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  • Thomas Schönemann

Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe

Europäischer Prostatakrebstag 2014 – Senkung der Sterblichkeitsrate dank PSA-Test?

Kontroversen um die PSA-Bestimmung - Eine Studie könnte hier Klarheit schaffen. © Foto: AOK-Mediendienst
Kontroversen um die PSA-Bestimmung - Eine Studie könnte hier Klarheit schaffen. © Foto: AOK-Mediendienst

Sinnvoll oder nicht? Seit Jahren ist der PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs in der Medizin umstritten. Das Thema Früherkennung ist ein Schwerpunkt des heutigen Europäischen Prostatakrebstages 2014. Anlässlich des Aktionstages möchte der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS) auf neue Ergebnisse der europäischen Langzeitstudie „European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer“ (ERSPC) zum PSA-Screening aufmerksam machen. Die Untersuchung läuft seit 1994 in acht europäischen Ländern.

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes. Weltweit werden pro Jahr 900.000 neue Fälle von Prostatakrebs diagnostiziert, rund 260.000 Männer sterben an der Erkrankung. In Deutschland sind es 67.000 Neuerkrankungen, an deren Folgen 12.000 Patienten sterben. Die Erkrankung tritt meist im höheren Lebensalter auf. Früh erkannt, ist sie in der Mehrzahl der Fälle heilbar.

Die neuen Ergebnisse der ERSPC-Studie belegen den Rückgang der Sterblichkeitsrate um 21 Prozent. „Dieses Ergebnis basiert auf einer Nachbeobachtung von 13 Jahren. Wobei die Dauer der Nachbeobachtungen im Mittel erst zwischen drei und sechs Jahren liegt. Damit bestätigt die Studie retrospektiv erhobene Daten des Nationalen Krebsinstituts der USA. Alle Schlussfolgerungen sind zu diesem Zeitpunkt dennoch vorläufig. Aber sie zeigen die Vorteile einer Früherkennung auf, die jedoch immer gegen möglichen Nachteile individuell abgewogen werden müssen“, so der stellvertretende BPS-Vorsitzende Paul Enders am Montag in Bonn.

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie verweist in ähnlicher Weise auf die Vor- und Nachteile der Früherkennung. Sie empfiehlt Männern, sich ab dem 45. Lebensjahr über das Prostatakrebsrisiko aufklären zu lassen.

„Eine mögliche Überbehandlung nach der Entdeckung von Tumoren kann als Folge zu Inkontinenz oder Impotenz führen. Der PSA-Test kann auch erhöht sein, obwohl kein Tumor vorhanden ist. Das sind Risiken, die gegen diesen Test sprechen und daher zu Widersprüchen in der Fachwelt führen“, meint Enders und ergänzt: „Auf der anderen Seite ist der Nutzen hingegen nachvollziehbar - ein Tumor kann frühzeitig entdeckt und rechtzeitig aktiv therapiert werden.“ (Brigitte Papayannakis)

Über den BPS:

Der Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e. V. (BPS) wurde im Jahr 2000 von 18 Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen gegründet und hat seinen Sitz im Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn. Mittlerweile gehören 240 Selbsthilfegruppen dem BPS an. Der gemeinnützige Verein steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Krebshilfe und ist europaweit die größte und weltweit die zweitgrößte Organisation von und für Prostatakrebspatienten. Der BPS ist Mitglied im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband, in der BAG Selbsthilfe sowie in der europäischen Prostatakrebs Selbsthilfevereinigung "Europa UOMO“. Der BPS im Internet: www.prostatakrebs-bps.de

Pressemitteilung des Bundesverbandes Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. (BPS)
Carolin Stock, Bundesgeschäftsstellen-Leiterin, Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V., Tel.: 0228 - 338895-02, Fax: 0228 / 338895-10, eMail: carolin.stock@prostatakrebs-bps.de
15.09.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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