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Uniklinikum Jena

Schonendere Rachenkrebs-Operationen am UKJ: Farbstoff vereinfacht Eingriffe mit Operationsroboter

Das Anfärben von Rachen-Tumoren ermöglicht schonendere Eingriffe mit dem DaVinci-Operationsroboters am Jenaer Uniklinikum. © Foto: UKJ
Das Anfärben von Rachen-Tumoren ermöglicht schonendere Eingriffe mit dem DaVinci-Operationsroboters am Jenaer Uniklinikum. © Foto: UKJ

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 13.000 Menschen an Mundhöhlen- oder Rachenkrebs. „Ein Problem bei der Therapie dieser Tumoren war es bisher, exakt zwischen gesundem und kranken Gewebe zu unterscheiden“, sagt Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Jena (UKJ).

Deshalb wird der Tumor nun während der Operation eingefärbt. „Dadurch kann die Grenze zwischen Tumor und gesundem Gewebe besser erkannt werden. Die Operation mit dem DaVinci-Operationsroboter wird somit noch schonender für den Patienten“, bestätigt Prof. Guntinas-Lichius. Seit Anfang des Jahres bieten die Jenaer HNO-Mediziner das Verfahren mit Farbstoff an.

Bei der sogenannten Nahinfrarot-Spektroskopie geben die Experten der HNO-Klinik einen Farbstoff in die Blutbahn des Patienten. Dieser reichert sich im Tumor an und erscheint mithilfe eines speziellen Lasers leuchtend grün. „Dadurch können wir Tumoren deutlich präziser entfernen. Denn unser Ziel ist es, möglichst viel gesundes Gewebe zu erhalten“, so Prof. Guntinas-Lichius. Bislang wurde aus Sicherheitsgründen neben dem Tumor auch erheblich gesundes Gewebe entfernt.

Seit mehr als einem Jahr führen die Jenaer HNO-Experten erfolgreich Eingriffe mit dem DaVinci-Roboter durch. Besonders bewährt hat sich dieser bei der Entfernung bösartiger Tumoren. „Auch wenn der Tumor ungünstig tief im Rachen oder im Bereich des Zungengrundes liegt, können wir mit dem Operationsroboter ohne äußerliche Schnitte direkt minimal-invasiv durch den Mund operieren“, sagt Privatdozent Dr. Thomas Bitter, Oberarzt und einer der HNO-Chirurgen, die mit dem Roboter arbeiten. Beim Eingriff mit dem Operationsroboter steuert der Arzt die endoskopischen Instrumente von einer Konsole aus. Eine hochauflösende 3D-Kamera gibt dem Operateur während des Eingriffs am Bildschirm einen kompletten Überblick über die Lage des Tumors und das umgebende Gewebe.

Kontakt:
PD Dr. med. habil. Thomas Bitter
Oberarzt an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde am UKJ
Lessingstraße 2
07740 Jena
Tel.: 03641 / 9-35159
eMail: thomas.bitter@med.uni-jena.de

Anne Böttner, Pressereferentin UKJ
Anne Böttner, Pressereferentin, Universitätsklinikum Jena, Stabsstelle Unternehmenskommunikation, Bachstraße 18, 07743 Jena, Tel.: 03641 / 933399, Fax: 03641 / 933322, eMail: anne.boettner@med.uni-jena.de
24.05.2016
22.06.2017, 11:21 | tsc
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