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Klinikum Hanau

Neuartige Krebs-Therapie im Klinikum Hanau

Gemeinsame Diskussion zwischen Radiologen (Chefarzt Prof. Ernst Dinkel) und Gastroenterologen (Chefarzt PD Dr. Axel Eickhoff) vor einer geplanter Lasertherapie bei Gallengangstumor. © Foto: Klinikum Hanau
Gemeinsame Diskussion zwischen Radiologen (Chefarzt Prof. Ernst Dinkel) und Gastroenterologen (Chefarzt PD Dr. Axel Eickhoff) vor einer geplanter Lasertherapie bei Gallengangstumor. © Foto: Klinikum Hanau

Das Klinikum Hanau hat eine neue innovative Therapie für Patienten mit bösartigen Tumoren des Gallengangs etabliert. Die technisch aufwändige und anspruchsvolle Behandlungsmethode gibt es nur an wenigen Zentren in Deutschland und kann Krebspatienten eine deutliche Verlängerung der Lebenszeit bringen.

„Als großes Krankenhaus der Maximalversorgung ist es unser Anspruch, unseren Patienten auch ganz besondere und hochwertige Leistungen anzubieten, die nicht überall verfügbar sind", sagt der Ärztliche Direktor des Klinikums Hanau, Dr. med. André Michel.

„Patienten mit bösartigen inoperablen Gallengangstumoren können von der Lichttherapie – abgekürzt: PDT – erheblich profitieren. Das belegen wissenschaftliche Studien ganz eindeutig", erklärt Privatdozent Dr. med. Axel Eickhoff. Der Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Diabetologie und Infektiologie hat die Methode vor wenigen Wochen im Klinikum Hanau etabliert. „Die Lichttherapie ist sehr anspruchsvoll und erfordert umfangreiche technische Grundlagen und besonderes ärztliches Fachwissen. Deshalb wird die PDT in Deutschland nur an ganz wenigen Zentren angeboten. Diese Voraussetzungen sind bei uns mit dem Umzug in den Neubau und der Ausstattung unserer Klinik mit modernsten und hochwertigen Geräten jetzt gegeben", berichtet der Chefarzt.

Die Lichttherapie kommt vor allem für Patienten in Frage, denen andere Methoden wie Chemotherapie oder Strahlenbehandlung nicht mehr weiterhelfen. „Patienten, die eine Lichttherapie erhalten, leben im Durschnitt deutlich länger – dabei geht es um Monate und Jahre – und das bei sehr guter Lebensqualität", berichtet Chefarzt Dr. Axel Eickhoff. Sind die medizinischen Voraussetzungen gegeben, kann jeder Patient die Lichttherapie erhalten. Sie wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Das Prinzip der Lichttherapie kommt schon seit Jahren in anderen Bereichen der Medizin zum Einsatz, zum Beispiel in der Dermatologie und der Urologie.

Chefarzt Dr. Axel Eickhoff gibt das Beispiel eines Patienten aus dem Klinikum Hanau, der dort als einer der ersten im Juni dieses Jahres mit der Lichttherapie behandelt worden ist. Der Mann leidet an einem Krebs des Gallengangs und hatte bereits eine ganz ausgeprägte Gelbsucht entwickelt. Er wurde bisher einmal mit der Lichttherapie versorgt. Bis dahin war er bettlägerig und verzeichnete einen deutlichen Gewichtsverlust. „Jetzt ist er wieder mobil, hat keine Gelbsucht mehr und fährt sogar in den Urlaub. Es geht ihm aktuell gut", weiß Dr. Axel Eickhoff zu berichten.

Und so funktioniert die Behandlungsmethode konkret: Im Rahmen einer Gallengangsspiegelung wird mit Hilfe eines speziellen Lasergerätes die Energie direkt auf den Tumor abgegeben. „Zuvor wird der Patient dafür mit einem Farbstoff – einem so genannten Photosensibilisator – beladen", erklärt Dr. med. Axel Eickhoff. Das Medikament wird zwei Tage vor der Lichttherapie in die Vene gespritzt. In dieser Zeit muss sich der Patient konsequent für Sonneneinstrahlung schützen, weil er sonst Hautschäden wie bei einem schweren Sonnenbrand erleiden könnte.

„Das Besondere an der Behandlungsmethode ist", erläutert Chefarzt Dr. Eickhoff, „dass sich der Farbstoff fast ausschließlich in den Krebszellen anreichert und in nicht in gesundem Körpergewebe." Die Kombination von Photosensibilisator und Laserenergie führt dann zum Absterben der Zellen, zur so genannten Apoptose, dem Zelltod. Dabei entsteht keine Hitze, die Zellen werden daher auch nicht verbrannt oder geschmolzen.

Die Wirkung der Lichttherapie wird etwa alle vier Monate überprüft. Wenn der Patient darauf anspricht und der Tumor unter der Behandlung kleiner wird, kann sie in diesem Intervall praktisch zeitlich unbegrenzt zur Anwendung kommen.

Pressemitteilung Klinikum Hanau
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28.08.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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