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  • Denise Reimbold

Österreichisches Früherkennungsprogramm

121.339 Frauen erhalten im April ihre Einladung zur Früherkennungs-Mammographie

Fahne Österreich. © Foto: Baumeister Ing. Engelbert Hosner, EUR ING. / pixelio.de
Fahne Österreich. © Foto: Baumeister Ing. Engelbert Hosner, EUR ING. / pixelio.de

Das Österreichische Brustkrebs-Früherkennungsprogramm – eine gemeinsame Initiative von Bund, Sozialversicherung, Ländern, Ärztekammern unter Einbeziehung von Experten der Patientenanwaltschaft und der Selbsthilfegruppen – ist am 1. Jänner 2014 gestartet. Ziel ist es, allen Frauen in regelmäßiger und strukturierter Form eine Früherkennungs-Mammographie zu bieten. Bei Krankheitsverdacht, sind wie bisher, alle notwendigen medizinischen Abklärungen möglich.

Bei Krankheitsverdacht, sind wie bisher, alle notwendigen medizinischen Abklärungen möglich. Ab dem 1. April erhalten 61.469 Frauen der Jahrgänge 1948 und 1949 den Einladungsbrief zur Früherkennungs-Mammographie, ab dem 17. April weitere 59.870 Frauen der Jahrgänge 1949 und 1950. Darüber hinaus erhielten um den 21. März alle Frauen, die im Jänner eingeladen wurden, ein Erinnerungsschreiben.

Mit diesem Erinnerungsschreiben oder dem Einladeschreiben kann die Früherkennungs-Mammographie, nach Vereinbarung eines Termins bei Radiologinnen und Radiologen, die am Programm teilnehmen, direkt in Anspruch genommen werden. „Besonders erfreulich ist, dass mit den Radiologinnen und Radiologen gemeinsam, erstmals in Österreich ein qualitätsgesichertes Programm umgesetzt werden konnte. So bieten eine verpflichtende Fallsammlungsprüfung und eine regelmäßige technische Qualitätssicherung mehr Sicherheit für die Frauen. Wir freuen uns, dass wir bis Mitte April schon über 320.000 Frauen in ganz Österreich mittels persönlichem Einladungsbrief zur Früherkennungs-Mammographie einladen“, so Dr.in Marianne Bernhart, Programmverantwortliche Medizinerin des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms „früh erkennen“.

Steigende Inanspruchnahme radiologischer Untersuchungen

„Unsere Systeme zeigen, dass die Inanspruchnahme von radiologischen Untersuchungen in den ersten 12 Wochen dieses Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres angestiegen ist“, erläutert Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstandes, Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger, die aktuelle Entwicklung bei den Konsultationen radiologischer Standorte. Diese Zahl geht aus den e-card-Steckdaten, die von radiologischen Ordinationen laufend an den Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger übermittelt werden, hervor. „Allein, in einer Woche, vom 17. bis 23. März 2014 wurden österreichweit 16.000 Mammographien durchgeführt, wie wir aus den übermittelten Dokumentationsblättern schließen können“, führt Schelling an. Die pseudonymisierten Dokumentationsblätter, die im Rahmen des neuen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms für die Mammographie und weitere Untersuchungen zur Befundabklärung verwendet werden, dienen zur Evaluierung und stellen einen wichtigen Parameter zur Qualitätssicherung des Programms dar.

Einladungsversand gestaffelt nach Geburtsjahrgängen

Frauen zwischen 45 und 69 Jahren erhalten im Rahmen des Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms automatisch alle zwei Jahre per Post einen Einladungsbrief zur Früherkennungs-Mammographie. Weiters können Frauen zwischen 40 und 44 Jahren sowie zwischen 70 bis 74 Jahren eine Einladung anfordern (Opt-in) und bekommen anschließend auch alle zwei Jahre ein Einladungsschreiben per Post zugeschickt. Der Einladungsbrief gilt direkt als Zuweisung. Die Frau kann nach Erhalt des Einladungsbriefs einen Termin bei einer am Programm teilnehmenden Radiologin oder Radiologen vereinbaren. Der Einladungsbrief und die e-card sollten zur Mammographie mitgenommen werden.
Die Einladungen werden monatlich gestaffelt nach Geburtsjahrgängen verschickt. Die in der Tabelle dargestellten Einladungstermine dienen der Orientierung. Da es Ausnahmen gibt, informiert die Telefon-Serviceline gerne über den tatsächlichen Einladungstermin.

Übersicht: Einladungen zur Früherkennungs-Mammographie nach Geburtsjahrgängen

Übersicht: Einladungen zur Früherkennungs-Mammographie nach Geburtsjahrgängen.
Übersicht: Einladungen zur Früherkennungs-Mammographie nach Geburtsjahrgängen. © Foto: Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Opt-in: Frühere Termine sind möglich

Eine frühere Einladung zum Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist vorgesehen und kann bei der Serviceline, unter 0800 500 181, beantragt werden. Die Frau bekommt die Einladung dann zum nächstmöglichen Versandtermin, das kann zwischen fünf und acht Wochen dauern. „Bisher haben 6.929 Frauen diese Möglichkeit in Anspruch genommen“, so Projektleiterin Frau Mag.a Karin Eger.

Nimmt eine Frau die Untersuchung nicht in Anspruch, bekommt sie nach zwei Jahren wieder eine Einladung zugeschickt, wenn sie die Kriterien für die Programmteilnahme (z.B. Alter) erfüllt.

Früherkennungs-Mammographie – Mammographie im Verdachtsfall
Die im Programm angebotene Früherkennungs-Mammographie richtet sich an gesunde Frauen ohne Symptome (also ohne Anzeichen einer Brustkrebserkrankung). Die Teilnahme am Brustkrebs-Früherkennungsprogramm ist freiwillig. Davon zu unterscheiden sind Mammographien im Verdachtsfall, die unabhängig vom Alter der Frau jederzeit mittels Zuweisung durch die Vertrauensärztin bzw. den Vertrauensarzt durchgeführt werden können. Sie dienen zur weiteren medizinischen Abklärung bei Beschwerden, Krankheitsverdacht, zur Nachsorge nach einer Brustkrebserkrankung oder bei familiär erhöhtem Risiko für eine Brustkrebserkrankung.

Verbesserte Qualitätsstandards
Die Mammographie-Untersuchung gilt derzeit als die verlässlichste Methode zur Früherkennung von Brustkrebs. Umfassende Qualitätskriterien für die Untersuchung – wie eine standardisierte Doppelbefundung nach dem 4-Augen-Prinzip sowie neueste technische Geräte – und verbindliche Zertifizierung für die am Früherkennungsprogramm teilnehmenden Radiologinnen und Radiologen sichern die hohe Qualität des Screenings.


Kontakt Österreichisches Brustkrebs-Früherkennungsprogramm

Kostenlose Telefon-Serviceline 0800 500 181 (Mo – Fr 08:00 bis 18:00 Uhr) berät auch in den Sprachen Englisch, Türkisch, Bosnisch, Kroatisch und Serbisch

E-Mail: serviceline@frueh-erkennen.at
www.frueh-erkennen.at

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,4 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem/der Arzt/ Ärztin aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

Pressemitteilung, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
Competence Center Integrierte Versorgung, c/o Wiener Gebietskrankenkasse, Mag.a Katrin Gastgeb, Tel.: +43 1 601 22 / 3877 Fax: +43 1 601 22 / 1996, eMail: katrin.gastgeb@wgkk.at
31.03.2014
22.06.2017, 11:21 | dre
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