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  • Thomas Schönemann

Heidelberg

Neue MRT-Einheit im NCT eröffnet

Professor Heinz-Peter Schlemmer und Regula Gnirs besprechen MRT-Befunde. © Foto: Tobias Schwerdt/DKFZ
Professor Heinz-Peter Schlemmer und Regula Gnirs besprechen MRT-Befunde. © Foto: Tobias Schwerdt/DKFZ

Studienpatienten im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg haben von nun an kürzere Wege: Im NCT-Gartengeschoss nahm gestern die neue MRT-Einheit des Deutschen Krebsforschungszentrums ihren Betrieb auf. Die DKFZ-Radiologen haben dort zwei Magnetresonanz-Tomographen installiert, darunter ein besonders leistungsstarkes 3 Tesla-MRT.

„Ein wichtiges Anliegen des NCT ist es, so viele Patienten wie möglich im Rahmen von klinischen Studien zu behandeln. Gerade bei Studienpatienten müssen wir besonders genau mitverfolgen, wie sich die Tumoren unter Therapie entwickeln. Dafür ist die MRT-Bildgebung unerlässlich“, erklärt Professor Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des DKFZ. „Mit dieser hochmodernen Einrichtung können wir auch die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum auf dem Gebiet der Radiologie ausbauen.“ Der Radiologe Professor Dr. Heinz-Peter Schlemmer vom DKFZ ergänzt: „Von jetzt an müssen die NCT-Patienten nicht den Weg ins DKFZ auf sich nehmen, sondern sie können die Untersuchung gleich in den ihnen bekannten Räumlichkeiten des NCT wahrnehmen.“

Die MRT-Einheit, die am 24. April ihren Betrieb aufnimmt, ist auf insgesamt über 400 Quadratmetern mit Anmeldung, Patienten-Wartebereich und Büros für die beteiligten Ärzte und Wissenschaftler ausgestattet.

Neben den Radiologen, die die bildgebende Diagnostik betreiben, nutzen auch die Medizinphysiker des DKFZ die beiden Geräte für Forschungszwecke: Sie entwickeln und verbessern Messverfahren, um mit funktionellen MRT-Messungen noch mehr biomedizinische Informationen über die Erkrankung zu erlangen, etwa über die Durchblutung des Tumors oder über die Membranstruktur der Krebszellen. Mit diesen Untersuchungen sollen Krebstherapien weiterentwickelt und noch gezielter auf den einzelnen Patienten zugschnitten werden.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Über 1000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) klären Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Heidelberg hat das DKFZ das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg eingerichtet, in dem vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik übertragen werden. Im Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK), einem der sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung, unterhält das DKFZ Translationszentren an sieben universitären Partnerstandorten. Die Verbindung von exzellenter Hochschulmedizin mit der hochkarätigen Forschung eines Helmholtz-Zentrums ist ein wichtiger Beitrag, um die Chancen von Krebspatienten zu verbessern. Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren.

Pressemitteilung des dkfz Heidelberg
Dr. Stefanie Seltmann, Im Neuenheimer Feld 280, 69120 Heidelberg, Tel.: 06221 / 422854, Fax: 06221 / 422968, eMail: s.seltmann@dkfz.de
24.04.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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