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  • Thomas Schönemann

Strahlentherapie

Medizinische Fakultät am Universitätsklinikum Essen baut Zusammenarbeit mit Tsukuba aus

Essen und das japanische Tsukuba arbeiten in den nächsten fünf Jahren eng im Bereich der Erforschung der Strahlentherapie zusammen. © Foto: bildpixel / pixelio.de
Essen und das japanische Tsukuba arbeiten in den nächsten fünf Jahren eng im Bereich der Erforschung der Strahlentherapie zusammen. © Foto: bildpixel / pixelio.de

Essen und das japanische Tsukuba arbeiten in den nächsten fünf Jahren eng im Bereich der Erforschung der Strahlentherapie zusammen. Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und die Medizinische Fakultät der Universität sowie das Universitätsklinikum im japanischen Tsukuba haben hierzu einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit, welche NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin im Rahmen einer Kontaktreise Anfang 2014 angestoßen hatte, wird die gezielte Behandlung von Tumoren stehen.

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Kooperation mit Partnern in Japan ausdrücklich. „Wir möchten gezielt die Zusammenarbeit zwischen deutschen und japanischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Kliniken und Gesundheitsdienstleistern ausbauen. Denn Kooperationen bieten große Chancen auf Wachstum und Arbeitsplätze, gerade bei innovativen Technologien“, sagte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin. Der Minister hatte die Zusammenarbeit in der Medizin- und Gesundheitswirtschaft zwischen NRW und Japan zum Thema seiner Japanreise im Februar 2014 gemacht.

„Unsere Fakultät arbeitet bereits seit mehreren Jahren erfolgreich mit der Universität Tsukuba zusammen, eine Partnerschaft, die vom Deutschen Akademischen Austauschdienst gefördert wird“, so Prof. Dr. Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät am UK Essen. Der nun geschlossene Kooperationsvertrag baut diese Zusammenarbeit weiter aus. In seinem Zentrum stehen die Strahlentherapie und hier insbesondere die sogenannte Bor-Neutroneneinfang-therapie. Dabei „laden“ die Forscher und Ärzte Tumorzellen von Patienten mit Bor-Atomen auf und bestrahlen das Gewebe im Anschluss mit Neutronen. So lassen sich Tumorzellen gezielt zerstören und dies weitgehend, ohne umliegende Zellen in Mitleidenschaft zu ziehen. Mit seinen Einrichtungen zur Strahlentherapie sowie der medizinischen Forschung im Bereich BNCT ist das UK Essen führend in Europa. International betrachtet ist Japan eines der Länder, das am stärksten in die Erforschung und Entwicklung der Strahlentherapie investiert. Gemeinsam möchten die Partner die Weiterentwicklung dieser Therapieform voranbringen. „Die Kooperation umfasst sowohl die Forschung als auch die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses. Ziel ist es unter anderem, gemeinsame Studien durchzuführen und den Austausch von Wissenschaftlern, Ärzten, Medizin-Physik-Spezialisten und weiteren Expertengruppen zu fördern“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Sauerwein, seit Frühjahr 2014 im Amt des Japanbeauftragten der Medizinischen Fakultät, der die zukünftige Zusammenarbeit beider Häuser maßgeblich vorbereitet hat.

Eine Voraussetzung für den Einsatz der Bor-Neutroneneinfangtherapie ist ein Bestrahlungsgerät, das in der Lage ist, Tumore gezielt mit Neutronen zu bestrahlen. Hierfür war bislang ein Nuklearreaktor erforderlich, der aus Strahlenschutzgründen nicht in Kliniken errichtet werden kann. In Japan ist es einem Forscherteam der Universität Tsukuba unter Leitung von Prof. Dr. Akira Matsumura gemeinsam mit Spezialisten des UK Essen in Kooperation mit Mitsubishi Heavy Industries gelungen, einen „Linearbeschleuniger“ zu entwickeln. Dieser kann sowohl die Neutronen erzeugen als auch – wie konventionelle Bestrahlungsgeräte – in einem Krankenhaus aufgestellt werden. Das BNCT-Projekt wird im Rahmen der Medical Excellence Initiative (MEJ) der japanischen Regierung gefördert.

„Mit der nun getroffenen Vereinbarung bauen wir zugleich die strategische Zusammenarbeit unserer Fakultät mit Partnern in Japan weiter aus. Wir sind der Landesregierung und NRW.INVEST sowie NRW.International dankbar für die Unterstützung, die wir im Rahmen dieser Projekte erfahren“, erläutert Prof. Dr. Jan Buer. Denn erst im Juli dieses Jahres wurde die Kooperation der Essener Wissenschaftler mit der Southern Tohoku General Hospital Group (STGHG) in der japanischen Präfektur Fukushima ebenfalls in Bezug auf die Strahlentherapie besiegelt.

Nähere Informationen:

Christine Harrell
Leiterin Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Dekanat der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen
Tel.: 0201/723 – 16 15
christine.harrell@uk-essen.de
https://www.uni-due.de/med/

Pressemitteilung Universitätsklinikum Essen
Burkhard Büscher, Pressesprecher, Stabsstelle Marketing und Kommunikation, Tel.: 0201/723 2115, eMail: burkhard.buescher@uk-essen.de
04.11.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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