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  • Thomas Schönemann

Weltkrebstag 2014

Immer mehr Menschen in Baden-Württemberg sterben an Leberkrebs und Speiseröhrenkrebs

Baden-Württemberg. © Foto: David Liuzzo [CC-BY-SA-2.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Baden-Württemberg. © Foto: David Liuzzo [CC-BY-SA-2.0-de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Im Jahr 2012 endete bei 11 453 Frauen und bei 13 375 Männern eine Krebserkrankung tödlich. Nach Feststellungen des Statistischen Landesamtes sind die Sterbefälle auf Grund einer Krebserkrankung damit gegenüber 2011 lediglich um 0,2 % (d.h. 47 Fälle) gestiegen; gegenüber 1980 ist jedoch eine Zunahme von gut 25 % (5 003 Fällen) zu beobachten.

Um über die Jahre hinweg vergleichbare Angaben gewinnen zu können, muss die in den letzten Jahren positive Bevölkerungsentwicklung berücksichtigt werden. Hierzu wird die Anzahl der durch Krebs bedingten Sterbefälle auf die Gesamtbevölkerung des jeweiligen Jahres bezogen - im Jahr 2012 starben demnach 235 je 100 000 Einwohner in Baden-Württemberg an einer Krebserkrankung. Dabei zeigt sich dann, dass die so ermittelte Krebssterberate zwischen 1990 und 2006 zunächst gesunken, danach aber wieder angestiegen ist.1)

Diese Entwicklung gilt für Männer wie für Frauen. Allerdings wird auch deutlich, dass im Laufe der letzten Jahrzehnte die Schere zwischen an Krebs verstorbenen Männern und verstorbenen Frauen immer größer geworden ist. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass es mittlerweile immer mehr Männer gibt, die ein höheres Alter erreichen und Krebs bei älteren Personen sehr viel häufiger auftritt und zum Tode führt als bei jüngeren Personen.

Mit insgesamt 24,7 Prozent ist jeder vierte Sterbefall auf eine Krebserkrankung zurückzuführen (21,7 Prozent bei Frauen, 27,9 Prozent bei Männern). Nur Herz-Kreislauferkrankungen führen häufiger zum Tod, sie sind für 40 Prozent aller Todesfälle – insgesamt sind 100 584 Baden-Württemberger im Jahr 2012 verstorben –verantwortlich.

Der seit 2000 prozentual größte Anstieg der durch Krebs verursachten Sterbefälle ist beim Leberkrebs (+51,7 Prozent), beim Krebs der Speiseröhre (+33,3 Prozent) und beim bösartigen Melanom der Haut (+31,8 Prozent) zu beobachten. Den größten prozentualen Rückgang bei den Sterbefällen gab es bei bösartigen Neubildungen der Knochen und Gelenkknorpel (−36,6 Prozent), beim Magenkrebs (−26,0 Prozent) und beim Darmkrebs (−12,2 Prozent).

Bei den Frauen ist Brustkrebs mit einem Anteil von 18,3 Prozent (bzw. 2 092 Fälle) die häufigste Todesursache in Folge einer Krebserkrankung, gefolgt von Luftröhren-, Bronchien- oder Lungenkrebs (12,7 Prozent bzw. 1 455 Fälle) und Darmkrebs (11,7 Prozent bzw. 1 344 Fälle). Während an der Krebstodesursache Nummer 1 bei den Frauen – an Brustkrebs – immer weniger Frauen sterben (−5,9 Prozent zwischen 2000 und 2012), hat sich die Sterblichkeit infolge von Luftröhren-, Bronchien- oder Lungenkrebs in diesen zwölf Jahren deutlich um 57,6 Prozent, und die von Leberkrebs um 44,8 Prozent erhöht.

Bei den Männern sind bösartige Neubildungen der Luftröhre, Bronchien oder Lunge (21,9 Prozent bzw. 2 933 Fälle), des Darms (11,9 Prozent bzw. 1 593 Fälle) und der Prostata (11,6 Prozent bzw. 1 545 Fälle) diejenigen Krebsarten, die 2012 am häufigsten zum Tod geführt haben. Während zwischen 2000 und 2012 bei der Sterblichkeit infolge von Luftröhren-, Bronchien- oder Lungenkrebs ein – im Vergleich zu den Frauen – moderater Anstieg von 12,6 Prozent zu verzeichnen ist, ist vor allem die Sterblichkeit infolge von Leberkrebs und von einem bösartigen Melanom der Haut in diesem Zeitraum unverkennbar in die Höhe geschnellt (+55,0 Prozent bzw. +49,0 Prozent).

1) Für die Berechnung der Ziffern des Jahres 2012 wurden die Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011 verwendet; auf Grund der unterschiedlichen Berechnungsgrundlage sind die Ziffern von 2011 und 2012 daher nicht uneingeschränkt vergleichbar.

Pressemitteilung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg
Franziska Gössel, Tel.: 0711 / 641-2580, eMail: Franziska Gössel
31.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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