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SRH Wald-Klinikum Gera

Lungenkrebszentrum Gera-Zwickau gegründet

Prof. Dr. Susanne Lang, Chefärztin Klinik für Pneumologie, PD Dr. Thomas Lesser, Chefarzt Klinik für Thoraxchirurgie und PD Dr. Jürgen Füller, Chefarzt der Strahlentherapie, bei einer Fallbesprechung des Lungenkrebszentrums. © SRH Wald-Klinikum Gera
Prof. Dr. Susanne Lang, Chefärztin Klinik für Pneumologie, PD Dr. Thomas Lesser, Chefarzt Klinik für Thoraxchirurgie und PD Dr. Jürgen Füller, Chefarzt der Strahlentherapie, bei einer Fallbesprechung des Lungenkrebszentrums. © SRH Wald-Klinikum Gera

„Ein wichtiger Schritt, Lebenszeit von Patienten zu verlängern und Lebensqualität zu verbessern, ist daher, die Kompetenz der Ärzte zu bündeln und so den Therapieeinsatz zu optimieren“, sagt Dr. Thomas Lesser, Chefarzt am Geraer SRH Wald-Klinikum.

Lungenkrebs ist tückisch, denn er wächst unbemerkt. Klagt der Patient über erste Beschwerden wie etwa Bluthusten, hat das bösartige Zellwachstum in der Regel schon ein spätes Stadium erreicht. So gehört das Krankheitsbild nicht nur zu den häufigsten, sondern auch gefährlichsten Krebsarten. husten, hat das bösartige Zellwachstum in der Regel schon ein spätes Stadium erreicht. Trotz der Suche nach neuen Therapien bleibt er schwer behandelbar. „Ein wichtiger Schritt, Lebenszeit von Patienten zu verlängern und Lebensqualität zu verbessern, ist daher, die Kompetenz der Ärzte zu bündeln und so den Therapieeinsatz zu optimieren“, sagt Dr. Thomas Lesser, Chefarzt am Geraer SRH Wald-Klinikum. Damit ist auch die Grundidee des ersten Lungenkrebszentrums Thüringen und Sachsen beschrieben, zu dem sich jetzt die Klinik für Pneumologie, Hämatologie und Onkologie sowie die Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie des SRH Wald-Klinikums Gera und die Klinik für Innere Medizin des Paracelsus-Klinikums Zwickau zusammengeschlossen haben. Das Zentrum, von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert, ist eines von nur 32 in Deutschland.

Dass beide Einrichtungen, einst Standorte von Bergarbeiterkrankenhäusern, über eine hohe Expertise bei der Behandlung von Lungenkrebs verfügen, hat mit der Geschichte der Region zu tun. Mit dem Uranbergbau zwischen 1947 und 1991 stiegen in Ostthüringen und Westsachsen die Lungenkrebs-Fälle deutlich an, seit 1991 wurden von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung 3700 Fälle als Berufskrankheit bestätigt. Etwa ein Drittel der heutigen Krebspatienten in Gera war früher untertage tätig; die Stadt führt mit 73 Lungenkrebsfällen auf 100 000 Einwohner einen traurigen Rekord in Thüringen an. Für die Mediziner war und ist das eine Herausforderung, die aber auch zu besonderer ärztlicher Kompetenz und zu einer bemerkenswerten Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg führte. Seit Jahren gehören gemeinsame Fallbesprechungen und fachlicher Austausch zum Alltag der beiden Kliniken in Gera und Zwickau. Zudem werden Patienten gemeinsam behandelt: Unter Leitung von Chefärztin Prof. Dr. Susanne Lang in Gera sowie Chefarzt Dr. Reinhold Müller in Zwickau werden Lungenkrebspatienten diagnostiziert und medikamentös therapiert. Die operative und/oder strahlentherapeutische Behandlung übernehmen die Klinik für Thoraxchirurgie und die Klinik für Strahlentherapie in Gera. Pneumologische und onkologische Praxen der Region sind zugeschalten. Zudem besteht eine hervorragende Kooperation mit dem Institut für Nuklearmedizin in der Universität Jena. Jetzt sei es an der Zeit gewesen, so die Ärzte, sich den hohen Anforderungen eines zertifizierten medizinischen Zentrums zu stellen.

„Wir konzentrieren alle Kompetenzen unter einem Dach - von der Diagnostik bis zur Strahlen- und Chemotherapie oder OP“, erklärt Chefarzt Dr. Lesser die Vorteile des Zusammenschlusses. Für den Patienten bedeute dies, rund um die Uhr erreichbare Spezialisten, interdisziplinär getroffene Entscheidungen, Fachkompetenz durch hohe Fallzahlen und eine ständige kritische Überprüfung der Klinik-Ergebnisse, zu deren Dokumentation es auch gehört, die Krankengeschichte über den Klinikaufenthalt hinaus zu verfolgen.

In Gera wurden im Vorjahr 182 und in Zwickau 105 Lungenkrebs-Neuerkrankungen diagnostiziert und behandelt; etwa ein Drittel der Patienten war früher Untertage tätig. Die Thoraxchirurgie in Gera gehört mit 114 anatomischen Lungenresektionen zu den 17 größten in Deutschland. So bestätigten auch die Auditoren dem Lungenkrebszentrum eine überdurchschnittliche Leistungsfähigkeit, etwa bei der Art der Eingriffe oder der Seltenheit von Komplikationen nach Operationen. Daran wird sich das neue Lungenkrebszentrum nun regelmäßig messen lassen müssen.

 

Pressemitteilung des SRH Wald-Klinikums Gera
Katrin Wiesner, Leiterin d. Abt. Marketing/Öffentlichkeitsarbeit, Haus 9, Tel.: (0365) 828 8108, eMail: katrin.wiesner@wkg.srh.de
23.01.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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