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  • Thomas Schönemann

Typisierung in der Mensa

Studierende engagieren sich im Kampf gegen Blutkrebs

Studenten der Uni Hohenheim beim Besuch Máxima, Königin der Niederlande am 4. Juni 2013 an der Universität. © Foto: Universität Hohenheim
Studenten der Uni Hohenheim beim Besuch Máxima, Königin der Niederlande am 4. Juni 2013 an der Universität. © Foto: Universität Hohenheim

Neue Lebenschancen durch Typisierungsaktion an der Universität Hohenheim: In nur vier Stunden haben sich über 355 Studenten am Dienstag, 29. Oktober, an der Universität Hohenheim im Rahmen der Aktion „Gemeinsam gegen Blutkrebs“ bei der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registrieren lassen. Zudem sind 286,40 Euro an Geldspenden zusammen gekommen.

Der Schirmherr der Aktion und Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert, und die Veranstalter können auf eine erfolgreiche Typisierungsaktion zurückblicken. Initiator ist das Junior Business Team, eine studentische Unternehmensberatung aus Hohenheim. Nach einer erfolgreichen Kooperation mit der DKMS im Jahre 2008 handelt es sich bereits um das zweite gemeinsame Pro-Bono-Projekt.

Neben der Durchführung der Typisierungsaktion beinhaltet das Projekt auch die Erstellung eines Kriterienkataloges, welcher der DKMS nachhaltig helfen soll, geeignete studentische Gruppen für die Durchführung solcher Typisierungsaktionen auszuwählen. „In Deutschland finden viele Blutkrebspatient noch immer keinen passenden Spender, deshalb sind Registrierungsaktionen wie diese unglaublich wichtig“, so Daniel Wilhelm von der DKMS.

Die Suche nach einem „genetischen Zwilling“

Das Gesicht der Aktion prägt der 21-jährige Michael. Der Blutkrebspatient unterzog sich bereits fünf Chemotherapien, die bisher erfolglos blieben. Im Zuge der Aktion an der Universität Hohenheim erhofft sich das Projektteam, einen passenden Spender für Michael und viele andere Erkrankte zu finden.
Dafür müssen die Wangenabstriche zunächst im Labor ausgewertet werden. Tritt tatsächlich der Fall des „genetischen Zwillings“ ein, d.h. entsprechen sich die Gewebemerkmale des Spenders und des Erkrankten, kann es zu einer Stammzellen- oder einer Knochenmarkspende kommen.

Diagnose Blutkrebs: Alle 16 Minuten

In Deutschland erhält alle 16 Minuten ein Patient diese niederschmetternde Diagnose. Nur ein Drittel der Patienten, die eine Stammzellenspende benötigen, findet innerhalb der Familie einen geeigneten Spender, der Großteil benötigt einen nicht verwandten Spender. Durch das Engagement von über 3,8 Mio. registrierten potenziellen Stammzellenspendern ist es möglich, dass heute täglich mindestens 14 DKMS-Spender Stammzellen für Patienten auf der ganzen Welt spenden. Seit Bestehen der DKMS konnte so bereits 38.099 Patienten die Chance auf ein gesundes Leben geschenkt werden.

Pro-Bono-Engagement des JBTs

Als gemeinnütziger Verein unterstützt das Junior Business Team regelmäßig soziale Organisationen in Form von Pro-Bono-Projekten. Bei der Kooperation mit der DKMS handelt es sich bereits um das achte Projekt der Studenten in den letzten sechs Jahren. Das Junior Business Team bedankt sich bei allen Helfern und Spendern der Aktion, die diesen herausragenden Erfolg erst ermöglicht haben. Ein besonderer Dank gilt dem Schirmherrn Prof. Dr. Stephan Dabbert, der diese Aktion mit unterstützte.

Mit einer Stammzellenspende eine neue Chance auf Leben geben

Knochenmarkspenden sind mit vielen Ängsten verbunden, die nicht selten auf Unwissenheit zurückzuführen sind. Matthias C., Mitglied des Junior Business Teams, hat sich vor einiger Zeit registrieren lassen und steht jetzt kurz vor einer Spende.

Warum hast Du Dich für die Spende entschieden?
„Ich weiß aus meiner ganz persönlichen Erfahrung, welche Gedanken und Sorgen einem durch den Kopf gehen, bevor man Stammzellenspender wird – mir ging es schließlich nicht anders. Doch dann habe ich mich intensiv damit beschäftigt, und am Ende fiel mir die Wahl ganz leicht."

Wie wird die Spende entnommen?
„Prinzipiell gibt es zwei Alternativen, zwischen denen man auswählen kann. Mehr als 80 Prozent der Spender machen es – anders als häufig vermutet wird – über eine sogenannte periphere Stammzellentnahme. Dabei werden Stammzellen über ein spezielles Verfahren aus dem Blut gesammelt. Dafür ist keine Operation notwendig, nicht mal eine Narkose. Ich habe mich auch für diese Variante entschieden.“

Hintergrund: Das Junior Business Team
Der Junior Business Team (JBT) wurde 1997 gegründet und ist die führende studentische Unternehmensberatung der Region Stuttgart. Die studentischen Mitglieder führen Beratungsprojekte jeglicher Art für die verschiedensten Unternehmen durch. Seit Dezember 2011 ist das JBT nach DIN EN ISO 9001:2008 zertifiziert. Unter anderem wird durch die Erfüllung dieser Normanforderungen die herausragende Qualität der Beratungsleistungen sichergestellt.

Florian Klebs, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Universität Hohenheim
Junior Business Team e.V., Studentische Unternehmensberatung, Steckfeldstr. 1, 70599 Stuttgart, Tel.: 0711 / 93 59 63 48, URL: www.studentische-beratung.de
30.10.2013
22.06.2017, 11:21 | tsc
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