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Klinikum der Universität München

Radiopharmazie-Zentrum am Klinikum der Universität München geht in Betrieb

Radiopharmaziezentrum von Sueden. © Foto: Klinikum der Universität München"
Radiopharmaziezentrum von Sueden. © Foto: Klinikum der Universität München

Radionuklide sind Bestandteil der personalisierten Medizin in der Onkologie. Das Klinikum der Universität München betreibt bundesweit eine der größten nuklearmedizinischen Einrichtungen und stellt nun mit einer eigenen Produktionsstätte sicher, dass die Patientenversorgung sowie die Forschung und Lehre im Bereich der Nuklearmedizin gewährleistet ist.

Dazu wurde am Campus Großhadern in Kooperation mit der Erlanger Firma PET Net GmbH in nur 15 Monaten Bauzeit ein neues innovatives Radiopharmazie-Zentrum errichtet.

Die Bestimmung der Vitalität von Gewebe mit Hilfe schwach radioaktiv markierter Subtanzen spielt nicht nur in der Krebsmedizin, sondern zum Beispiel auch bei der Diagnostik eines Herzinfarktes, in der Kinderheilkunde, bei Erkrankungen des Skelettsystems oder in der Neurologie (Alzheimer, Parkinson) eine wichtige Rolle. Therapeutisch eingesetzt werden Radiopharmaka etwa bei bestimmten Schilddrüsen-Erkrankungen oder in der Tumorbekämpfung. In der Diagnostik steht die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) im Vordergrund, ein bildgebendes Verfahren, das eine erhöhte diagnostische Genauigkeit bietet und in der Kombination mit der Computertomographie seit Jahren steigende Untersuchungszahlen aufweist. „Durch die nur schwach strahlenden Radiopharmaka, die dem Patienten verabreicht werden, können so beispielsweise sicher und exakt Untersuchungen verschiedener Gewebetypen vorgenommen werden“, erklärt Prof. Dr. Peter Bartenstein, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum der Universität München. „Auf Basis dieser Daten ist dann z.B. eine individuelle Therapie-planung möglich.“ Die Strahlenexposition für den Patienten selbst ist in der modernen Nukleardiagnostik wegen der verwendeten kurzlebigen Radionuklide eher gering einzuschätzen, vergleichbar einer Röntgenuntersuchung.

Dr. Franz J. Gildehaus, Projektleiter der Nuklearmedizin, erklärt: „Die geplante Produktionsstätte wird die Möglichkeit eröffnen, neue Biomarker für die Diagnostik und Radiotherapeutika für die individualisierte Therapie zukünftig noch schneller der Patientenversorgung zugänglich zu machen.“ Dazu wurde das neue Gebäude mit Zyklotron und Pharmaproduktion nach den aktuellen Strahlenschutz- und Arzneimittelrichtlinien konzipiert, so dass für Mitarbeiter, Patienten und Umwelt ein Optimum an Sicherheit erzielt wird. Die dort hergestellten Produkte können nach industriellen Standards hergestellt werden.

Das Radiopharmazie-Zentrum wurde in Kooperation mit der PET Net GmbH, einem Spin-off der Universität Erlangen, errichtet. Das Projekt mit einem Finanzierungsvolumen von 15 Mio. Euro ist im Rahmen einer Public-Private Partnership (PPP) abgewickelt worden und beinhaltet neben dem Bau der Betriebsstätte auch eine langfristige Kooperation zur Produktion und Entwicklung von heute gängigen und neuen Radiopharmaka und deren Zulassung.

Die PET Net GmbH betreibt bereits zwei Produktionsstätten nach dem PPP-Prinzip in Bayern an den Standorten Erlangen und Regensburg und verfügt über langjährige Erfahrung im Betrieb von Anlagen zur Herstellung radioaktiver Arzneimittel, im Umgang mit Arzneimittelzulassungen, Herstellerlaubnissen und Betriebsgenehmigungen.

Das neue Radiopharmazie-Zentrum ist durch die für diesen Zweck gegründete PET Net München GmbH gemeinsam mit dem Konsortialpartner Perner GmbH Rosenheim errichtet worden. Aus der Symbiose der jeweils langjährigen Erfahrungshintergründe zum Bau von medizinischen und industriellen Objekten (Perner) und der Planung und dem Betrieb radiopharmazeutischer Anlagen (PET Net) erhielt das nach neuesten Workflow-Gesichtspunkten konzipierte Produktions- und Forschungsgebäude eine klare, auf Nachhaltigkeit ausgelegte, Grundstruktur und besticht durch seine Optik, seine Funktionalität und die Erweiterbarkeit des Baus.

Pressemitteilung LMU/Klinikum der Universität München
Prof. Dr. Peter Bartenstein, Direktor Klinik für Nuklearmedizin, Klinikum der Universität München, Tel.: 089 / 7095-4610, eMail: Peter.Bartenstein@med.uni-muenchen.de
01.08.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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