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  • Thomas Schönemann

Messung von Behandlungsqualität

Behandlungserfolg von Prostatakrebs erstmals aus Patientensicht messbar

Internationales Team hat erstmals für Patienten fokussierte Standardmessgrößen zum Behandlungserfolg definiert. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Internationales Team hat erstmals für Patienten fokussierte Standardmessgrößen zum Behandlungserfolg definiert. © Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Ist Behandlungsqualität bei Prostatakrebs überhaupt messbar? Bis heute bestreiten dies viele Wissenschaftler. Sie sind überzeugt, dass es keine messbaren Indikatoren zum Behandlungserfolg beim Prostatakarzinom geben kann. Ein internationales Team hat nun erstmals für Patienten fokussierte Standardmessgrößen zum Behandlungserfolg definiert.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Deutschlandweit werden jährlich 67.000 Neuerkrankungen registriert, an deren Folgen pro Jahr 12.000 Männer sterben.

Die Ergebnisse des Teams hat heute der Präsident von International Consortium of Health Outcome Measurement (ICHOM), Dr. Jens Deerberg-Wittram, auf der Jahrestagung des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) in Magdeburg vorgestellt. ICHOM arbeitet weltweit mit internationalen Wissenschaftlern und Patientenvertretern zusammen, mit dem Ziel Qualitätsindikatoren zur Messung der Patientengesundheit nach Behandlungen zu definieren. Das Konsortium hat seinen Sitz in Cambridge im US-Bundesstaat Massachusetts. Das Projekt wurde 2013 von ICHOM koordiniert, in Kooperation mit der Harvard Business School. Ebenfalls war der BPS beteiligt.

„Diese neue Datentransparenz zeigt Ärzten, wie gut sie die Behandlung im Vergleich zu anderen durchführen können. Sie erlaubt Kassen die Steuerung von Patienten zu Kliniken mit hoher Behandlungsqualität und ermöglicht Politikern und Fachgesellschaften festzulegen, welche Strukturen und Prozesse im Sinne des Patienten vorgehalten werden müssen. Das Wichtigste hierbei ist aber, das der Patient nun herausfinden kann, welche Behandlung für ihn geeignet ist und wer diese erfolgreich durchführen kann“, so Dr. Deerberg-Wittram am Mittwoch in Magdeburg.

Die Arbeitsgruppe hat je nach Krankheitsbild standardisierte Messgrößen ermittelt. Dazu wurden drei Angaben berücksichtigt: Die vom Patienten übermittelten Berichte vom Krankheitsverlauf, akute Komplikationen während der Behandlung sowie medizinische Kontrolluntersuchungen. Mit den entwickelten Indikatoren sollen die Behandlungsmethoden für den lokal begrenzten Prostatakrebs, wie der Operation zur Entfernung der Prostata, Strahlentherapie von außen, von innen (Brachytherapie) und die Aktive Überwachung berücksichtigt werden.

Die Indikatoren werden in zertifizierten Prostatakrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft und in den Leitlinien zur Behandlung von Prostatakrebs ihre Anwendung finden. Auch werden die Ergebnisse weltweit veröffentlicht und können überall für die Messung von Behandlungsqualität genutzt werden. (Brigitte Papayannakis)

Über den BPS:

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS) wurde im Jahr 2000 von 18 Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen gegründet und hat seinen Sitz im Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn. Mittlerweile gehören 240 Selbsthilfegruppen dem BPS an. Der gemeinnützige Verein steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Krebshilfe und ist europaweit die größte und weltweit die zweitgrößte Organisation von und für Prostatakrebspatienten. Der BPS ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, in der BAG Selbsthilfe sowie der europäischen Prostatakrebs Selbsthilfevereinigung "Europa UOMO".

Mehr Informationen zum BPS: www.prostatakrebs-bps.de

Pressemitteilung BPS
Carolin Stock, Bundesgeschäftsstellenleiterin, Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., Haus der Krebs-Selbsthilfe, Thomas-Mann-Str. 40, 53111 Bonn, Tel.: 0228 / 338895-02, Fax: 0228 / 338895-10, eMail: carolin.stock@prostatakrebs-bps.de
02.07.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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