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  • Thomas Schönemann

Geheilt, aber nicht gesund

Frauenselbsthilfe nach Krebs fordert mehr Unterstützung für Langzeitüberlebende

Nicht im Regen stehen lassen: Mehr Unterstützung für Langzeitüberlebende. © Foto: rudolf ortner / pixelio.de
Nicht im Regen stehen lassen: Mehr Unterstützung für Langzeitüberlebende. © Foto: rudolf ortner / pixelio.de

Am Weltkrebstag wird das Thema Krebs in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und es gibt viel Positives zu berichten. So zum Beispiel, dass immer mehr Menschen ihre Krebserkrankung überleben. Was häufig übersehen wird, sind die therapiebedingten Spätfolgen mit denen Langzeitüberlebende zu kämpfen haben. Sie brauchen mehr Unterstützung.

Immer mehr Menschen überleben heute ihre Krebserkrankung. Insbesondere der Einsatz moderner zielgerichteter Therapien trägt neben der Strahlen- und Chemotherapie dazu bei, die Sterblichkeit bei Krebs deutlich zu senken. Doch diese Therapien haben ihren Preis. "Häufig leiden die Betroffenen noch Jahre nach Abschluss der Behandlung unter körperlichen Komplikationen", erläutert Karin Meißler, Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH).

Besonders belastendend seien dabei das Fatigue-Syndrom, also chronische Erschöpfung, Osteoporose sowie Polyneuropathie, eine schmerzhafte Erkrankung des peripheren Nervensystems. Aber auch sexuelle Beschwerden minderten die Lebensqualität erheblich. "In vielen Fällen haben die ehemaligen Patienten keinen dauerhaften Ansprechpartner, der über den Krankheitsverlauf, die Therapie und deren Langzeiteffekte wirklich gut Bescheid weiß", kritisiert Meißler. "Außerdem fehlen Informationsmaterialien und Interventionsangebote." Diese Lücke im Gesundheitssystem zu schließen, fordert die Frauenselbsthilfe nach Krebs, eine der ältesten und größten deutschen Krebs-Selbsthilfeorganisationen.

"Wir wünschen uns eine Versorgung, bei der die Patienten weit über ihre eigentliche Krebstherapie hinaus durch verschiedene, auch nicht-medizinische Disziplinen begleitet werden", erläutert Meißler. Nur so würden die Betroffenen auf dem Weg vom Krebskranken zum Krebsüberlebenden nicht verloren gehen.

Angesichts der rasch zunehmenden Zahl an Langzeitüberlebenden müsse in Zukunft ein Fokus der onkologischen Versorgung auf dieser Gruppe liegen, so die Frauenselbsthilfe nach Krebs. Zielsetzung sollte das Lösen von Schnittstellenproblemen, eine verbesserte und detailliertere Information von Patienten und Angehörigen sowie das frühzeitige Erkennen bzw. die Prävention behandelbarer Folgeerscheinungen medizinischer oder/und psychosozialer Natur sein.

Die Frauenselbsthilfe nach Krebs - Bundesverband e.V. ist eine der größten und ältesten Krebs-Selbsthilfeorganisation in Deutschland. Sie verfügt bundesweit über ein dichtes Netz an regionalen Gruppen. Neben der Aufgabe, Betroffene aufzufangen, zu informieren und zu begleiten, widmen sich die Mitglieder der Frauenselbsthilfe der Interessenvertretung von Menschen mit und nach Krebs.

Pressemitteilung Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V.
Frauenselbsthilfe nach Krebs Bundesverband e.V., Caroline Mohr, Tel.: 0228 / 33889-408, Fax: 0228 / 33889-401, eMail: c.mohr@frauenselbsthilfe.de
03.02.2015
22.06.2017, 11:21 | tsc
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