des Center of Cellular Nanoanalytics (CellNanOs) fand Ende letzter Woche am Campus Westerberg statt.

Zum Hintergrund: Im Frühjahr 2013 empfahl der Wissenschaftsrat dem Land Niedersachen die Mitfinanzierung des bedeutsamen Forschungsbaus. Mit seiner Empfehlung stimmte der Wissenschaftsrat dem Antrag des Landes Niedersachen zu. Der Bau soll zu 50 Prozent vom Bund mitfinanziert werden. Unter dem Begriff »Forschungsbau« wird die gemeinsame Förderung von Neu-, Um- oder Erweiterungsbauten an Hochschulen durch das Land und den Bund verstanden. Diese Bauten dienen einem national einmaligen Forschungsprojekt. Neben dem European Legal Studies Institute ist das CellNanOS nun der zweite Forschungsbau der Universität Osnabrück, der realisiert werden kann.

Bei der Grundsteinlegung zeigte sich die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić beeindruckt: »Der Bau des CellNanOs ermöglicht ein anspruchsvolles Forschungsvorhaben, das an den Schnittstellen zwischen Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Kognitionswissenschaften ansetzt. Durch die gemeinsame Methodenentwicklung kann künftig noch zielführender geforscht werden«, so Heinen-Kljajić. »Mit der Realisierung des Forschungsbaus hat sich die Universität Osnabrück gegen eine starke Konkurrenz aus anderen Bundesländern durchgesetzt und repräsentiert damit in hervorragender Weise den Forschungsstandort Niedersachsen.«

»Die Biologie der Universität Osnabrück kann bereits zahlreiche Erfolge vorweisen. Der Bau dieses Zentrums trägt dazu bei, die interdisziplinäre Ausrichtung des Faches auf eine einzigartige Art und Weise zu stärken«, so Prof. Dr. Wolfgang Lücke, Präsident der Universität Osnabrück. »Möglich werden solche Erfolge indes nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Auch in dieser Hinsicht ist das fächerübergreifende Engagement der Beteiligten mehr als nur beispielhaft.« Beeindruckt von dem neuem Gebäude zeigte sich auch der Osnabrücker Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Er betonte vor allem die weitreichende Ausstrahlung, die ein solches Forschungszentrum mit sich bringt, und die letztendlich der gesamten Region zugute kommt.

Das dreistöckige Forschungszentrum wird am Campus Westerberg errichtet, an das Hauptgebäude der Biologie angeschlossen und bietet der Universität Osnabrück die Möglichkeit, ihren gesamten naturwissenschaftlichen Bereich auszubauen. Durch die geplante interdisziplinäre Zusammenarbeit der Bereiche Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Kognitionswissenschaft können aktuelle Fragestellungen der Zellbiologie auf international kompetitiver Ebene bearbeitet werden. »Im Vordergrund dabei stehen Forschungen über die Funktion von Proteinen im zellulären Zusammenhang. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse, welche im Forschungsbau ab 2017 mit modernsten bildgebenden und bioanalytischen Techniken entwickelt werden, kann man neue Ansätze zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen oder Krebs voranbringen«, erklärte Prof. Dr. Jacob Piehler, Biophysiker des Fachbereichs Biologie/Chemie der Universität Osnabrück.

Das Gebäude, entworfen vom Hannoveraner Architekturbüro BKSP Grabau, Leiber, Obermann und Partner mbB, sieht insgesamt 1.500 Quadratmeter Hauptnutzfläche, verteilt auf drei Stockwerke, vor. Das Erdgeschoss ist für hochempfindliche Licht- und Elektronen-Mikroskopie vorgesehen. Im ersten Obergeschoss werden für die beteiligten Arbeitsgruppen Forschungslabore mit einer Infrastruktur für organische und anorganische Synthesen sowie Biochemie, Molekular- und Zellbiologie eingerichtet. Im zweiten Obergeschoss sind Räume für die Datenauswertung, Büro- und Schulungsräume sowie ein Konferenzraum vorgesehen. Besonderes Augenmerk in der Aufgabenstellung für den Forschungsneubau wurde auf die aufwendige Labor- und Technikplanung gelegt.

Ein überdachtes Atrium versorgt die öffentliche Zone auf allen Ebenen mit Tageslicht. Realisiert werden neben klassischen Büros auch Open-Space-Büros, ein Konferenz- und Besprechungsraum sowie durch Offenheit geprägte Kommunikationszonen. In der Fassadengestaltung nimmt ein umlaufendes Ziegelband die Materialität der Umgebung auf und erinnert somit auch an die zuletzt entstandenen Neubauten auf dem Campus. Stefan Franke, stellvertretender Leiter des Staatlichen Baumanagements Osnabrück-Emsland, betont die gute Zusammenarbeit bei den bisherigen Planungen: »Es ist erfreulich, wie effektiv und reibungslos der Planungsprozess bisher verlaufen ist. Dafür mein besonderer Dank, insbesondere an die Projektbeteiligten der Universität Osnabrück.«

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Jacob Piehler, Universität Osnabrück
Fachbereich Biologie/Chemie
Barbarastraße 11, 49076 Osnabrück
Tel.: 0541 / 969 2800
eMail: jacob.piehler@biologie.uni-osnabrueck.de

 

Universität Osnabrück
Dr. Oliver Schmidt, Redakteur, Pressestelle, Tel.: 0541 / 969-4516, Fax: 0541 / 969-4570, eMail: oliver.schmidt@uni-osnabrueck.de
27.08.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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