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  • Thomas Schönemann

Industrieverband Agrar (IVA)

IVA: "BUND-Kampagne perfide und abscheulich"

Oktoberfeld. © Foto: Ingo Scharwächter / pixelio.de
Oktoberfeld. © Foto: Ingo Scharwächter / pixelio.de

Als perfide, abscheulich und eines Umweltverbands unwürdig hat der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) ein jetzt veröffentlichtes Internet-Video des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) kritisiert. Das Schocker-Video zeigt, wie Babys auf Acker mit Sprühnebel vergiftet werden. Landwirte werden in die Nähe von Kindermördern gerückt.

In dem künstlerisch inszenierten Video spielen Babys auf einem Acker, werden dann wie Setzlinge angepflanzt, bevor sich mit Angst einflößendem Motorengrollen ein Flugzeug nähert, das die Babys im Tiefflug in Sprühnebel hüllt. Am Ende wird der Betrachter aufgefordert, eine Petition gegen einen Herbizid-Wirkstoff zu unterzeichnen und am besten gleich online an den BUND zu spenden; Zitat: „Schon mit 50, 20 oder 10 Euro leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu.“

„Im Internet mussten wir uns leider an viele Scheußlichkeiten gewöhnen, aber die Kampagne des BUND stellt eine neue Qualität der Geschmacklosigkeit dar. Kein noch so gut gemeinter Zweck kann hier die Mittel heiligen, und schon gar nicht fragwürdige Petitionen und Spendenappelle. Es macht mich fassungslos, wie der BUND hier unschuldige Babys zum Geldeinsammeln instrumentalisiert“, sagt IVA-Hauptgeschäftsführer Volker Koch-Achelpöhler.

„Wissen die Damen und Herren im BUND-Vorstand überhaupt, was im Namen ihrer Organisation hier verbreitet wird?“, fragt er weiter. „Ansonsten sollten sie sich schleunigst kundig machen, das Skandal-Video aus dem Netz nehmen und sich bei allen entschuldigen, deren Gefühle sie verletzt haben. Denn das Video rückt Landwirte perfide in die Nähe von Kindermördern. Das ist empörend.“

Im Begleittext bemüht sich der BUND, einen Zusammenhang zwischen dem Video und dem Pflanzenschutz-Wirkstoff Glyphosat herzustellen – teils mit hanebüchener Irreführung der Leser. So wird etwa behauptet, nach einer BUND-Studie „enthielten in Deutschland 70 Prozent der untersuchten Urinproben Glyphosat“. Tatsächlich handelte es sich dabei um ganze zehn (!) willkürlich zusammengestellte Proben, weshalb das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) die „Studie“ im Juni dieses Jahres zur „Unstatistik des Monats“ kürte. Sie sei „aus mindestens zwei Gründen als grober statistischer Unfug einzuordnen“.

Das gleiche gilt für die nebulöse Formulierung, der Stoff stünde „im Verdacht, Embryonen zu schädigen und Krebs auszulösen“. Solche Formulierungen sind typisch für einen Aktivisten-Sprech, der Fakten unterdrückt, um Unsicherheit und Ängste zu schüren. Verschwiegen wird dabei, dass diese vermeintlichen Studien von Fachwissenschaftlern etwa des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) längst entkräftet wurden. Dort heißt es: „Glyphosat zeigte in zahlreichen standardisierten Tests keine erbgutverändernden Eigenschaften. Langzeitstudien an Ratten und Mäusen ergaben keine Anhaltspunkte für eine krebserzeugende Wirkung von Glyphosat.“

Pressemitteilung IVA
Martin May, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit/Pressesprecher, Tel.: 069 / 2556-1249, eMail: may.iva@vci.de
31.10.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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