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Medizin: Faszination Forschung

Leben mit und nach dem Krebs

Charlotte Link. © Foto: Blanvalet Verlag
Charlotte Link. © Foto: Blanvalet Verlag

Mit einem außergewöhnlichen Abend und einem besonderen Gast setzen die Universitätsmedizin Mainz und die Medizinische Gesellschaft ihre Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” fort. Am 21. Mai 2014 liest Charlotte Link ausgewählte Passagen aus ihrem noch unveröffentlichten Buch „Sechs Jahre. Der Abschied von meiner Schwester“. Es geht an diesem Abend um "Leben mit und nach dem Krebs", um Patienten, die ihre eigentliche Krebserkrankung überstanden haben, jedoch an den Spätfolgen der Behandlung leiden.

Eine autobiografische Schilderung dieses Schicksals aus Sicht einer Angehörigen, erzählt an diesem Abend die bekannte Schriftstellerin Charlotte Link. Die Experten der Universitätsmedizin Mainz Privatdozent Dr. Peter Kaatsch, Leiter des Deutschen Kinderkrebsregisters und stellvertr. Leiter des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz, und Prof. Susanne Singer, ebenfalls vom IMBEI, informieren anschließend über die Spätfolgen der Krebstherapie bei Kindern. Moderiert wir die Veranstaltung von Univ.-Prof. Dr. Maria Blettner, Direktorin des IMBEI. Die Besucher der gemeinsamen Vortragsreihe „Medizin: Faszination Forschung” können Mainzer Spitzenforscherinnen und -forscher hautnah erleben sowie aktuelle Trends im persönlichen Gespräch diskutieren. Was dabei im Fokus ihrer Arbeit steht, stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler jeweils mittwochs ab 19.15 Uhr im Hörsaal der Chirurgie (Gebäude 505H, Universitätsmedizin Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz) vor. Alle Interessierten sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Charlotte Link liest zu Beginn des Abends ausgewählte Passagen aus ihrem in Kürze erscheinenden Buch „Sechs Jahre“. Darin berichtet die Schriftstellerin auf eindringliche Weise erstmals von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Autorin, voller Einblicke in ihr eigenes Leben und Fühlen, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten zweifeln lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.

Diese konkrete Krankengeschichte zeigt auch die wissenschaftliche Relevanz des Themas auf. Anhand von Daten kann die Forschung wichtige Hinweise zur Früherkennung, zu möglichen Ursachen, zu den Überlebenschancen und für bessere Therapien geben. Im Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz werden mittlerweile ca. 30.000 erwachsen gewordene (ehemalige) Patienten nachbeobachtet. Erfreulicherweise haben sich die Heilungschancen von Kindern, die an Krebs erkranken, in den zurückliegenden Jahrzehnten bereits deutlich verbessert: Rund 80 Prozent der Erkrankten werden geheilt. Mit der Zahl der Überlebenden steigt allerdings die Zahl derer, die an Spätfolgen leiden (beispielsweise Organschädigungen an Herz, Nieren, Gehör, Einschränkung der Lebensqualität, psychosoziale Folgen, Zweittumoren). In einem großen Forschungsprojekt unter der Leitung von PD Dr. Peter Kaatsch und gefördert durch die Europäische Kommission, untersucht das Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz zusammen mit europäischen Partnern die Häufigkeit von Spätfolgen von Krebstherapie im Kindesalter. Nur wenn solche Spätfolgen bekannt sind, können sie in Zukunft besser vermieden und Versorgungsstrukturen aufgebaut werden.

Univ.-Prof. Dr. Dipl.-Psych. Susanne Singer, ebenfalls vom Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), berichtet in ihrem Vortrag über psychosoziale Probleme bei und nach Krebserkrankungen. Diese können sich auf alle Lebensbereiche auswirken. Eine psychoonkologische Begleitung hilft nachweislich, diese Probleme zu lindern und sollte daher allen Betroffenen zur Verfügung stehen.

Die Veranstaltungen finden Sie auch auf unserem YouTube-Kanal:
www.youtube.com/UnimedizinMainz

Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger e. m.,
Vorsitzender der Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516, E-Mail: junginger@uni-mainz.de

Pressekontakt Blanvalet Verlag:
Kristin Rosenhahn
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Blanvalet Verlag
Neumarkter Str. 28 | 81673 München
Tel.: +49 (0) 89 / 4136-3545 Fax: -3453; kristin.rosenhahn@randomhouse.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Über das Deutsche Kinderkrebsregister
Das Deutsche Kinderkrebsregister erfasst flächendeckend für ganz Deutschland Krebserkrankungsfälle bei Kindern unter 18 Jahren (bis 2008 unter 15 Jahren). Die medizinische Forschung nutzt dieses 1980 gegründete Register, um die Qualität der Behandlungen von krebskranken Kindern und Jugendlichen zu sichern und weiter zu verbessern. Die Wissenschaftler sammeln unter anderem Daten zur Anzahl von Neuerkrankungen, wie häufig einzelne Tumorarten regional und geschlechtsspezifisch auftreten, über Rückfallquoten sowie Informationen über mögliche Spätfolgen bei den jungen Patienten. Ihre Auswertung entfaltet insbesondere auf langfristige Sicht ihre Wirkung. Denn durch ihre Studien können die Mitarbeiter des Kinderkrebsregisters wichtige Hinweise zur Früherkennung, zu möglichen Ursachen, zu den Überlebenschancen und für bessere Therapien geben.

Über Charlotte Link
Charlotte Link, die bereits mit sechzehn Jahren ihr erstes Buch zu schreiben begann und es mit neunzehn Jahren unmittelbar nach ihrem Abitur veröffentlichte, zählt inzwischen zu den erfolgreichsten deutschen Autorinnen; sie hat alleine in Deutschland über 24 Millionen Bücher verkauft und wird darüber hinaus in den meisten europäischen Ländern, zudem in den USA und im asiatischen Raum gelesen. Sie schreibt stark psychologisch fundierte Kriminalromane, die sie zumeist in Großbritannien spielen lässt. Zu ihren bekanntesten Werken zählen „Das Haus der Schwestern“, „Die letzte Spur“ und „Im Tal des Fuchses“. In ihrer neusten, im September erscheinenden Publikation „Sechs Jahre“ nimmt sie Abschied von ihrer Schwester Franziska, die 2012 nach langer Krankheit starb. Es ist das erste nicht belletristische und zudem persönlichste Buch der Autorin.

Pressemitteilung Universitätsmedizin Mainz
Barbara Reinke, Stabsstelle Kommunikation und Presse, Universitätsmedizin Mainz, Tel.: 06131 / 17-7428, Fax: 06131 / 17-3496, eMail: pr@unimedizin-mainz.de
17.05.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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