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  • Thomas Schönemann

Baermed Zürich

Operation durch das Schlüsselloch

Die MRI-Bilder (A) vor der Operation zeigen einen grossen Lebertumor auf der linken Seite (markiert mit Pfeilen). © Foto: Baermed
Die MRI-Bilder (A) vor der Operation zeigen einen grossen Lebertumor auf der linken Seite (markiert mit Pfeilen). © Foto: Baermed

Für einen sicheren Zugang zur Leber mussten Chirurgen bis vor wenigen Jahren grosse Schnitte am Oberbauch anlegen, die unschöne Narben zurückliessen. Heute können Lebertumore in vielen Fällen durch fünf bis zwölf Millimeter kleine Zugänge hindurch entfernt werden. Auch Baermed, das Zürcher Zentrum für Bauchchirurgie, setzt vermehrt auf diese Techniken.

Was noch vor wenigen Jahren undenkbar schien, ist heute bei Baermed Alltag: der Einsatz laparoskopischer Methoden bei der Entfernung von Lebertumoren. Mit dieser Technik können sämtliche Tumore, die auf der linken Seite der Leber oder an deren Oberfläche liegen, durch einen schlüssellochkleinen Zugang zur Bauchhöhle entfernt werden.

Dem Patienten bringt diese neue Operationsmethode grosse Vorteile: Die Schmerzen nach dem Eingriff sind geringer, die Wunde verheilt schneller und lässt keine oder bloss unscheinbare Narben zurück. Es dauert weniger lang, bis die PatientInnen wieder normal essen und aufstehen können. All diese Vorteile erreichen die Bauchspezialisten von Baermed bei gleich guten Operationsresultaten: Genau wie bei der herkömmlichen Methode ist es möglich, die Geschwulste präzise zu präparieren und mit sicherem Abstand zum gesunden Gewebe zu entfernen.

Auch für grosse Tumore geeignet

Bei dieser Operation wird das Lebergewebe mit modernsten Ultraschall-Instrumenten mit einem Durchmesser von nur wenigen Millimetern durchtrennt und die Schnittstellen werden im gleichen Schritt blutstillend versiegelt. Grössere Gefässe und Gallenwege, die mitten im Lebergewebe liegen, werden mit Klammern verschlossen. Hier stehen sämtliche Möglichkeiten zur Blutstillung - von Argonstrahlkoagulation über Elektrokoagulation bis hin zu körpereigenem Fibrinkleber - zur Verfügung.

Die moderne Operationstechnik eignet sich sogar für Lebertumore mit grossem Durchmesser, sofern sie gut liegen. Damit der Tumor als Ganzes entfernt werden kann, wird er nach der Präparation über den kleinen Zugang durch einen etwas grösseren Schnitt von ca. 5 Zentimetern im Unterbauch entfernt. So kann er anschliessend zur genauen Diagnose feingeweblich untersucht werden.

Tumore der Leber wachsen, ohne dass die Patienten etwas davon merken. Häufig werden Veränderungen an der Leber erst bei einer Ultraschall-Untersuchung des Bauchraums entdeckt. Mit Computertomographie- und Magnetresonanz-Untersuchungen werden dann die genaue Lage in der Leber, die Ausdehnung und die anatomische Beziehung zu Gefässen und Gallenwegen bestimmt. Diese Untersuchungen geben ausserdem erste Hinweise darauf, ob es sich um einen gut- oder bösartigen Tumor handelt. Mit einem PET Scan (Positron Emission Tomographie) lässt sich ausserdem feststellen, ob neben dem Lebertumor noch andere Tumore oder Ableger vorhanden sind.

Um die Art des Tumors endgültig zu bestimmen, muss er jedoch in der Regel operativ entfernt werden, wobei wenn immer möglich die Schlüsselloch-Methode eingesetzt wird.

Hochspezialisiertes Team

Minimalinvasive Leberoperationen werden von unseren erfahrenen Operationsteams durchgeführt. Neben Leberchirurgen, die über eine grosse Erfahrung in laparoskopischen und onkologischen Operationen verfügen, stehen auch spezialisierte Teams der Anästhesie, der Intensivmedizin, der Gastroenterologie, versierte Operationsschwestern und Pflegende zur Verfügung. Der Operationssaal ist mit den modernsten Geräten und mehrfachen Monitorsystemen ausgerüstet, und alle erforderlichen Instrumente sind selbstverständlich vorhanden.

Dank dieser Voraussetzungen können heute hochspezialisierte Teams diese Technik für die Leberresektion anwenden.

Baermed ist ein eigenständiges Centre of Excellence an der Klinik Hirslanden. Sein erfahrenes Chirurgenteam geniesst einen hervorragenden nationalen und internationalen Ruf. Die chirurgischen Spezialisten sind kompetent in der hochspezialisierten, komplexen Bauchchirurgie, der Tumorchirurgie des Bauchraums, der Chirurgie des Übergewichtes und der Endokrinen Chirurgie. Das hohe akademische Niveau wird durch eigene klinische und Grundlagen-Forschung im Bereich der Zell-Matrix-Implantation sowie klinischen Kooperationen mit namhaften Universitäten in Indonesien und in der Schweiz aufrecht erhalten und erweitert. Baermed ist Mitglied der Gruppe Hochspezialisierte Viszeralchirurgie.

Prof. Dr. med. Hans U. Baer, Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Viszeralchirurgie.
Prof. Dr. med. Hans U. Baer, Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Viszeralchirurgie. © Foto: Baermed

Prof. Dr. med. Hans U. Baer ist ein renommierter Leber-, Gallenblasen- und Pankreaschirurg. Eine enge interdisziplinäre Abklärung und Beratung bilden die Grundlage für innovative und erfolgreiche Behandlungskonzepte. Sorgfältige Technik, langjährige Erfahrung sowie modernste Operationsgeräte und -instrumente haben massgeblichen Einfluss auf den Erfolg chirurgischer Eingriffe bei gefährlichen Tumoren. Prof. Baer ist Gastprofessor mit Lehrauftrag für Wissenstransfer und Ausbildungsoperationen an zwei indonesischen Universitäten.

"Die chirurgische Kunst ist die Synthese wissenschaftlicher Erkenntnis, technischer Fähigkeiten, richtiger Wahl der Indikation und Verständnis für Rat suchende und kranke Menschen. Der Arzt sitzt dem Patienten nicht nur gegenüber, er steht ihm auch zur Seite."
(Zitat Prof. Dr. med. Hans U. Baer)

Baermed. Zentrum für Bauchchirurgie
Prof. Dr. med. Hans U. Baer
Facharzt FMH für Chirurgie, spez. Viszeralchirurgie

Baermed.
Witellikerstrasse 40, CH-8032 Zürich
Telephone +41 44 387 30 92, Fax +41 44 387 30 90
http://www.baermed.ch

Pressemitteilung Baermed. Zentrum für Bauchchirurgie
Baermed., Nina Astolfi, Tel.: +41 44 387 30 92, eMail: nina.astolfi@baermed-chirurgie.ch
25.06.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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