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  • Thomas Schönemann

Neuer Service der HNO-Klinik der MHH

Spezialsprechstunde für Tracheostoma-Patienten

Blick in die Abendsonne. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Blick in die Abendsonne. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

In der Tumorsprechstunde der HNO-Klinik an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) werden die Patienten auch nach Abschluss der Kerntherapie über Jahre weiter betreut. Eine Großzahl von ihnen erlebt im Verlauf der Erkrankung einen Luftröhrenschnitt, der die Atemwege vor Infektionen und Verschlucken schützt.

Der Luftröhrenschnitt wird häufig vor der definitiven Therapie durchgeführt und kann in vielen Fällen nach Abschluss der Therapie wieder verschlossen werden. In bestimmten Fällen bleibt das Tracheostoma lebenslang, und das bedeutet eine dauerhafte Umstellung des Lebens für Patienten. Sie müssen teilweise das Schlucken und Sprechen neu lernen. Damit das gelingt, sind sie von der apparativen Versorgung des Tracheostoma abhängig. Um diese Patienten besser zu unterstützten und der Komplexität der apparativen Versorgung gerecht zu werden, hat die HNO-Klinik nun eine Spezialsprechstunde für die tracheotomierten Patienten etabliert. Fachübergreifend sollen alle neurologischen, internistischen und HNO-Patienten betreut werden.

Die diversen und interdisziplinären Fragen lassen sich nur durch kompetente Partner sinnvoll angehen. Daher arbeitet die HNO-Klinik mit Kollegen aus der Phoniatrie um Professor Dr. Martin Ptok, aus der Gastroenterologie um Professor Dr. Michael P. Manns und Professor Dr. Tim Lankisch, der Firma ATOS und nicht zuletzt dem Verband der Kehlkopflosen als Fachleute bzw. Betroffene zusammen. So wird das komplette Feld der Diagnostik und Therapie abgedeckt - von operativer Behandlung bis hin zum klärenden Gespräch. Beratungsschwerpunkte der Spezialsprechstunde liegen auf den Bereichen Trachealkanüle (Anpassen und Auswahl der geeigneten Trachealkanüle, richtiges Einsetzen und Aufbereiten sowie Befestigungsmöglichkeiten), dem Bereich Sprechen, etwa der Stimmbildung bzw. Hilfsmitteln wie Sprechventile oder Epithesen, dem Bereich Schluckdiagnostik und Therapie. Die Probleme der Fistelbildung sollen ebenfalls individuell behandelt werden. Nicht zuletzt soll aber auch die Pflege von Tracheostoma und Haut sowie psychosomatische Betreuung dieser Patienten stattfinden.

Seit Jahrzehnten hat sich die HNO-Klinik der Behandlung von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich verschrieben. Die Behandlung von Tumorerkrankungen setzt zum einen eine große chirurgische Erfahrung voraus, zum anderen legt Klinikdirektor Professor Dr. Thomas Lenarz sehr großen Wert auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen. Die durchgeführte Diagnostik und Therapie ist standardisiert und an die Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft angepasst.

Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich, um Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Die ambulante Tumorsprechstunde der HNO-Klinik findet jeden Dienstag von 8 bis 14 Uhr statt. Interessierte Patienten können unter Telefon (0511) 532-3032 einen Termin vereinbaren.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Professor h.c. Dr. Thomas Lenarz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Telefon (0511) 532-6565 , lenarz.thomas@mh-hannover.de

Stefan Zorn, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Medizinische Hochschule Hannover
Stefan Zorn, MHH, Tel.: 0511 / 532-6773, Fax: 0511 / 532-3852, eMail: zorn.stefan@mh-hannover.de
13.01.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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