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  • Thomas Schönemann

mamazone e.V.

Prof. Dr. med. Claudio Zamagni ist der "Busenfreund 2014"

v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Bettina Borisch (Vorstand mamazone e.V.), Prof. Dr. med. Claudio Zamagni, Dr. med. Petra Stieber (Vorstand mamazone e.V.), Dr. rer. nat. Ralph M. Wirtz. © Foto: mamazone e.V.
v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Bettina Borisch (Vorstand mamazone e.V.), Prof. Dr. med. Claudio Zamagni, Dr. med. Petra Stieber (Vorstand mamazone e.V.), Dr. rer. nat. Ralph M. Wirtz. © Foto: mamazone e.V.

Die Mitglieder der Brustkrebs-Selbsthilfegruppe mamazone - Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. haben gewählt: Der "Busenfreund-Award 2014" geht an den italienischen Mediziner Prof. Dr. med. Claudio Zamagni (53), Leiter des Instituts für medizinische Onkologie "Addari" des Sant’Orsola Malpighi Klinikums der Universität Bologna. Mit diesem Wissenschaftspreis von Patientinnen an die Brustkrebsforschung will mamazone die Stimme der Patientinnen stärken, denn sie sind es, die unmittelbar von Neuerungen in der Brustkrebsforschung profitieren.

Ärzten und Forschern soll der Preis Mut machen, Altbekanntes zu hinterfragen, neue Ufer zu beschreiten und den Ängsten von Frauen mit Brustkrebs mit Lösungskonzepten, Engagement und Visionen zu begegnen. Der Preis wurde in diesem Jahr bereits zum 14. Mal vergeben.

„Wir freuen uns sehr, dass die mamazone-Mitglieder mit Prof. Claudio Zamagni auch in diesem Jahr einen herausragenden Forscher ausgewählt haben, dem es bei seiner Arbeit nicht um die eigene Person, sondern um das lebenswerte Überleben von Frauen mit Brustkrebs geht“, sagt Dr. med. Petra Stieber, kommissarische 1. Vorsitzende von mamazone e.V. „Seine herausragenden Bemühungen, mit einer neuen Studie den Grundstein für eine bessere Nachsorge zu legen, haben überzeugt. Das zeigt auch, welch enorme Bedeutung das Thema Nachsorge für die Frauen hat.“

Neue Studie als Meilenstein für eine bessere Brustkrebs-Nachsorge

Prof. Zamagnis besonderes Verdienst: Er hat eine große randomisierte Nachsorgestudie auf die Beine gestellt, deren Erkenntnisse die Nachsorgeleitlinien verbessern sollen. Eine solche Studie ist dringend nötig, denn Patientinnen werden nach Abschluss ihrer ersten Behandlung sich selbst überlassen – trotz all der Neuerungen und Innovationen in Diagnostik und Therapie, die es in den letzten 30 Jahren gegeben hat. Die heutige Betreuung von Brustkrebspatientinnen in der Nachsorge beruht auf fast 30 Jahre alten Studienergebnissen und stützt sich noch immer auf die Annahme, dass eine frühzeitige Diagnosestellung von Metastasen bei Brustkrebs nicht zu verbesserten Überlebenschancen führt. Deshalb werden bildgebende und ggf. therapeutische Maßnahmen nach der Erstbehandlung von Brustkrebs erst dann ausgeschöpft, wenn die Frau bereits klinische Symptome einer Metastasierung zeigt – was oftmals zu spät ist.

Im Sommer 2014 startete die von Prof. Zamagni initiierte „Patient-Oriented KRONOS Study – Italy“ (PONS-S Italy), für deren Durchführung er sogar Krankenkassen und Vertreter des italienischen Gesundheitssystems gewinnen konnte. Ihr Ziel ist es, die neuen Möglichkeiten für eine bessere Diagnostik und Therapie für Patientinnen mit Brustkrebs in der Nachsorge zu nutzen und in die Behandlungsleitlinien einzuführen. Das Studienkonzept erlaubt die Erweiterung auf weitere europäische Länder; es laufen bereits Gespräche, auch deutsche Zentren teilnehmen zu lassen.

