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  • Denise Reimbold

Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Mengenstudie bestätigt Unterschiede zwischen Universitätsklinika und anderen Krankenhäusern

Krankenzimmer. © Foto: AOK-Mediendienst
Krankenzimmer. © Foto: AOK-Mediendienst

Der heute veröffentlichte Forschungsauftrag von Deutscher Krankenhausgesellschaft und GKV-Spitzenverband zeigt: Uniklinika können sich nicht auf lukrative Fälle spezialisieren und behandeln überproportional viele Notfälle. Der Forschungsauftrag wurde von den Partnern der Selbstverwaltung in Auftrag gegeben. Er untersucht die Ursachen für den Anstieg der vollstationären Fälle in deutschen Krankenhäusern.

Dabei wurden keine Belege für eine medizinisch nicht gerechtfertigte Mengensteigerung in den deutschen Krankenhäusern gefunden. Allerdings machen vergleichende Analysen bei Art und Entwicklung des Leistungsspektrums deutliche Unterschiede zwischen den Universitätsklinika und den nicht universitären Häusern sichtbar.

Ein wesentlicher Unterschied: Die Universitätsklinika richten ihr Behandlungsangebot weniger stark an den Preisen für Krankenhausleistungen aus als andere Krankenhäuser. Dieser Befund überrascht nicht. Universitätsklinika können sich weniger auf lukrative Behandlungen spezialisieren, weil sie ein breites Leistungsspektrum anbieten müssen. Sie müssen jederzeit in der Lage sein, auch seltene und besonders schwierige Erkrankungen zu versorgen. Zudem brauchen sie für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten und für die Forschung das gesamte Spektrum an medizinischen Disziplinen.

Zum Zweiten hat die Bedeutung der Universitätsklinika für die Versorgung von akuten Notfällen wie etwa Schädel-Hirn-Traumata oder Brandverletzungen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Die Universitätsklinika haben hier jährliche Zuwachsraten von 4,1 Prozent, nicht universitäre Häuser dagegen nur 1,8 Prozent. Hohe Zuwachsraten verzeichnen die Universitätsklinika dabei vor allem in den Nebenzeiten, also an Wochenenden und in der Nacht. Eine mögliche Erklärung: Ein Teil der Krankenhäuser zieht sich zunehmend aus der Notfallversorgung zurück.

„Die Forschungsergebnisse belegen, dass Universitätsklinika in der Notfallversorgung überproportional beansprucht sind. Wir sichern die Versorgung rund um die Uhr auch für die schwersten Notfälle. Unsere Forderung nach einer Zusatzfinanzierung wird durch die Forschungsergebnisse untermauert. Notfallvorhaltung ist kostenintensiv und wird derzeit nicht ausreichend refinanziert. Immer mehr Krankenhäuser melden sich deshalb am Abend und an Wochenenden von der Notfallversorgung ab. Wir sind dann der Ausfallbürge und haben die ungedeckten Kosten“, so Professor Michael Albrecht, erster Vorsitzender des Verbandes der Universitätsklinika (VUD).

„Die Forschungsergebnisse bestätigen, dass es deutliche Unterschiede zwischen Universitätsklinika und anderen Krankenhäusern gibt. Universitätsklinika können sich weniger spezialisieren und tragen eine überproportionale Last bei der Notfallversorgung. Daneben gibt es weitere Sonderaufgaben, etwa bei der ärztlichen Weiterbildung, die in dem Forschungsauftrag leider nicht untersucht wurden. Dennoch bleibt festzuhalten: Unsere Argumente für eine Zusatzfinanzierung unserer besonderen Aufgaben im Gesundheitssystem sind gut begründet“, erklärt Professor Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentags.

Auszüge mit den wichtigsten Aussagen des Forschungsauftrags zur Mengenentwicklung finden Sie hier.

Der Verband der Universitätsklinika Deutschlands (VUD) und der MFT Medizinischer Fakultätentag vertreten die Interessen der 33 Universitätsklinika sowie der 37 Medizinischen Fakultäten in Deutschland. Ihr Dachverband ist die Deutsche Hochschulmedizin e.V. Gemeinsam stehen die Verbände für Spitzenmedizin, erstklassige Forschung sowie die international beachtete Medizinerausbildung und Weiterbildung.

Pressemitteilung, Deutsche Hochschulmedizin e.V.
Pressestelle Deutsche Hochschulmedizin e.V., Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V., Alt-Moabit 96, 10559 Berlin, Tel: +49 (30) 3 94 05 17-25, Fax: +49 (30) 3 94 05 17-17, eMail: presse@uniklinika.de
10.07.2014
22.06.2017, 11:21 | dre
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