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  • Thomas Schönemann

Universitätsklinikum Erlangen

Nanomedizin gegen Krebs: Neue Möglichkeiten in Diagnostik und Therapie

Ähnlich wie Eisenspäne vom Magneten angezogen werden (Foto), können eisenhaltige Nanopartikel mit Magnetfeldern im Tumorgewebe konzentriert werden. © Foto: Uni-Klinikum Erlangen
Ähnlich wie Eisenspäne vom Magneten angezogen werden (Foto), können eisenhaltige Nanopartikel mit Magnetfeldern im Tumorgewebe konzentriert werden. © Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Krebs ist weltweit eine der Haupttodesursachen - mit steigenden Fallzahlen. Die Behandlung der Krankheit steht traditionell auf drei Säulen: Operation, Strahlen- und Chemotherapie. Nach Meinung führender Wissenschaftler könnte bald eine vierte Säule dazukommen: die Nanomedizin.

Über aktuelle Möglichkeiten, Perspektiven und Hindernisse auf dem Weg zur Nanomedizin gegen Krebs möchte Prof. Dr. Christoph Alexiou, Leiter der Sektion für Experimentelle Onkologie (SEON) an der Hals-Nasen-Ohren Klinik - Kopf- und Halschirurgie des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Heinrich Iro), bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, 29.01.2014, im Vorfeld des "Nano-Weltkrebstages" informieren. Am kommenden Freitag treffen sich dann die führenden Nanomedizin-Experten aus ganz Deutschland unter seiner Leitung zu einer Fachtagung in Erlangen.

"Aktuell erforschen wir, wie Tumoren mit winzigen Partikeln über die Blutbahn gezielt bekämpft werden können", sagt Prof. Alexiou. Ein vielversprechender Ansatz sei das "Magnetic Drug Targeting". Dabei werden Wirkstoffe an magnetische Nanopartikel gebunden und mit einem externen Magneten im Tumor konzentriert. Was in Tierstudien bereits gelang, soll nun bald am Menschen angewendet werden. "Aber auf dem Weg dorthin gibt es noch einige Hindernisse", so Prof. Alexiou. Wie diese überwunden werden können, darum soll es unter anderem am Freitag, 31.01.2014, im Rudolf-Wöhrl-Hörsaal in Erlangen gehen. Die deutschlandweit führenden Experten im Bereich Nanomedizin wollen dann darlegen, wie mit Nanomedizin eine "personalisierte Therapie" in greifbare Nähe rückt, welche Schwierigkeiten es gibt, Nanomedizin als Medizinprodukt oder Arzneimittel auf den Markt zu bringen, und welche konkreten Anwendungen es jetzt schon in Diagnostik und Therapie gibt.

Nanomedizin bietet Patienten jetzt schon erhebliche Vorteile

Nanomaterialien gewinnen in der Medizin immer mehr an Bedeutung. "Nano" ist ein Teilchen, wenn es ein- bis 1.000-mal kleiner als ein Milliardstel Meter ist. Nano-Partikel haben außergewöhnliche physikalische und chemische Eigenschaften im Vergleich zu nicht nanoskaligen Materialien derselben chemischen Zusammensetzung.

Nanomedizin bietet Patienten jetzt schon erhebliche Vorteile. Insgesamt befinden sich bereits 230 Nanomedizin-Produkte auf dem Markt oder in der klinischen Prüfung. Die Nanomedizin ermöglicht Technologien in allen Gesundheitsfeldern und bei wichtigen Erkrankungen (z. B. Krebs, kardiovaskuläre, neurodegenerative Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparats und entzündliche Erkrankungen) und beinhaltet 49 zugelassene Produkte. Viermal so viele befinden sich in der Prüfung, wovon sich die Hälfte bereits in Studien der Phase II oder III befindet. Rund 1.500 Akteure forschen europaweit auf dem Gebiet der Nanomedizin und haben sich auf der Europäischen Technologie-Plattform für Nanomedizin (ETPN) zusammengeschlossen. Mit dabei ist das Erlanger Forschungslabor SEON.

Pressemitteilung Universitätsklinikum Erlangen
Johannes Eissing, Tel.: 09131 85-36102, Mobil: 0160 909 13 697, eMail: presse@uk-erlangen.de
27.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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