„Just never give up“

Über die Initiierung dieser ersten modernen Nachsorgestudie hinaus ist Prof. Zamagni an der Leitung von zahlreichen weiteren innovativen Behandlungsstudien für Frauen mit Brustkrebs, Eierstockkrebs und Endometriumkarzinomen beteiligt und hierfür in zahlreichen Fachorganisationen (ASCO, ESMO, EBMT, ESGO, GISMA, ANT) mit großem Engagement aktiv.

Er hat zudem viele therapiebegleitende Initiativen für Patientinnen begründet. Ein Beispiel ist die Initiative „Speak with us“: Er richtete Räumlichkeiten ein, in denen neu diagnostizierte Patientinnen mit Frauen Informationen austauschen können, deren Brustkrebsdiagnose bereits Jahre zurückliegt. Weiteres Beispiel: Er ermöglicht sechsmal im Jahr 15 Patientinnen, ein Wochenende in einem Hotel mit Park zu verbringen, um sich mit Ärzten, Psychologen, Ernährungs- und Sportexperten auszutauschen und verschiedenen Aktivitäten (Nordic Walking, Yoga) nachzugehen (Initiative „In the nature with cancer patients“).

Prof. Zamagni setzt sich mit enormer Geduld, Intelligenz und Beharrlichkeit für seine oft kontroversen, aber medizinisch bis ins Detail durchdachten Ideen und Visionen bis zu ihrer Umsetzung ein. Sein Motto: „Just never give up“. Nur so konnte er sogar fast unmöglich erscheinende Studien umsetzen. Diese Überzeugung hat seine großen Erfolge möglich gemacht und könnte dem Credo von mamazone nicht ähnlicher sein. Grund genug, Prof. Zamagni zum „Busenfreund 2014“ zu küren. Die Preisverleihung mit dem „Busenfreund“ in Form einer speziellen, handgefertigten Bronze-Statuette der Künstlerin Maya Vester fand am 31.10.2014 im Rahmen des Festakts anlässlich des 15-jährigen Bestehens von mamazone im Rokokosaal der Regierung von Schwaben in Augsburg statt.

Über mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.

mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e. V. mit Sitz in Augsburg 1999 von der Medizinjournalistin und Buchautorin Ursula Goldmann-Posch gegründet, die 1996 selber an Brustkrebs erkrankt war, gegründet. Der gemeinnützige Verein, der heute rund 2.000 Mitglieder hat, schlägt die Brücke zwischen allen, die im weitesten Sinne mit Brustkrebs zu tun haben: Bei mamazone sind nicht nur Betroffene willkommen, sondern auch Familienangehörige, alle in die Versorgung eingebundenen Berufsgruppen und Institutionen wie zum Beispiel medizinisches Fachpersonal, Ärzte und Apotheker, Wissenschaftler, forschende Arzneimittelhersteller, Gesundheitspolitiker, Krankenkassen, Physiotherapeuten usw. So bündelt mamazone möglichst viel Wissen und Erfahrungen und setzt dieses konkret in Projekte ein, die das Empowerment und die Emanzipation der Patientin zum Ziel haben: Sie befähigen Frauen mit Brustkrebs dazu, auf Augenhöhe mit ihrem Arzt zu agieren, weil sie bestens über ihre Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten informiert sind. Sie werden von bloßen „Behandelten“ zu Handelnden und können den Verlauf ihrer Krankheit und den Therapieerfolg maßgeblich mitbestimmen.

Der Verein mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. wurde 2013 unter 94 Bewerbungen für den 1. Preis des „Förderpreis für Selbsthilfegruppen der Marion und Bernd Wegener Stiftung, Mainz“ für herausragende Leistungen und Ideen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit ausgewählt. Im April 2010 wurde Gründerin Ursula Goldmann-Posch mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Im Dezember 2011 erhielt sie die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber.

Nähere Informationen unter www.mamazone.de; www.pons-stiftung.org; www.stiftungpath.org

Pressemitteilung mamazone e.V.
Julia Baumann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, mamazone-Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V., Tel.: 0179 / 4913031, eMail: info@mamazone.de
01.11.2014
22.06.2017, 11:21 | tsc
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