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  • Thomas Schönemann

Hautkrebs

500 Thüringer erkranken jedes Jahr an schwarzem Hautkrebs

Melanom. © Foto: By Unknown photographer, NCI [Public domain], via Wikimedia Commons
Melanom. © Foto: By Unknown photographer, NCI [Public domain], via Wikimedia Commons

UV-Strahlen durch die Sonne und Solarien zählen zu den wichtigsten bekannten Risikofaktoren für das Entstehen von Hautkrebs. Experten der UKJ-Hautklinik mahnen deshalb einen verantwortungsvollem Umgang mit der Sonne und Solarien an.

„Wenn Hautkrebs aber frühzeitig erkannt wird, können die meisten Patienten geheilt werden“, so Dr. Steven Goetze, Oberarzt an der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena (UKJ). Seit Juli 2008 haben gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren alle zwei Jahre einen Anspruch auf das so genannte „Hautkrebs-Screening“. Wenn bei dieser Vorsorgeuntersuchung, die auch Allgemeinmediziner vornehmen können, Veränderungen der Haut auffallen, kommen die Patienten zu den Experten der Jenaer Hautklinik.

„Wir haben in unserer Klinik beim malignen Melanom, also dem schwarzen Hautkrebs, zwischen 70 und 90 Neuerkrankungen pro Jahr“, so Dr. Goetze. In ganz Thüringen erkranken etwa 500 Menschen jedes Jahr neu daran. Nach den aktuellsten Zahlen des Gemeinsamen Krebsregisters der ostdeutschen Bundesländer liegt das maligne Melanom bei Männern in Thüringen an 9. Position der häufigsten Krebserkrankungen, bei Frauen sogar an 5. Stelle. Seit Einführung des Screenings ist die Zahl der diagnostizierten Fälle deutlich angestiegen, was jedoch daran liegt, dass der Hautkrebs in einem früheren Stadium erkannt wird. „Dennoch ist die Tendenz steigend“, so Dr. Goetze.

„Wenn der Verdacht auf ein malignes Melanom besteht, bestellen wir die Patienten so schnell wie möglich ein“, so Dr. Goetze. Das Melanom wird komplett herausgeschnitten und feingeweblich untersucht. „Die Eindringtiefe in die Haut wird dabei ganz genau ausgemessen“, so Dr. Goetze. Beträgt sie weniger als zwei Millimeter, wird eine Nachoperation mit einem Zentimeter Sicherheitsabstand vorgenommen. Bei mehr als zwei Millimetern Tumordicke erfolgt die Nachoperation mit zwei Zentimetern Sicherheitsabstand. „Wir bieten unseren Patienten hier alles unter einem Dach – von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge, die beim Hautkrebs eine wichtige Rolle spielt“, so Dr. Goetze.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, ist im Sommer richtiges Verhalten gefragt. „Der beste Schutz für unsere Haut ist, verantwortungsvoll mit der Sonne umzugehen“, sagt Dr. Goetze. An warmen Tagen sollten wir die Sonne zwischen 11 und 15 Uhr am besten meiden. „Auch im Schatten kann die UV-Belastung dann noch bei 50 Prozent liegen“, so Dr. Goetze. Einen guten Schutz bietet lange, weite Kleidung. „Es muss kein dicker Stoff sein, er sollte jedoch engmaschig gewebt sein“, so Dr. Goetze.

Pressemitteilung Universitätsklinikum Jena
Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena, Hauttumorzentrum, Erfurter Straße 35, 07740 Jena, Oberarzt Dr. Steven Goetze, Tel.: 03641 / 937322
04.02.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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